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Wegen Schwangerschaft Impfnachweise gefälscht

Bundespolizisten ziehen Schwangere (31) im Businessjet bei München aus dem Verkehr

Schwanger und nicht geimpft, was nun? Sich einen gefälschten Impfnachweis besorgen? Nicht die beste Idee. Zumindest nicht, wenn man sich mit seinen Papieren an die Bundespolizei wendet, weil man im Privatjet vom Erdinger Moos nach Belgrad fliegen will.

Die Pressemeldung im Wortlaut:

Flughafen München – Bundespolizisten haben am Sonntag (13. Februar) eine 31-Jährige im General Aviation Terminal aus dem Verkehr gezogen, weil die Kroatin mit gefälschten Impfnachweisen unterwegs war. Einem 42-jährigen Türken sollte es ähnlich ergehen. Nur, dass der Mann ganz herkömmlich auf einem schnöden Linienflug aus Izmir kam.

Vor den Bundespolizisten waren dann beide wieder gleich und müssen sich nun einer Strafanzeige wegen Gebrauchs unrichtiger Gesundheitszeugnisse stellen.

Seit Beginn der Corona-Pandemie kontrollieren Bundespolizisten am Münchner Flughafen ankommende Flüge zum einen seit jeher grenzpolizeilich, zum zweiten nunmehr auch hinsichtlich der Vorgaben des Gesundheitsschutzes. Dies nicht nur im normalen Linienflugverkehr, sondern auch bei Passagieren, die mit Privatjets unterwegs sind.

Wegen Schwangerschaft Impfnachweise gefälscht

Eine 31-Jährige aus München suchte offenbar einen in ihren Augen hundert Prozent sicheren Weg, mit ihrem gefälschten Impfpass nach Serbien und wieder zurückzureisen. Sie buchte sich einen Businessjet und schickte bereits am Tag vor ihrem geplanten Abflug in München per Mail eine Anfrage hinsichtlich ihrer Wiedereinreise ein paar Tage später an die Einsatzzentrale der Bundespolizei am Münchner Airport.

Die Beamten prüften die zugesandten Unterlagen und stellten Unregelmäßigkeiten an der Kopie des Impfbuches der Kroatin, genauer gesagt an den vermeintlichen Impfeinträgen durch das Münchner Impfzentrums fest. Also griffen die Polizisten zum Telefonhörer und fragten im Impfzentrum nach. Die Antwort war unmissverständlich. Weder die eingeklebten Impfsticker waren echt, noch der vermeintliche Stempel des Münchner Impfzentrums.

Nach dieser Auskunft hieß es für die Beamten nur noch, sich in Geduld zu üben. Schließlich wollte die junge Frau ja am Morgen des nächsten Tages eh zum Flughafen, wo sie anlässlich ihres Fluges in ein Drittland per se an den Bundespolizisten vorbeimusste. Bei der Ausreisekontrolle dann fragten die Grenzpolizisten nach dem Impfbuch. Dieses wollte die 31-Jährige nicht wirklich vorzeigen. Sie erklärte zumindest den Beamten, sie habe das Objekt der Begierde verloren.

Auf Vorhalt, dass sie dieses doch tags zuvor noch kopiert und den Bundespolizisten eine Kopie davon per Mail übermittelt habe, und dem Hinweis auf die Möglichkeit einer polizeilichen Durchsuchung gab die Frau ihre Pläne wohl auf. Sie rückte das Corpus Delicti umgehend heraus und gestand den Bundesbeamten sofort unter Tränen, dass dieses gefälscht sei. Die Frage nach den Gründen beantwortete sie mit ihrer zurückliegenden Schwangerschaft. Als sie damals ins Krankenhaus gekommen sei, habe ihr Ehemann ihr das gelbe Büchlein in Österreich besorgt. Es tue ihr leid und sie wolle ihre Tat wiedergutmachen, versicherte sie den Ermittlern noch. Trotz aller Reue kam sie um eine Strafanzeige nicht herum.

Mann (42) mit gefälschtem Impfnachweis im Linienflugzeug unterwegs

Zwei Tage zuvor sollte auch ein 42-jähriger Türke erfahren, dass Bundespolizisten bei gefälschten Impfzertifikaten keinen Spaß verstehen. Der Wahl-Niedersachse händigte den Bundespolizisten bei seiner Ankunft aus seinem Geburtsland auch ein vermutlich gefälschtes Impfbüchlein aus. Auch hier sollte die Nachfrage beim vermeintlichen Impfzentrum, dieses Mal sollte es das in der Hansestadt Bremen sein, ein klares Ergebnis bringen. Impfsticker und Stempel seien falsch, gaben die dortigen Mitarbeiter zu verstehen.

Anders als die junge Kroatin, beharrte der Türke darauf, sein Impfbuch sei echt. Mehr noch, er habe sich mittlerweile in der Türkei sogar ein drittes Mal impfen lassen. Dies wolle er nächste Woche nach Konsultation seines Anwalts mit Unterlagen auch nachweisen. Aber auch diese Strategie bewahrte den 42-Jährigen nicht vor einer Strafanzeige.

Pressemitteilung Bundespolizei Flughafen München

Rubriklistenbild: © Bundespolizei Flughafen München/Alexandra Stolze