So kam es zum Familiendrama in Schwabing

Sohn würgt Mutter zu Tode - Nachbar: "Wir haben ihn noch getröstet"

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München - Ein Familiendrama hat sich am Sonntag in Schwabing abgespielt. Ein 25-Jähriger würgte seine Mutter, bis diese zusammenbrach. Erst eine Obduktion brachte dieses Detail ans Licht. Es war offenbar das gewaltsame Ende einer schwierigen Mutter-Sohn-Beziehung:

Am Sonntag wurde der Notarzt in die Wohnung einer 55-jährigen Frührentnerin gerufen. Laut Notruf war die Frau zusammengebrochen und bewusstlos. Als der Notarzt schließlich kam, versuchten der 25-jährige Sohn und dessen Bekannter verzweifelt, die Frau zu reanimieren. Doch auch der Notarzt konnte der Frau nicht mehr helfen. Sie war bereits tot.

Mutter sei plötzlich umgekippt

Den Polizisten erzählte der 25-Jährige später, die Mutter habe sich bei dem Streit so aufgeregt, dass sie plötzlich umgekippt sei, so unser Partnerportal tz.de. Da der Leichenschauer eine ungeklärte Todesart bescheinigte, wurde die Polizei informiert. Aufgrund des Hinweises, dass die Rentnerin nach einem Streit mit ihrem Sohn zusammengebrochen sei, wurde seitens des Sachbearbeiters beim Kommissariat 12 eine Obduktion der Leiche angeregt und von der Staatsanwaltschaft angeordnet. Dabei stellte sich heraus, dass wohl Gewalteinwirkung gegen den Körper todesursächlich war. Der Sohn der Verstorbenen räumte in seiner Vernehmung schließlich ein, seine Mutter geschlagen und gewürgt zu haben. Er habe sie jedoch nicht töten wollen.

Kriminalkommissar Herbert Linder von der Münchner Mordkommission schätzt im Interview mit der tz die Beziehung zwischen Mutter und Sohn als stark belastet ein. Demnach gab es wohl öfterStreit. Doch dann vertrugen sich die beiden wieder – bis zum nächsten Mal. So jedenfalls schilderte Azubi David S. sein Verhältnis zu seiner Mutter, bei der er zuweilen mangels eigener Wohnung für einige Tage unterschlüpfte.

Nachbar: "Wir haben den Sohn noch getröstet"

Am Sonntagabend stritt David nach eigener Aussage mit seiner Mutter über den Zustand der Wohnung und warf ihr vor, sich gehen zu lassen. Die Vorwürfe wurden immer persönlicher. Da flippte der Azubi aus. Er ohrfeigte seine Mutter und würgte sie so lange, bis sie sterbend zusammenbrach. Da geriet der Sohn in Panik. Gegen 20 Uhr wählte er den Notruf 112.

Die Nachbarn von Mutter und Sohn zeigen sich im Interview mit der tz schockiert: „Wir haben den Notarzt eingewiesen und den Sohn an dem Abend noch eine Weile getröstet."

mh

Rubriklistenbild: © dpa

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