„Einkaufen in Freilassing“ und „Hilfen für Freilassing“

Freilassing: Zwei Facebook-Gruppen bieten Rat und Hilfe in Zeiten von Corona

+
Manuel Inhester, hier rechts im Bild mit dem designierten Bürgermeister Markus Hiebl, hatte mit der Facebook-Gruppe „Einkaufen in Seekirchen“ so viel Erfolg dass er sie nun auch in Freilassing ausrollte.

Freilassing - „Einkaufen in Freilassing“ und „Hilfen für Freilassing“ - so lauten die Namen von zwei Facebook-Gruppen, die Rat und Hilfe in der Corona-Krise bieten wollen. 

Auf sozialen Plattformen wie Facebook gibt es bereits zahlreiche Seiten und Gruppen für Freilassing, zum Beispiel „Du kommst aus Freilassing, wenn…“ mit derzeit knapp 5000 Gruppenmitgliedern. Trotzdem ist seit der Corona-Krise der Bedarf an weiteren Gruppen entstanden, die spezielle Hilfe und Tipps bieten. „Einkaufen in Freilassing“ zeigt zum Beispiel, dass nicht nur Supermärkte und Apotheken geöffnet haben und Produkte und Dienstleistungen anbieten, sondern auch viele kleinere Geschäfte. Die Gruppe „Hilfen für Freilassing“ ist eine Plattform, auf der Bürger und Unternehmen gesammelte Informationen über Anlaufstellen und Behörden finden.

Mastermind beider öffentlicher Facebook-Gruppen ist Manuel Inhester, ein Grafiker, der in Saaldorf-Surheim aufgewachsen ist und zuletzt den designierten Bürgermeister Markus Hiebl bei seiner Kandidatur unterstützt hat. Jetzt in Seekirchen wohnend hat er dort die Plattform „Einkaufen in Seekirchen“ geschaffen, „meine Frau hat beim Bäcker die Klagen gehört, dass alle nur mehr in den Supermarkt laufen obwohl auch kleine Lebensmittelgeschäfte offen halten dürfen“, erinnert sich Inhester. Die Seekirchen-Gruppe hat bereits 600 Mitglieder, „der Bäcker hat meiner Frau aus Dankbarkeit gleich ein Brot geschenkt“.

Jetzt gibt es zwar bereits die Gruppe „Du kommst aus Freilassing, wenn…“, aber dort seien keine eigenen Werbeeinschaltungen erwünscht, „ich habe mich deshalb vorher mit den Administratoren dieser Gruppe abgesprochen, ob sie eine eigene Einkaufen-Gruppe gutheißen würden“. Seit 26. März ist die Gruppe „Einkaufen in Freilassing“ nun Online, „es ist eine Momentaufnahme der Geschäfte, also jeder kann nach einem Muster eintragen, wann und wie sein Geschäft geöffnet hat oder wie Online bei ihm bestellt werden kann“. Der Vorteil einer Facebook-Gruppe statt einer Seite liege darin, dass man in verschiedenen Untergruppen suchen könne, zum Beispiel Gastronomie. Dort ist derzeit zum Beispiel die Pizzeria Lisa in der Industriestraße zu finden, die ihre Zeiten für eine Lieferung oder das Abholen angibt.

„Interaktives Branchenbuch“

Für Inhester ist die Gruppe eine Art „interaktives Branchenbuch“, jeder könne selbst eintragen, was er wie anbietet. Als Wahlunterstützer von Markus Hiebl habe er die Aktion vorher auch mit ihm abgesprochen, diese habe die neutrale Plattform ausdrücklich begrüßt. Für Inhester steht fest, dass viele jetzt viel Zeit hätten und daher auch viel Zeit auf sozialen Plattformen wie eben Facebook verbringen würden. Um die Gruppe ins Laufen zu bringen hat Inhester selbst einige Geschäfte wie zum Beispiel einige Bäcker in der Gruppe eingetragen.

„Hilfen für Freilassing“

Die Idee der Einkaufs-Gruppe gefiel auch Quartiersmanager Michael Schweiger gleich so gut, dass er eine zweite Gruppe für Hilfen anregte. Zusammen mit Inhester gründete er am 2. April die Gruppe „Hilfen für Freilassing“, hier sollen am Ende alle wichtigen Kontakte und Anlaufstellen für Fragen rund um die Corona-Krise und vorallem rund um die Folgen zusammengefasst werden. „Wir haben die Gruppe absichtlich nicht ‚Helfer‘ genannt weil wir nicht Leute suchen die helfen wollen sondern Usern eine Orientierung geben wollen, wo sie welche Hilfe bekommen können“, so Schweiger. Wie bei der Einkaufen-Gruppe können sich Personen und Institutionen hier selbst eintragen, derzeit ist zum Beispiel ein Eintrag des Sozialministeriums zu sehen mit Tipps, wie man ältere Menschen und gefährdete Gruppen schützen kann oder der Arbeitsagentur mit Antworten auf die Frage, wie man Kurzarbeitergeld bekommt. Derzeit heißt die Gruppe zwar „Hilfen für Freilassing – Anlaufstellen und Beratung während der Corona-Krise“, da Schweiger aber davon ausgeht, dass das wahre Ausmaß der Folgen und Probleme erst nach dem Ende der medizinischen Krise mit voller Wucht auftreten werden wird es diese Gruppe sicherlich auch lange nach dem „Ende“ der Krise geben.

(Michael Hudelist)

Quelle: BGland24.de

Kommentare