Opfer nach Gewalttat verschwunden

"Massive Blutspuren": Frau brutal verprügelt

Augsburg - Mysteriöse Gewalttat in Augsburg: Die Polizei sucht nach einer jungen Frau, die in der Fuggerei offenbar brutal verprügelt worden ist. Von ihr und dem Täter fehlt bislang jede Spur.

Eine junge Frau wird so zusammengeschlagen, das sie viel Blut verliert. Sonntagabends, in der Augsburger Sozialsiedlung Fuggerei (siehe Stichwort unten). Zeugen, die dort wohnen, bekommen das Verbrechen mit, einer verfolgt sogar den Täter, spricht ihn an. Doch der Mann droht zurück: „Das geht dich nichts an“ und verschwindet. Die verletzte Frau, die zuvor auf dem Pflaster lag, trägt der Täter davon.

Ein Verbrechen ist geschehen, in der berühmten Sozialsiedlung. Aus unerfindlichen Gründen wurden die Ermittler zu spät alarmiert, sie entdecken aber an der Ecke Herren-Finstere Gasse Hinweise, die die Gewalttat untermauern: „massive Blutspuren“. Und von der Lache weg erschnüffelte ein Polizeihund eine grausige Spur.

Was ist am Sonntag um 21.30 Uhr und danach mitten in Ausgburg wirklich passiert? Sicher scheint nur eines: „Man hat weder eine Leiche noch eine verletzte Frau gefunden“, sagte ein Polizeisprecher. „Man kann vom Schlimmsten ausgehen, aber es kann sein, dass es eine Kopfplatzwunde war, die stark blutete.“

Die Spur selbst zieht sich aus der Fuggerei über die Jakoberstraße bis hin zur Barfüßerstraße und verliert sich im Stadtbach, der dort nur kniehoch durchrauscht. Der Bach wurde in dem Bereich abgesucht, bislang ohne ein Resultat, doch die Suche soll weiter fortgesetzt werden, Ermittler befragten zudem mögliche Zeugen.

Fuggereibewohner selbst, die das Verbrechen mitbekamen, hörten laut Augsburger Allgemeinen ein „fürchterliches Geräusch“. Die Frau habe stark im Gesicht geblutet, schlimm habe sie ausgesehen. Laut Polizei habe das 18 bis 25 Jahre alte Opfer dennoch gepflegt gewirkt, sie habe Stöckelschuhe getragen, ihr Haar war dunkel und glatt. Bei dem Täter, der in selben Alter sein soll, könnte es sich um einen Asiaten handeln. Beide sprachen Deutsch. Derzeit konzentrieren sich die Ermittlungen der Beamten auf die Entdeckung der verletzten Frau. Krankenhäuser, die sie als Patienten aufnehmen könnten, sind über das brutale Geschehen informiert.

Noch ein Rätsel: Das Tor zur Fuggerei müsste zum fraglichen Zeitpunkt abgesperrt gewesen sein.

MC

Stichwort: Fuggerei

Eine Jahreskaltmiete von 88 Cent – das gibt es wohl nur in der Fuggerei und deshalb dürfen sich deren Bewohner als glücklich betrachten. Sie wurde 1521 vom Kaufmann Jakob Fugger dem Reichen für bedürftige Augsburger Bürger gestiftet und gilt als älteste bestehende Sozialsiedlung der Welt. In den 140 Wohnungen der 67 Häuser wohnen rund 150 Menschen. Neben der Miete, die sich aus dem Umrechnungswert eines Rheinischen Gulden ergibt, müssen die Bewohner, die katholisch sein müssen, täglich dreimal für den Stifter und seine Familie beten.

Rubriklistenbild: © dpa

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