Die Ermittler haben eine Vermutung

Frau von Maibaumspitze erschlagen: Erstes Gutachten liegt vor

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Noch immer ist unklar, warum die Maibaum-Spitze in Treuchtlingen abgebrochen ist.
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Treuchtlingen - Nachdem ein Teil eines Maibaums abgebrochen war und eine Frau in Treuchtlingen getötet hat, liegt nun ein Gutachten zu dem Baum vor.

Nach dem tödlichen Maibaum-Unglück im mittelfränkischen Treuchtlingen liegt ein vorläufiges Gutachten eines Baumexperten vor. Danach sei der Stamm weder beim Fällen noch beim Aufstellen beschädigt worden, berichtete die Polizeiinspektion Treuchtlingen am Donnerstag. Kurz nach dem Aufstellen des Baumes am vergangenen Montag war plötzlich dessen Spitze abgebrochen und hatte eine 29 Jahre alte Frau erschlagen. Ein Notarzt hatte der Mutter von drei Kindern nicht mehr helfen können.

Ermittler haben Vermutung

Die Staatsanwaltschaft schließe Fremdverschulden aus und leite kein Ermittlungsverfahren ein, hieß es weiter bei der Polizeiinspektion Treuchtlingen. Noch ungeklärt ist aber, ob der Baum von einem Pilz oder Schwamm befallen war, der von außen nicht erkennbar war. Wann das endgültige Gutachten vorliegt, steht noch nicht fest. Zunächst mutmaßte die Polizei, dass der Stamm beim Aufstellen zu stark gebogen worden sein könnte.

Die Staatsanwaltschaft schließe Fremdverschulden aus und leite kein Ermittlungsverfahren ein, hieß es weiter bei der Polizeiinspektion Treuchtlingen. Deren Chef Dieter Meyer sagte gegenüber nordbayern.de: "Es gibt wohl keinen Schuldigen." Wenn das endgültige Gutachten zum gleichen Ergebnis komme, sei der Unfall - so tragisch das sei - "einfach höhere Gewalt".

Wie die Bild berichtet, werden für Maibäume keine gesetzlichen Prüffristen vorgegeben. Die vorhandenen Prüffristen resultieren aus Vorschlägen von Versicherungen und aus einschlägigen Gerichtsurteilen. TÜV-Süd-Sprecher Dr. Thomas Oberst (54): „Wenn eine Versicherung besteht, gibt es aber Fristen, die man einhalten muss.“ Dazu gehöre dem Bericht nach eine Kontrolle nach einem Jahr durch einen Schreiner. Im dritten Jahr muss der TÜV oder ein Diplom-Holzwirt prüfen. Der gebrochene und erst frisch gefällte Maibaum ist laut Bild versichert gewesen.

Zweiter Unfall mit Maibaum innerhalb weniger Tage 

Wenige Tage zuvor war in Rheinland-Pfalz ein 15-Jähriger beim Maibaumaufstellen ums Leben gekommen. Der Baum rutschte in eine Grube, in der der Stamm verankert werden sollte, und verletzte den Jungen tödlich.

mh mit Material der dpa

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