Weltweit einzigartiger Sonderfall

Erdbeben in Poing wohl nicht wegen Geothermie-Anlage

+
Das Geothermie-Heizwerk der Bayernwerk GmbH in Poing bei München.
  • schließen

Poing - Mitte September bebte in Poing die Erde. Die örtliche Geothermie-Anlage geriet daraufhin als Verursacher unter Verdacht. Wissenschaftliche Untersuchungen scheinen dies aber nicht zu bestätigen.

Das lange erwartete Gutachten ist so gut wie fertig. Unserem Partnerportal merkur.de lagen bereits erste Ergebnisse vor. "Zusammenfassend kann ich sagen, dass unserem Wissen nach für Poing bei Betrieb der Geothermieanlage keine Gefahr besteht", habe eine verantwortliche Wissenschaftlerin erklärt. Es sei die ungefährliche P-Welle gespürt und vergleichsweise geringe Energie freigesetzt worden. 

"Wir brauchen aber auch noch Forschung, um genau zu erklären, was passiert und wie sich das System unter Poing in 20 oder 30 Jahren verhalten wird." Es seien noch weitere Untersuchungen nötig, Poing sei "ein absoluter Sonderfall". Generell seien Erdbeben an Geothermie-Anlagen extrem selten. Darüberhinaus sei es sei der erste Fall weltweit, in dem an einem Wärmeprojekt die Erde bebte. Daher fehlten Vergleichswerte.

Geothermie nach Erdbeben unter Verdacht

Mitte September bebte in Poing, im Landkreis Ebersberg, die Erde. Es kam zu Schäden an einem Gebäude, verletzt wurde niemand. Dennoch waren die Einwohner der Gemeinde beunruhigt. In der Folge geriet der dortige Geothermie-Betreiber unter Druck, auch wenn ein Zusammenhang zwischen dem Betrieb der Anlage und dem Erdbeben nicht bewiesen war. Trotzdem nahm er die Anlage in der Folge vorläufig außer Betrieb. Das Unternehmen erläuterte, dies geschehe, um einem Wunsch der Gemeinde nachzukommen und besorgten Bürgern etwaige Ängste zu nehmen.

Die vollständige Studie, welche zwei Erdbeben, die bereits im Dezember 2016 in Poing auftraten, untersuchte, soll im Verlauf des Monats veröffentlicht werden. Auch in der Region gibt es zahlreiche Geothermieanlagen. Die Betreiber der in Waldkraiburg betonten in der Folge, dort würde bestmöglich überwacht.

hs

Zurück zur Übersicht: Bayern

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser