Am Flughafen in München

Ein Brite, der kein Englisch spricht? Gefälschter Ausweis fliegt schnell auf

München – Was macht einen Reisenden in den Augen der Grenzpolizei verdächtig? Zum Beispiel, wenn er mit britischem Pass reist und der vermeintliche Brite fließ end Deutsch, aber kaum Englisch spricht.

Die Pressemeldung der Polizei im Wortlaut:

Bundespolizisten im Satellitenterminal kontrolliertenam Dienstagvormittag die Passagiere des Fluges nach Toronto, als sie auf einen jungen Mann aufmerksam wurden. Der 33-Jährige war unterwegs von Hamburg nach Toronto, legte zur Kontrolle einen britischen Reisepass vor. 

Dass der Mann fließend Deutsch sprach, war für die Beamten nicht wirklich der Rede wert. Allerdings war er kaum der Sprache seines vermeintlichen Heimatlandes mächtig. Das hat die Beamten dann wiederum stutzig gemacht und sie haben sich den vermeintlichen Briten und das Dokument genauer angesehen. 

Dabei fiel ihnen auf, dass der Reisepass verfälscht, das Lichtbild ausgetauscht worden war. Zudem hatten die britischen Behörden das Dokument als gestohlen gemeldet. Also musste der Möchtegern-Brite die Bundespolizisten zur Wache begleiten.

Bei der dortigen Vernehmung war der 33-Jährige sehr gesprächig und erklärte den Beamten auch gleich, dass er sein Heimatland vor knapp neun Jahren aus Angst vor den Taliban verlassen und 2012 ohne Dokumente über Schweden und Dänemark nach Deutschland gekommen sei. 

In Hamburg habe er sich dann bei der Polizei gemeldet und einen Asylantrag gestellt. Seither lebe er nördlich von Hamburg, habetäglich Angst, dass seine Duldung nicht mehr verlängert und er abgeschoben werde. Also habe er vor einem Jahr den Entschluss gefasst, die Bundesrepublik in Richtung Kanada zu verlassen

Dazu habe er sich von einem Iraner, den er aus seiner Unterkunft kenne, den besagten britischen Pass und einen zugehörigen Führerschein besorgen lassen. Für seine kriminellen Dienste habe der Iraner 1.500 Euro verlangt. Erst jetzt habe er sich ein Flugticket beschafft, auf Anraten seines Dokumentenbeschaffers eine Buchung von Hamburg über München und Toronto nach London vorgenommen. Dieser sei schließlich ein Profi. Außerdem sei der Mann gefährlich und er habe Angst vor ihm. Dennoch könne er jederzeit gegen den Iraner aussagen, sollte dieser geschnappt werden.

Auf dieses Angebot werden die Bundesbeamten mit Sicherheit zurückkommen. Sie zeigten nicht nur den Afghanen wegen Urkundenfälschung an, sondern nahmen auch die Ermittlungen gegen den Iraner auf.

Aus der Kanadareise des 33-Jährigen wurde natürlich nichts. Die Grenzpolizisten haben ihn wieder zurück gen Norden geschickt. Dort muss er sich bei der für ihn zuständigen Ausländerbehörde melden.

Bundespolizisten am Münchner Airport überprüfen täglich die Dokumente von gut 46.000 Passagieren. Immer wieder versuchen Reisende, die Beamten über Ihre Identität zu täuschen. Sei es, indem sie gefälschte, gestohlene Ausweise oder Dokumente anderer Personen vorlegen.

Pressemeldung Bundespolizei Flughafen München

Rubriklistenbild: © Bundespolizei München (Symbolbild)

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