Sexuelle Belästigung: Fußballtrainer verurteilt

Traunstein - Ein Fußballtrainer aus dem Berchtesgadener Land soll Buben am Telefon sexuell belästigt haben. Der Vorsitzende Richter hat nun das Urteil verkündet:

Update 15 Uhr

Der Vorsitzende Richter Dr. Klaus Weidmann verkündete nun am Nachmittag das Urteil: der Angeklagte sei schuldig des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen in acht Fällen. Das Gericht verurteilte ihn daher zu einer Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren, mit Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus.

Update 14.00 Uhr

Im Prozess gegen den 44-jährigen Mann aus dem Berchtesgadener Land wurden an diesem Mittwoch die Plädoyers gehalten. Aufgrund einer Neubewertung der anfangs noch 20 Fälle des sexuellen Missbrauchs von Kindern, derer der ehemalige Fußballtrainer ursprünglich angeklagt war, sind mittlerweile noch acht übriggeblieben. Oberstaatsanwalt Karl Schneider forderte daher in seinem Plädoyer eine Strafe von drei Jahren und drei Monaten, mit Unterbringung in einer Psychiatrie, für den Angeklagten.

Aber genau diese stationäre Unterbringung versucht der 44-Jährige mit allen Mitteln zu umgehen, da er der Auffassung ist, dass "eine Unterbringung der reine Wahnsinn ist, da drin". Er sei aber bereit, eine Therapie zu machen. Verteidiger Hans Hafner forderte für seinen Mandanten eine Strafe von zwei Jahren, "unter Umständen auf Bewährung, mit einer Therapieanweisung als Auflage". Sollte eine Unterbringung angeordnet werden, dann fordert er, diese zur Bewährung auszusetzen.

Vorbericht:

Im Prozess gegen einen ehemaligen Fußballtrainer (44) aus dem Berchtesgadener Land könnte es heute ein Urteil vor dem Landgericht Traunstein geben, berichtet der Radiosender Bayernwelle. Er soll Kinder per Telefon sexuell missbraucht und genötigt haben. Mehr als 30 Jungs zwischen 10 und 12 Jahren soll der Mann angerufen und teils zu sexuellen Handlungen gezwungen haben. Vor Gericht zeigte er sich geständig. Er würde sich gerne bei allen Betroffenen entschuldigen.

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Angeblich sei er Fußfetischist. Durch ein Forum sei er auf die Idee für die Anrufe gekommen. Mit den von ihm geforderten sexuellen Handlungen der Kinder habe er nur seine Leidenschaft für Kinderfüße vertuschen wollen. Ein psychiatrischer Gutachter bezeichnete den Angeklagten als kern-pädophil. Das würde heißen, ihm sei sein Fehlverhalten bewusst, er könne sich aber nicht stoppen. Ohne Behandlung wären Rückfälle wahrscheinlich, so der Gutachter. Gegen eine weitere Unterbringung in einer geschlossenen Anstalt wehrt sich der Mann vehement.

Gerade bei einem der Buben hinterließ der Anruf tiefe Spuren. Er könne seitdem nicht mehr alleine schlafen, leide unter Alpträumen und habe Angst, alleine daheim zu bleiben, beschrieb seine Nebenklagevertreterin die Ängste des Zwölfjährigen.

Für den Mann ist es nicht das erste Verfahren wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen. Bereits 2003 wurde er rechtskräftig verurteilt, weil er sich vor drei jungen Mädchen in einem Schwimmbad entblößt und onaniert hatte.

Quelle: Bayernwelle Südost

Quelle: BGland24.de

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