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Drama in Höllentalklamm bei Grainau

Erneute Suche nach Vermisstem bleibt erfolglos - Keine weiteren Suchaktionen geplant

Unfall Höllentalklamm Suche Rettungseinsatz
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Unglück in der Höllentalklamm bei Grainau.

Grainau - Nach der Flutwelle in der Höllentalklamm am Fuße der Zugspitze am Montag (16. August) und dem Fund einer Frauenleiche am Dienstag (17. August) ist das Schicksal eines zweiten Vermissten weiter unklar.

Update, Mittwoch (25. August), 13 Uhr - Suche erneut erfolglos

Pressemitteilung im Wortlaut

Am Mittwoch (25. August) suchten 7 Angehörige der Canyoning-Gruppe (2 x Bergwacht Grainau, 3 x Wasserwacht Grainau, 2x Alpine Einsatzgruppe Polizei) von 8 Uhr bis gegen 11 Uhr den Hammersbach (Bereich vom Klammausgang unterhalb der Eingangshütte bis Dorf Hammersbach) ab. Der Vermisste wurde nicht gefunden.

Weitere Suchmaßnahmen sind derzeit, soweit sich keine neuen Hinweise ergeben, nicht geplant. 

Pressemitteilung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Update, 14.33 Uhr - Tote zweifelsfrei als Vermisste (33) identifiziert

Zur endgültigen Identifizierung der Toten aus der Höllentalklamm fanden rechtsmedizinische, wie auch kriminaltechnische Untersuchungen statt. Diese bestätigten zweifelsfrei, dass es sich bei der Toten um die 33 Jahre alte Frau aus dem Landkreis Lichtenfels (Oberfranken) handelt.

Den kriminalpolizeilichen Ermittlungen zufolge muss davon ausgegangen werden, dass es sich bei der weiterhin vermissten Person, um den Lebenspartner der verstorbenen 33-Jährigen, einen 34 Jahre alten Mann aus dem Landkreis Coburg (Oberfranken) handelt. 

Die Angehörigen der beiden vorgenannten Personen werden von Seelsorgern und der Polizei betreut.

Pressemitteilung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Update, 19. August, 12.32 Uhr - Keine weitere Suche nach Vermisstem

Drei Tage nach der Flutwelle in der Höllentalklamm am Fuß der Zugspitze haben die Rettungskräfte am Donnerstag die Suche nach einem Vermissten nicht mehr aufgenommen, berichtet die dpa. Die Hoffnung, ihn lebend zu finden, gehe gegen null, hieß es bei der Polizei.

Bei einer tot aus den Fluten geborgenen Frau soll es sich um eine 33-Jährige aus Lichtenfels in Oberfranken handeln. Vermutet wird, dass es sich bei der zweiten noch vermissten Person um ihren Begleiter oder Freund gehandelt haben könnte.

Die Ermittler sind nun dabei, den genauen Unfallhergang in dem Wandergebiet nahe Grainau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen zu rekonstruieren, wie der Pressesprecher des Polizeiprädidiums Oberbayern Süd, Stefan Sonntag, sagte. Noch immer sei nicht ganz klar, wie sich das Unglück ereignete.

Am Mittwoch hatten Helfer viereinhalb Stunden lang erneut das Gebiet abgesucht. „Es gab ein paar Stellen, an denen man gemeint hat, es könnte ein menschlicher Körper im Wasser sein“, sagte Sonntag. An einer Stelle etwa sei ein Schatten gesichtet worden. Die Suche blieb ohne Erfolg. An den Vortagen waren teils über 150 Retter im Einsatz.

Am Montagnachmittag war nach schweren Regenfällen eine Flutwelle durch die Höllentalklamm und das darüber liegende Tal gerauscht. Augenzeugen zufolge sollen zwei Personen - wohl eine Frau und ein Mann - auf einer Holzbrücke oberhalb der Klamm gestanden haben, als die Welle kam. Beide seien in den Fluten verschwunden. Acht Menschen waren nach dem Unglück weitgehend unverletzt gerettet worden.

