Dritte Startbahn: Protest formiert sich

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Die in orange eingezeichnete geplante dritten Startbahn.

München - Der Protest gegen die dritte Start- und Landebahn am Münchner Flughafen formiert sich. Betroffene Bürger und Naturschützer wollen am Freitag vor der CSU-Landesleitung ihrem Ärger Luft machen.

Die Regierung von Oberbayern hatte am Dienstag mit dem Planfeststellungsbeschluss grünes Licht für das Milliarden-Projekt gegeben. Das Aktionsbündnis AufgeMUCkt hatte daraufhin einen “heißen Herbst“ angekündigt und zu der Demonstration aufgerufen.

Der besonders betroffene Freisinger Stadtteil Attaching mit rund 1000 Einwohnern würde nach Angaben der dortigen Bürgerinitiative in einer Höhe von 50 bis 80 Metern überflogen. Die neue Piste läge zudem in einem Vogelschutzgebiet.

Airport München: 3. Startbahn genehmigt

Zwar hat die Regierung von Oberbayern ein Entschädigungsgebiet ausgewiesen. Rund 100 Grundstückseigentümer können damit die Übernahme ihre Grundstücke zum Wert des Jahres 2007 durch den Flughaben München verlangen. Alle Eigentümer außerhalb dieses Gebietes hätten trotz der Gesundheitsbelastungen keine solchen Anspruch, kritisieren nun die Anwälte der Bürgerinitiative. Die Dorfgemeinschaft würde zerrissen, nachbarschaftliche Beziehungen würden in rücksichtloser Weise zerstört.

Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hatte angekündigt, er wolle die Projektgegner zu Gesprächen in die Staatskanzlei einladen. Er wolle den Dialog persönlich führen. Zugleich stellte er klar, dass an der Grundentscheidung für den Bau der Start- und Landebahn nicht zu rütteln sei.

Die Gegner haben bis Anfang November Zeit, ihre Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss einzureichen. In den nächsten Wochen wollen sie mit weiteren Aktionen ihren Kampf fortsetzen. Unter anderem wollen sie mit einem Lärmgenerator Politiker zu Hause besuchen, und ihnen so die erwarteten Dezibel vor die eigene Haustüre bringen.

dpa

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