Ernüchternde Bilanz

Zahlen bestätigen: Lockdown sorgt für Negativ-Trend im bayerischen Tourismus

Gästeankünfte und -übernachtungen in Bayern von Dezember 2018 bis Dezember 2020.
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Gästeankünfte und -übernachtungen in Bayern von Dezember 2018 bis Dezember 2020.

Das Bayerische Landesamt für Statistik hat die aktuellen Zahlen für den Tourismus herausgebracht. Die Zahlen lassen schließen, dass gerade die großen Städte am meisten am Corona-Lockdown zu knabbern haben.

Die Pressemitteilung im Wortlaut:

Fürth - Die Bilanz zum Jahresende 2020 ist für die Beherbergungsbetriebe Bayerns ernüchternd: Wie das Bayerische Landesamt für Statistik mitteilt, sanken die Gästeankünfte aufgrund der Corona-Einschränkungen im Jahr 2020 um 50 Prozent auf knapp 20 Millionen. Zuletzt wurde diese Marke im Jahr 1989 unterschritten. Die Zahl der Übernachtungen brach gegenüber dem Jahr 2019 um 41 Prozent auf nunmehr 60 Millionen ein.

Nur noch 15 Prozent aller Gäste kamen aus dem Ausland. Besonders groß fielen die Einbußen in den bayerischen Großstädten aus. Die dem Bayerischen Landesamt für Statistik nun vorliegenden, endgültigen Ergebnisse zur Monatserhebung im Tourismus für Dezember und das Jahr 2020 spiegeln die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Tourismusjahr und die im Dezember 2020 geöffneten 7245 Beherbergungsbetriebe in Bayern deutlich wider.

Sprach man im Vorjahr noch von neuen Rekordwerten für Bayerns Tourismus, sind die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie, trotz zeitweiser Lockerungen insbesondere in den Monaten Mai bis Oktober, nun umso drastischer sichtbar. So gingen die Ankunftszahlen um 50,4 Prozent auf rund 19,8 Millionen und die Übernachtungszahlen um 40,6 Prozent auf rund 60,0 Millionen zurück. Dabei entfielen 85,4 Prozent der Gästeankünfte (2019: 74,8 Prozent) und 88,2 Prozent der Übernachtungen (2019: 79,3 Prozent) auf Gäste aus dem eigenen Land.

Bilanzen sind durchgehend negativ

Die größten Einbußen im Vergleich zum Vorjahr mussten im Jahr 2020 die Regierungsbezirke Oberbayern mit einem Minus von 55,4 Prozent bei den Gästeankünften und -44,7 Prozent bei den Übernachtungen sowie Mittelfranken mit 54,5 Prozent weniger Gästeankünften und 47,9 Prozent weniger Übernachtungen hinnehmen. Auch alle anderen Regierungsbezirke lagen sowohl bei den Gästeankünften, als auch bei den Übernachtungen durchgehend im negativen, zweistelligen Bereich. Die geringsten Verluste verzeichnete dabei noch Schwaben (Gästeankünfte: -42,7 Prozent; Übernachtungen: -31,2 Prozent).

Bayerns Tourismus im Dezember und im Jahr 2020

Konnten sich im Jahr 2019 noch acht Gemeinden über Übernachtungszahlen oberhalb der Millionengrenze freuen, hat sich deren Anzahl 2020 halbiert. Lediglich München (7,0 Millionen), Nürnberg (1,5 Millionen), Oberstdorf (1,5 Millionen) und Bad Füssing (1,1 Millionen) knackten noch die Millionengrenze. Dennoch waren auch hier die Einbußen beträchtlich. Am stärksten traf es die bayerischen Großstädte, allen voran München mit dem größten Minus bei Gästeankünften (-65,8 Prozent) und Übernachtungen (-61,5 Prozent).

Campingplätze weniger betroffen

Der Trend zum Aufenthalt auf Campingplätzen bleibt, der Krise zum Trotz, ungebrochen. Dies reichte im Jahr 2020 zwar nicht für eine positive Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr, aber immerhin für die vergleichsweise geringsten Rückgänge unter den Betriebsarten (Gästeankünfte: -22,7 Prozent; Übernachtungen: -12,6 Prozent). Schlechter traf es die Jugendherbergen und Hütten, welche die größten Einbrüche verzeichneten (Gästeankünfte: -65,1 Prozent; Übernachtungen: -61,7 Prozent). Klassische Hotels verbuchten ein um 55,1 Prozent niedrigeres Gästeaufkommen (Übernachtungen: -48,9 Prozent).

Die drei Tourismusregionen mit den geringsten Rückgängen bei den Gästeankünften waren das Chiemsee-Chiemgau (-27,3 Prozent; Übernachtungen: -14,4 Prozent), das Fränkische Seenland (-32,1 Prozent; Übernachtungen: -23,1 Prozent) und die Zugspitz-Region (-36,8 Prozent; Übernachtungen: -22,2 Prozent). Die Tourismusregionen Landeshauptstadt München und Münchener Umland verzeichneten dagegen die deutlichsten Einbrüche bei den Gästeankünften.

Pressemitteilung Bayerisches Landesamt für Statistik

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