Anklage wegen versuchten Mordes

Lkw-Raser von B12 wird nach Deutschland ausgeliefert

Freyung-Grafenau/Brünn - Wegen eines waghalsigen Überholmanövers auf der B12 wird einem tschechischen Lkw-Fahrer versuchter Mord vorgeworfen. Zunächst saß der Mann in Tschechien im Gefängnis, jetzt wird er nach Deutschland ausgeliefert.

Jetzt steht fest, dass der tschechische Lkw-Fahrer, der im Januar 2019 ein waghalsiges Überholmanöver auf der B12 bei Freyung hingelegt hatte, nach Deutschland ausgeliefert wird. Der Mann saß seit seiner Festnahme im März in seiner Heimat im Gefängnis. Er stimmte zunächst einer Auslieferung nach Deutschland nicht zu. Dieser Einspruch wurde nun von den tschechischen Behörden abgelehnt, wie Walter Feiler, Passauer Oberstaatsanwalt, gegenüber pnp.de erklärte.


Nach derzeitigen Erkenntnissen soll der Lkw-Fahrer am kommenden Donnerstag nach Passau gebracht, dort dem Ermittlungsrichter vorgeführt und in die JVA Passau gebracht werden, sollte der Haftbefehl bestehen bleiben. 

Derzeit lautet der Vorwurf versuchter Mord. Bis zur Anklageerhebung kann es laut pnp.de noch zwei bis drei Wochen nach der Auslieferung dauern.


Vorbericht

Im Januar 2019 zeigte ein Dashcam-Video ein riskantes Überholmanöver eines tschechischen Lkw-Fahrers auf der B12 bei Freyung. Der Mann überholte auf einer zweispurig ausgebauten Strecke einen anderen Lkw kurz vor einer Rechtskurve. Als er die Sperrlinie ignorierte , kam ihm ein Schulbus und vier dahinter fahrende Autos entgegen. Erst als er den Lkw überholt hat, scherte der Fahrer wieder ein und fuhr ohne Stehen zu bleiben weiter. 

Zwischen dem Lkw und dem Schulbus sollen laut Bild lediglich 28 Zentimeter Platz gewesen sein. Franz Heinzl (52) saß im entgegenkommenden Bus und sagte damals gegenüber Bild: "„Dieser irre Lkw-Fahrer wollte mich umbringen! Ich bin froh, dass ich noch lebe.“ Nur zehn Minuten zuvor habe er 42 Schüler in Freyung abgesetzt. „Dieser Verrückte gehört nie mehr in einen Lkw, der ist eine Schande für unseren Berufsstand.“

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