Update, 16.05 Uhr - Suche nach vermisster Person in Höllentalklamm fortgesetzt

Nach der Flutwelle in der Höllentalklamm haben die Einsatzkräfte am Mittwoch die Suche nach einer vermissten Person fortgesetzt. Der Einsatz laufe allerdings in deutlich kleinerem Umfang ab als die beiden Tage davor, sagte eine Polizeisprecherin. 

Die Rettungskräfte haben die Schlucht demnach mit Hilfe von Drohnen von der Luft aus gefilmt und fotografiert. Dabei seien zum Beispiel einige Schatten gesichtet worden, denen man nun nachgehen wolle. Die Klamm soll an diesen Stellen punktuell abgesucht werden, so die Sprecherin. Dazu seien aber weniger Einsatzkräfte notwendig als bislang.

Am späten Dienstagnachmittag hatten die Retter die Suche zunächst eingestellt. Zuvor war eine Frau tot aus dem Wasser geborgen worden.

Acht Menschen waren am Montagabend nach dem Unglück weitgehend unverletzt aus der Klamm nahe Grainau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen gerettet worden. Die Polizei geht derzeit von einer weiteren vermissten Person aus. Wenngleich sich nicht gänzlich ausschließen lasse, dass noch weitere Menschen von der Flutwelle mitgerissen worden sein könnten, betonte die Sprecherin.

Update, 15.05 Uhr - Holzbrücke eigens so konstruiert

Die Holzbrücke oberhalb der Höllentalklamm, an der am Montag wahrscheinlich eine Frau in den Tod gerissen wurde, war eigens so konstruiert, dass sie maximalen Wassermassen nicht standhält. Andernfalls sammele sich Treibgut, das Wasser staue sich - mit der Gefahr einer noch größeren Flutwelle, sagte der Sprecher des Deutschen Alpenvereins (DAV), Thomas Bucher, am Mittwoch.

„Es ist ein schrecklicher Unfall, den wir sehr bedauern“, sagte Bucher. Weiterhin sei nicht klar, was sich bei dem Unfall genau abspielte und ob die Frau und ein weiter Vermisster tatsächlich mit der Brücke weggerissen wurden, betonte Bucher.

Für die Klamm und die oberhalb liegende Brücke sei die DAV-Sektion Garmisch-Partenkirchen zuständig. Diese habe die Verkehrssicherungspflicht. Es gebe aber keine Aufsichtspflicht. Die Brücke befinde sich außerhalb der Klamm an dem Wanderweg zur Höllentalangerhütte und Zugspitze. Die Brücke sei früher massiver gebaut gewesen, aber dennoch weggerissen worden. Danach sei sie bewusst von einer Fachfirma so konstruiert worden, dass sie notfalls den Fluten nicht standhält.

Die Klamm ist ein Aufstiegsweg zu Deutschlands höchstem Berg, der Zugspitze. Sie sei von oben vollkommen frei zugänglich. Auch am unteren Zugang gibt es keine Sperre. In Zeiten, in denen das Kassenhäuschen besetzt sei, werde bei Gewitter oder Unwetter niemand in die Klamm eingelassen - nicht aber bei einer Ankündigung eines Unwetters, sagte Bucher. Die Flutwelle sei ein extrem außergewöhnliches Ereignis gewesen, das so nicht absehbar war.

Update, 13.55 Uhr - Pressemitteilung der Polizei

Die Pressemitteilung der Polizei im Wortlaut:

Starkregen führte am Montag (16. August) dazu, dass der Hammersbach im Höllental rasch anschwoll und Menschen vom Wasser mitgerissen wurden oder sonst in Not gerieten. Eine Frau konnte im Rahmen der eingeleiteten Suchmaßnahmen nur mehr tot geborgen werden, eine weitere Person gilt derzeit noch als vermisst. Etliche Wanderer konnten weitgehend unversehrt in Sicherheit gebracht werden.

