Gästeführer lernen niemals aus

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Sorgt auch bei Regen immer für gute Laune: Gästeführerin Rosi Fery. Foto schlecker

Rosenheim - Verschiedenste Nationen, Berufs- und Altersgruppen treffen sich auf der LGS. So unterschiedlich wie die Besucher ist ihr Interesse. Für die 50 Gästeführer bedeutet das: Jede Führung ist anders, Routine gibt es nicht.

"Wir lernen niemals aus. Es gibt immer wieder einmal eine Frage, die wir nicht gleich beantworten können. Aber bei der nächsten Führung dann ganz bestimmt", sagt Rosi Fery. Schon seit vielen Jahrzehnten zeigt sie Einheimischen und Touristen die schönsten Stellen Rosenheims - und zur Zeit gehört die Landesgartenschau natürlich dazu.

"Auf die Gästeführer treffen Rosenheims Besucher zuerst. Es liegt an ihrer Ausstrahlung, ob man unsere Stadt gut oder schlecht findet", beschrieb Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer einmal die Aufgabe der Gästeführer - und die sind sich dieser Verantwortung bewusst, wie Rosi Fery erzählt: "Je anspruchsvoller eine Führung ist, desto mehr Spaß macht sie mir", sagt die 58-jährige Rosenheimerin.

25 Führungen hat sie bisher auf der Landesgartenschau hinter sich - insgesamt waren es schon über 700. Der ganz große Ansturm steht aber erst noch bevor, wie die Zahl der Vorbuchungen zeigt. "Viele Besucher verbinden mit der Stadt Rosenheim die Rosenblüte, und die erreicht ihren Höhepunkt erst in einigen Wochen", so die Erfahrung von Jutta Kistner von der Touristinfo Rosenheim.

Von den Themengärten über den Skulpturenweg bis hin zum Blütenfluss - jedes Detail bringen die Gästeführer den Besuchern nahe. Ein besonders beliebter Platz zum Verweilen und Erzählen sei dabei die Mitte der Raiffeisenbrücke. "Von da aus hat man einen tollen Blick zum Innspitz und zu verschiedenen Skulpturen wie etwa dem regnenden Hut. Da kann man die Schönheit unserer Landesgartenschau auf einen Blick erfassen", meint Rosi Fery.

Besonders beliebte Punkte bei den Gästen seien auch der Laternenwald und das Bambushaus. Die Kinder ziehe es schnell zum "Mullewapp-Haus", über dessen Entstehung würden viele Fragen gestellt.

Wichtig sei es für Gästeführer, sich immer ganz auf die Bedürfnisse der Kunden einzustellen. "Kinder interessieren halt ganz andere Dinge als etwa Senioren, und Ingenieure stellen auch andere Fragen als etwa Mitglieder eines Gartenbauvereins", so Fery. Vorinformation und Einarbeitung seien für Gästeführer wichtig, um keine Langeweile aufkommen zu lassen. Wissen alleine genügt dabei schon lange nicht mehr. Gästeführer sehen sich immer mehr in der Rolle eines Unterhalters.

Die Führungen finden bei jedem Wetter statt. Bei Sonnenschein ist es da noch vergleichsweise einfach, für gute Laune zu sorgen. Bei starkem Regen und Kälte blicken die Gästeführer aber schon auch einmal in griesgrämige Gesichter. Fery: "Da muss man versuchen, die Leute aufzuheitern." Manchmal würde da auch Galgenhumor helfen: "Ich sage in so einem Fall gerne, bei schönem Wetter kann jeder, bei schlechtem Wetter nur wir."

Überwiegend Bayern besuchen die Rosenheimer Blumenschau. Aber auch Vertreter aus dem übrigen Teil von Deutschland, Touristen aus Österreich, Schweiz, Frankreich, Italien und sogar Japan sind dabei. Bis jetzt sei der Großteil der Besucher von der Schau (und damit auch von der Stadt) begeistert: "Viele haben sich Rosenheim nicht so schön vorgestellt", erzählt Fery. Besonders für jene, die vor Jahren schon einmal da waren, sei die Stadt kaum wiederzuerkennen: "Vor zehn Jahren gab es nur einige Punkte, die ich zeigen konnte. Jetzt sind die Schönheiten der Stadt in einer Führung gar nicht mehr zu bewältigen", schwärmt die 58-Jährige.

Hier geht's zum LGS-special

Oberbayerisches Volksblatt

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser