Evangelische Akademie: Lob für scheidenden Chef

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Tutzing - Friedemann Greiner hat in seinen 20 Jahren als Direktor die Evangelische Akademie Tutzing zu einem “einzigartigen Ort“ des Geistes der Freiheit und Toleranz gemacht.

Mit diesen Worten würdigte Bayerns Landesbischof Johannes Friedrich am Mittwoch den in den Ruhestand scheidenden Akademiechef.

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) nannte Greiner einen Visionär und modernen Manager der international hoch angesehenen Tutzinger Akademie. Die frühere Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, bezeichnete Greiner als Verfechter der Freiheit des Denkens - und als Freund. Bei dem Festakt und Empfang in Tutzing mit rund 250 Gästen zu Greiners Verabschiedung wurden immer wieder die große Toleranz und klare Linie des langjährigen Akademiechefs gewürdigt, der wegen seiner auch umstrittenen Diskussionsgästen - wie zuletzt Thilo Sarrazin - oftmals kritisiert wurde.

Dennoch habe er stets die Debatte und den Diskurs gerade auch mit Andersdenkenden als Pfeiler der Demokratie verfochten - als zentrale Aufgabe der Evangelischen Akademie. Der Geehrte selbst dankte in evangelischer Demut: “Ich bin hier hergekommen mit großen Erwartungen, aber auch mit etwas “Bibbern und Zittern“, ob ich den Herausforderungen gerecht werden kann“, sagte er. “Umso mehr bin ich heute Abend glücklich darüber, dass Sie mir ein “Bestanden“ attestieren.“

Greiner tritt Ende Mai in den Ruhestand. Er übergibt seinem Nachfolger am Starnberger See, Oberkirchenrat Udo Hahn, ein gut bestelltes Haus. Der mit der Bayerischen Verfassungsmedaille in Silber, dem Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnete Greiner schuf etwa den renommierten “Toleranzpreis“ und rief die “Stiftung Schloss Tutzing“ ins Leben (2007).

Greiner sei es vorbildlich gelungen, in der Akademie einen theologisch weltoffenen Dialog zu etablieren und damit ein “Kommunikationsforum zwischen Kirche und Welt“, sagte der ebenfalls scheidende Landesbischof Friedrich. Seit Gründung und regelmäßigen Treffen des Politischen Clubs wirke die Akademie auch immer wieder in die Politik hinein. Mehrere Bundeskanzler und -präsidenten gaben sich in Tutzing bereits die Klinke in die Hand, auch Angela Merkel (CDU) war in der Akademie.

Besonders Greiners Talent als Netzwerker habe der Akademie viele neue Kontakte und Bedeutungszuwachs erbracht. “Mit feinem, untrüglichem Gespür, mit Sachverstand und viel Herzblut hat Dr. Greiner die brennenden Fragen unserer Zeit aufgegriffen und in der Evangelischen Akademie in Tutzing zur Diskussion gestellt“, würdigte Seehofer.

“Die Akademie ist unter seiner Leitung zu einer echten Zukunftswerkstatt geworden, zu einer kreativen und innovativen Denkfabrik.“ Seine inhaltliche Linie stellte Greiner abschließend erneut klar: “Der Auftrag der Evangelischen Akademie Tutzing ist nicht verhandelbar, nämlich die Konsequenzen der christlichen Botschaft für alle Handlungsfelder einer Gesellschaft zu bedenken.“

dpa

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