"Ganz Halsbach steht unter Strom"

Halsbach - Die Halsbacher sehen dem morgigen Samstag bang entgegen: Nazis wollen im ehemaligen Gruberwirt ein Konzert abhalten. Wir haben mit Bürgermeister Pfaffinger gesprochen.

"Die Ereignisse überschlagen sich momentan!" Gehetzt kommt Bürgermeister Georg Pfaffinger zum Interview-Termin mit innsalzach24. Die Anspannung ist ihm anzumerken. "Es vergeht keine Nacht, wo ich nicht bis um 12 Uhr in der Telefonkonferenz mit der Polizei hänge," berichtet er. "Wir stehen alle unter Strom."

Seit Dienstagabend wissen die Halsbacher Bürger: Rechtsextreme haben einen Verein mit dem Namen "Frei Räume" gegründet und den ehemaligen Landgasthof Gruber im Ort als Sitz angegeben. "Das bedeutet rechtlich, dass die künftig so genannte Vereinsabende abhalten dürfen, ohne sie anzumelden, und wir von der Verwaltungsgemeinschadt Kirchweidach können dagegen keine Auflagenbescheide erwirken", erklärt Pfaffinger. Nur diesmal weiß Halsbach über den Vereinsabend Bescheid. Denn die rechtsextreme Band "Die Lunikoff-Verschwörung" spielt. Deren Gründer Michael Regener ist einschlägig bekannt wegen Volksverhetzung - und saß deswegen auch schon im Gefängnis.

Impressionen aus Halsbach

Vor der Demo: Impressionen aus Halsbach

Am Samstagabend soll das Konzert im Rahmen des Vereinsabends also stattfinden - und die Bürger gehen auf die Barrikade. In einer stillen Demonstration wollen sie den Rechtsextremen zeigen, dass diese in Halsbach nicht erwünscht sind.

Lesen Sie auch:

Die Stimmung unter den Bürgern beschreibt der Bürgermeister als "sehr emotional". Mit großer Anspannung blickten sie dem Samstag entgegen. Für Stellungnahmen gegenüber der Presse war außer Pfaffinger niemand bereit. "Vermutlich aus Angst", meint der Bürgermeister.

"Wir wollen still demonstrieren am Samstag," erklärt Pfaffinger. "Friedliche Demonstranten sollten ab 17 Uhr hier nach Halsbach kommen. Parkplätze werden ausgeschildert sein, die nicht für die Nazis freigegeben sind. Die Straßen werden an den Ortseingängen bereits kontrolliert. Treffpunkt ist der Dorfplatz. Von dort aus wollen wir schauen, dass alle einen Platz bekommen." Über die genaue Aufstellung könne Pfaffinger derzeit noch keine Auskunft geben. "Das ist noch nicht raus, wir sind noch mitten in der Planung," sagt er. Vor der Kälte brauchen die Demonstranten und Einsatzkräfte keine Angst haben. "Im Mitterwirt sind alle herzlich eingeladen, sich zwischendurch aufzuwärmen und einen heißen Kaffee oder Tee zu trinken."

Pfaffinger hofft auf einen friedlichen Ausgang des Samstags und dass "bei den Rechten ankommt, was wir ihnen mitteilen wollen."

ds

Quelle: innsalzach24.de

Rubriklistenbild: © dpa/ds

Zurück zur Übersicht: Bayern

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Sie haben aber die Möglichkeit uns Ihre Meinung über das Kontaktformular zu senden.

Die Redaktion

Live: Top-Artikel unserer Leser