In einigen Landkreisen herrscht noch Unklarheit

Gratis-FFP2-Masken - wer aus der Region sie bekommt und wie

FFP2-Maske
+
In Bayern gilt ab Montag, 18. Januar eine FFP2-Maskenpflicht.

Bayern führt eine FFP2-Maskenpflicht ein. Ministerpräsident Söder kündigte zudem an, dass für Bedürftige insgesamt 2,5 Millionen Gratis-Schutzmasken bereitgestellt werden. Wir haben nachgefragt, wie Bedürftige aus der Region an diese Masken kommen.

Landkreis - Am Dienstag 12. Januar hat das bayerische Kabinett eine FFP2-Maskenpflicht für Menschen ab 15 Jahren beschlossen. Die bayerische Staatsregierung hat nach Kritik von Sozialverbänden und Opposition angekündigt, insgesamt 2,5 Millionen FFP2-Masken für hilfsbedürftige Menschen gratis zur Verfügung zu stellen. Damit will die Staatsregierung soziale Härten abfedern, wenn vom kommenden Montag (18. Januar) an die FFP2-Maskenpflicht im gesamten öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen gilt. In der ersten Woche sollen allerdings noch keine Sanktionen und Bußgelder verhängt werden, sondern erst vom 25. Januar an. Organisiert werden soll die Verteilung an Bedürftige über die Städte und Landkreise, möglichst bis Ende nächster Woche.

Die Masken würden verschickt oder auf anderen Wegen verteilt werden, sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU). In den Kommunen seien Daten über Menschen mit ungesichertem Einkommen vorhanden, also wer auf Grundsicherung angewiesen sei. Ziel seien zunächst fünf Gratis-Masken pro Person. Die 2,5 Millionen Masken für Bedürftige sollen aus dem bayerischen Pandemiezentrallager vom Technischen Hilfswerk an die Kommunen geliefert und von dort verteilt werden. Doch wie gestaltet sich das in der Praxis? Wir haben bei den Landratsämtern der Region nachgefragt.

So bekommen Bedürftige aus der Region die Masken - teilweise herrscht noch Unklarheit

Auf Nachfrage von innsalzach24.de erklärt Markus Huber, dass Bedürftige im Landkreis Altötting im Laufe der nächsten Woche ein Schreiben samt der fünf Masken zugeschickt bekommen. Die Menschen müssen also selbst nicht aktiv werden. „Als bedürftig zählen Menschen, die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung bekommen, so wie Hartz-IV-Empfänger.“

Sowohl beim Landratsamt Traunstein, als auch im Landkreis Berchtesgadener Land herrscht noch Unklarheit wie die Masken schließlich an den Mann kommen sollen. „Wir wissen noch nicht, wann die Masken ankommen werden“, so Pressesprecher Michael Reithmeier vom landratsamt Traunstein gegenüber chiemgau24.de. Auch im Rosenheimer Landratsamt weiß man noch nichts Genaues. „Der Landkreis erhält knapp 20.000 FFP2-Masken für pflegende Angehörige. Wir sollen sie noch im Laufe des Januars erhalten. Wie viele Masken es für Bedürftige geben wird, wissen wir noch nicht. Wie die Masken verteilt werden, wird derzeit geklärt“, so Pressesprecher Michael Fischer.

Aus dem Landratsamt Mühldorf am Inn heißt es: „Der Landkreis erhält voraussichtlich ca. 20.000 Masken, die am kommenden Dienstag eintreffen sollen. Die Kommunen übernehmen dann die Verteilung von jeweils fünf Masken an die Berechtigten. Auch wenn laut Staatsregierung die kommende Woche bei Kontrollen noch Kulanz gezeigt werden soll, hat sich das Landratsamt entschieden, den Kommunen rechtzeitig mit Inkrafttreten der FFP2-Maskenpflicht die zugeteilten Masken zur Verfügung zu stellen. Zu diesem Zweck streckt das Landratsamt noch diese Woche vorab ein Kontingent von insgesamt 25.000 Masken mit entsprechender Zertifizierung aus eigenem Bestand vor. So können die Gemeinden den Anspruchsberechtigten die kostenlosen Masken in der kommenden Woche schneller aushändigen und müssen nicht erst die Lieferung am kommenden Dienstag abwarten. Zum Kreis der Berechtigten zählen Menschen, die Grundsicherungsleistungen für Arbeitssuchende nach dem SGB II, Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach dem SGB XII, Hilfe zum Lebensunterhalt, Kriegsopferfürsorge erhalten, Obdachlose und Nutzer von Tafeln. Die Bewohnerinnen und Bewohner von Gemeinschaftsunterkünften und dezentralen Unterkünften erhalten ihre Masken direkt durch die jeweiligen Hausverwalter spätestens am kommenden Dienstag.“

Vergünstigte Masken auch für Menschen über 60 und chronisch Erkrankte

Der Bund hatte Ende Dezember die Ausgabe von FFP2-Masken für Menschen über 60 und chronisch Erkrankte beschlossen. In einem ersten Schritt im Dezember sollten Betroffene drei Masken gratis in der Apotheke holen können. Seit 1. Januar sollen sie von der Krankenkasse Gutscheine für zweimal je sechs Masken mit einem Eigenanteil von jeweils zwei Euro bekommen. Die Ausgabe der Gutscheine läuft laut Apothekern jedoch schleppend.

Die Berechtigungsscheine werden seit dem 4. Januar 2021 an die Krankenkassen und privaten Krankenversicherungsunternehmen durch die Bundesdruckerei ausgeliefert. Diese Coupons müssen von den Krankenkassen und privaten Krankenversicherungen mit einem Anschreiben der Bundesregierung an die Versicherten gesendet werden. Im Laufe des Januars 2021 erhalten Anspruchsberechtige zwei fälschungssichere Coupons für jeweils sechs Masken von ihren gesetzlichen oder privaten Krankenversicherungen. 

Kommentare