Um 15.45 Uhr ging am Montagnachmittag über Notruf bei der Einsatzzentrale im Polizeipräsidium eine erste Meldung über eine „Flutwelle“ im Hammersbach im Hölllental ein. Weitere Meldungen dieser Art folgten wenig später. Zeugen berichteten, dass zwei Menschen, welche sich zu dieser Zeit auf einer Brücke oberhalb der Höllentalklamm befunden hätten, von den Wassermassen mitsamt der Brücke mitgerissen worden seien.

An dem folgenden Rettungs- und Sucheinsatz unter Leitung der Polizeiinspektion Garmisch-Partenkirchen beteiligten sich am Montag Helfer verschiedenster Behörden und Organisationen, in der Spitze etwa 160 Personen. Den Einsatzkräften gelang es im Laufe des Nachmittages, acht Menschen, welche sich in einer Notsituation befanden, zu retten und weitgehend unverletzt ins Tal zu bringen. Aufgrund von Zeugenangaben musste auch davon ausgegangen werden, dass zwei namentlich unbekannte Personen vom Wasser mitgerissen wurden, sie galten seitdem als vermisst.

Die Höllentalklamm wurde für die Öffentlichkeit gesperrt, lediglich die Suchmannschaften hatten Zugang. Bis in die Dunkelheit hinein wurden die Suchmaßnahmen nach den Vermissten fortgeführt, blieben jedoch zunächst ergebnislos.

Am Dienstagmorgen (17. August) wurde von Einsatzkräften gegen 8.30 Uhr eine leblose Person im Wasser des Hammersbachs festgestellt. Einsatzkräfte der Canyoning-Gruppe von Bergwacht und Polizei bargen den Körper aus dem Wasser. Für die Frau kam jedoch jede Hilfe zu spät, sie war bereits tot. Die weiteren Untersuchungen zur Identität und den Todesumständen übernahmen Beamte der Kriminalpolizei Garmisch-Partenkirchen. Vieles deutet darauf hin, dass es sich bei der Toten um eine 33 Jahre alte Frau aus dem Landkreis Lichtenfels (Oberfranken) handelt. Dies soll im Rahmen von rechtsmedizinischen Untersuchungen im Laufe des Mittwochs (18. August) verifiziert werden.

Die Suchmaßnahmen nach der zweiten vermissten Person liefen mit hohem Aufwand bis zum frühen Dienstagabend weiter, blieben bislang aber ohne Ergebnis. Auch am Mittwoch finden weiterhin Suchmaßnahmen statt. Dabei sollen, örtlich begrenzt, einzelne exponierte Bereiche abgesucht werden. Die zuständige Staatsanwaltschaft München II leitete, wie bei gleichgelagerten Fällen üblich, ein Vorermittlungsverfahren ein und beauftragte die Polizei mit der Erhebung der erforderlichen Daten und Aufklärung der Sachverhalte.

An dem sehr fordernden Einsatz waren bis Dienstagabend etwa 330 Einsatzkräfte verschiedenster Behörden und Organisationen beteiligt:

  • Polizeiinspektion Garmisch-Partenkirchen
  • Kriminalpolizei Garmisch-Partenkirchen
  • Einsatzzug der Operativen Ergänzungsdienste (PP OBS)
  • Bayerische Bereitschaftspolizei
  • zwei Polizeihubschrauber
  • Polizeibeamte der Alpinen Einsatzgruppe (AEG)
  • ein Polizeihubschrauber aus Österreich
  • vier Rettungshubschrauber
  • Bergwacht
  • Wasserwacht
  • Rettungsdienst (BRK)
  • Feuerwehr
  • Technisches Hilfswerk (THW)

Pressemitteilung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Die Erstmeldung:

Wie es weitergeht, wollen die Rettungskräfte am Mittwoch entscheiden. Am späten Dienstagnachmittag hatten sie die Suche eingestellt. Zuvor war eine Frau tot aus dem Wasser geborgen worden. Unklar war zunächst noch, wer die Frau ist - und wer der noch Vermisste. rosenheim24.de hatte bereits ausführlich darüber berichtet.

