Nach Gesprächsangebot

Flüchtlinge in Nürnberg brechen Durststreik ab

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"Kein Mensch ist illegal" ist auf dem T-Shirt eines hungerstreikenden Asylbewerbers in Nürnberg zu lesen.

Nürnberg - Ein Gesprächsangebot hat die Gruppe der rund 20 Flüchtlinge in Nürnberg dazu bewegt, ihren Hunger- und Durststreik abzubrechen.

Nachdem bereits fünf Teilnehmer kreislaufbedingt ins Krankenhaus gebracht worden waren, habe die Gruppe am Mittwochnachmittag wieder angefangen zu trinken, teilte Ordnungsamtschefin Katrin Kurr mit. Zuvor hatten Nürnbergs Oberbürgermeisters Ulrich Maly (SPD) und der Präsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, Manfred Schmidt, die Gruppe zu einem Gespräch eingeladen. Am Samstag sollen die Flüchtlinge im Pirckheimer-Haus der Caritas in Nürnberg angehört werden.

„Das ist eine gute Hoffnung für uns, deswegen haben wir den Streik abgebrochen“, sagte Flüchtlingssprecher und Versammlungsleiter Naquib Hakimi nach dem Angebot. Die Gruppe erwarte, „dass wir auf jede Frage eine gute Antwort bekommen, so dass wir unser Leben nochmal bei null beginnen können“. Die Flüchtlinge hätten nichts zu verlieren. „Wir schauen jetzt, was kommt. Wenn es nicht klappt, machen wir wieder eine Demonstration oder einen Hungerstreik“, kündigte er an. „Wir müssen irgendwas bekommen.“

Alexander Thal vom Bayerischen Flüchtlingsrat zeigte sich erleichtert über den glimpflichen Ausgang der Aktion. „Jetzt hoffe ich auf ein richtiges Gespräch und darauf, dass eine Lösung gefunden wird - entweder über die Ausländerbehörde oder das Bundesamt“, kommentierte er.

Die Asylbewerber in Nürnberg waren seit Samstag im Hungerstreik und hatten seit Dienstag auch aufgehört zu trinken. Sie wollten damit ihrer Forderung nach der Anerkennung ihrer Asylanträge Nachdruck verleihen, sagte Sprecher Hakimi. Die Teilnehmer der Aktion waren aus Afghanistan, Äthiopien und dem Iran.

dpa

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