Der große Überblick für Verbraucher

Führerschein, Impfung, Kassenbon, Gehalt: Was seit 1. April alles anders ist

Zum 1. April 2021 gab es wieder Änderungen bei Gesetzen und Verordnungen (Symbolbild)
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Zum 1. April 2021 gab es wieder Änderungen bei Gesetzen und Verordnungen (Symbolbild).

München/Berlin - Corona-Impfung beim Hausarzt, Führerschein für Automatik-Autos, Kassenbons oder mehr Geld: Zum 1. April haben sich in Deutschland wieder einmal zahlreiche Gesetze und Verordnungen für Verbraucher geändert. rosenheim24.de liefert den Überblick:

Corona-Impfungen bei Hausärzten in Bayern

Nach Ostern werden Hausärzte in Bayern flächendeckend gegen das Coronavirus impfen können. Ab Mittwoch, 7. April, würden rund 8500 Haus- und Fachärzte mit dem Impfen beginnen, kündigte ein Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) an. Die ersten Impfungen durch Hausärzte wurden im Freistaat übrigens bereits am 31. März vorgenommen. Zu diesem Termin lief laut KVB der Impfstart in 1700 Praxen an.

Das ändert sich beim Führerschein

Bisher haben Fahrschüler, die ihre praktische Prüfung mit einem Auto mit Automatikgetriebe absolviert haben, anschließend auch nur einen Automatik-Führerschein erhalten. Das ist seit 1. April anders. Ein Auto mit Gangschaltung ist für diese Personengruppe dann nicht mehr tabu. Voraussetzung ist allerdings, dass die Fahrschüler mindestens zehn zusätzliche Fahrstunden mit einem Schaltwagen durchlaufen haben. Im Anschluss müssen sie außerdem eine Bescheinigung für die Fahrtauglichkeit mit Schaltgetriebe meistern. Dafür ist allerdings lediglich eine weitere Testfahrt für 15 Minuten nötig.

Kassenbon wird deutlich länger

Für viele Menschen ist der wöchentliche Einkauf im Supermarkt oder Discounter derzeit die einzige Möglichkeit, den eigenen vier Wänden zu entkommen. Auch hier gibt es eine Neuerung. Seit 1. April sind die Kassenbons deutlich länger. Grund sind Änderungen in den Angaben, was auf einem Kassenbon stehen muss mit dem Ziel: Steuerbetrug unmöglich machen. Der Kassenzettel soll zudem in eine Cloud übermittelt und digitalisiert werden. Für die Zuordnung und Buchhaltung werden Codes aufgedruckt. Auch Beginn und Ende des Kassiervorgangs werden notiert. So können Verbraucher sehen, wie schnell kassiert wurde.

Besserer Schutz für Kinder im Internet

Ab 1. April gilt ein reformiertes Jugendschutzgesetz, das Kinder und Jugendliche besser vor Mobbing und Belästigung im Internet bewahren soll. Plattformen, auf denen Spiele und Filme angeboten werden, müssen einfache Melde- und Beschwerdemöglichkeiten anbieten, falls sich junge Nutzer bedroht oder bedrängt fühlen. Künftig vorgeschrieben sind ferner einheitliche Alterskennzeichnungen für Online-Inhalte sowie Schutzmechanismen gegen Kostenfallen und Abzocke.

Mehr Geld für Beschäftigte im Öffentlichen Dienst

Die rund 2,3 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst können sich ab April auf mehr Geld auf dem Konto freuen. In der dritten Tarifverhandlungsrunde, die bereits 2020 stattfand, wurden Gehaltssteigerungen beschlossen. Demnach bekommen Beschäftigte die Tabellenentgelte um 1,4 Prozent und mindestens 50 Euro erhöht. Am 1. April 2022 findet eine weitere Erhöhung um 1,8 Prozent statt. Nach Angaben des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat bekommen auch Praktikanten und Auszubildende ab April 50 Euro mehr Gehalt im Monat. Diese Erhöhung wird außerdem auch auf Bundesbeamte übertragen.

Rechtsanspruch auf Beratung bei Adoption

Familien, die ein Kind adoptieren wollen, haben künftig einen Rechtsanspruch auf eine umfassende Beratung. Im Vorfeld von Stiefkindadoptionen ist sogar eine Pflichtberatung vorgeschrieben. Mehr Rechte gibt es für die biologischen Eltern, die ihr Kind zur Adoption freigeben: Sie erhalten einen Anspruch auf Informationen aus der Adoptionsfamilie - vorausgesetzt, dass alle Beteiligten damit einverstanden sind. Gleichzeitig sind Auslandsadoptionen auf eigene Faust in Zukunft grundsätzlich verboten.

mw/dpa

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