Hoffnung für vermisste Person schwindet

„Trotz des großen Einsatzes vieler ehrenamtlicher Berg- und Wasserretter konnte die zweite vermisste Person nicht aufgefunden werden. (...) Dabei wurden alle relevanten und denkbaren Bereiche mehrfach abgesucht“, erläuterte der Einsatzleiter des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK), Hans Steinbrecher, vor Ort gegenüber Medienvertretern. Rund 150 Helfer waren im Einsatz, ein Hubschrauber und mehrere Drohnen hatten aus der Luft die Suche nahe Grainau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen unterstützt. „Leider blieben alle erdenklichen Maßnahmen ohne Erfolg“, so Steinbrecher.

Sollte sich die Person noch in der Klamm befinden, gebe es angesichts der seit dem Unglück verstrichenen Zeit und der großen Wassermassen wenig Hoffnung, sie lebend zu finden, hieß es am Dienstagabend bei der Polizei.

Rettungseinsatz nach Flutwelle in Höllentalklamm

Fotos von Rettungseinsatz nach Flutwelle in Höllentalklamm
Rettungseinsatz nach Flutwelle in der Höllentalklamm. © Peter Kneffel/dpa
Fotos von Rettungseinsatz nach Flutwelle in Höllentalklamm
Rettungseinsatz nach Flutwelle in der Höllentalklamm. © Peter Kneffel/dpa
Fotos von Rettungseinsatz nach Flutwelle in Höllentalklamm
Rettungseinsatz nach Flutwelle in der Höllentalklamm. © Peter Kneffel/dpa
Fotos von Rettungseinsatz nach Flutwelle in Höllentalklamm
Rettungseinsatz nach Flutwelle in der Höllentalklamm. © Peter Kneffel/dpa
Fotos von Rettungseinsatz nach Flutwelle in Höllentalklamm
Rettungseinsatz nach Flutwelle in der Höllentalklamm. © Peter Kneffel/dpa
Fotos von Rettungseinsatz nach Flutwelle in Höllentalklamm
Rettungseinsatz nach Flutwelle in der Höllentalklamm. © Peter Kneffel/dpa
Fotos von Rettungseinsatz nach Flutwelle in Höllentalklamm
Rettungseinsatz nach Flutwelle in der Höllentalklamm. © Peter Kneffel/dpa
Fotos von Rettungseinsatz nach Flutwelle in Höllentalklamm
Rettungseinsatz nach Flutwelle in der Höllentalklamm. © Peter Kneffel/dpa

Acht Menschen bei Großeinsatz gerettet

Acht Menschen waren am Montagabend nach dem Unglück weitgehend unverletzt aus der Klamm nahe Grainau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen gerettet worden. Die beiden zuletzt Vermissten hatten Augenzeugen zufolge auf einer Holzbrücke über dem Hammersbach am oberen Ausgang der Klamm gestanden, als die Welle kam. Die Brücke wurde demnach überspült oder teils weggerissen. Die Staatsanwaltschaft München II leitete Vorermittlungen ein. Es werde geprüft, ob eine Straftat im Raum stehe, etwa fahrlässige Tötung, sagte eine Sprecherin. Gegen konkrete Personen richteten sich die Überprüfungen bisher aber nicht, hieß es.

Die Höllentalklamm durchwandern jedes Jahr Zehntausende Menschen. Die Schlucht mit Wasserfällen und steilen Felswänden ist ein beliebtes Fotomotiv. Das Höllental ist ein Tal im Zugspitz-Massiv des Wettersteingebirges zwischen Blassenkamm und Waxensteinkamm, durch das der Hammersbach fließt und eine bekannte Aufstiegsroute von Hammersbach zur Zugspitze verläuft. Besonders markant ist dabei eben jener Einschnitt der Höllentalklamm.

mw

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