IS-Anhänger aus Waldkraiburg lagerte Sprengstoff in Tiefgarage

Garching nach dem Bombenfund: „Erschüttert“ und „Frage der Zeit“

Links: In dieser Tiefgarage befand sich das Lager des IS-Anhängers. rechts: Maik Krieger, Bürgermeister von Garching, möchte gerne den Bezug von Garching zum Täter erfahren.
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Links: In dieser Tiefgarage befand sich das Lager des IS-Anhängers. rechts: Maik Krieger, Bürgermeister von Garching, möchte gerne den Bezug von Garching zum Täter erfahren.

Garching an der Alz – Vergangenes Wochenende wurde Muharrem D. von der Polizei festgenommen. Er steht in Verbindung mit der Anschlagsserie in Waldkraiburg. Sein Bombenversteck befand sich allerdings in einer Tiefgarage in Garching.

In einer Tiefgarage in Garching an der Alz wurden 13 Rohrbomben und rund zehn Kilogramm Sprengstoff entdeckt. Von diesem Lager berichtete der der 25-jährige Muharrem D., der vergangenen Freitag, 8. Mai, von der Polizei am Mühldorfer Bahnhof festgenommen wurde. Dabei entdeckten die Beamten mögliche Explosivstoffe.

In der Vernehmung räumte Muharrem D. ein, für die Anschlagsserie in Waldkraiburg verantwortlich zu sein. Noch in der Nacht von Freitag auf Samstag durchsuchte die Polizei das Lager in Garching und die Wohnung des 25-Jährigen in Waldkraiburg. Dabei wurden vorsichtshalber die Bewohner in der unmittelbaren Nähe evakuiert.

„Gegen 2.45 Uhr gab es ein mehrfaches Klingeln an meiner Wohnungstür. Die Polizei forderte mich auf, meine Wohnung zu verlassen. Als Grund nannten die Beamten Gefährdung des Menschenlebens“, so ein Betroffener aus Garching. Im Anschluss wurden alle Evakuierten in eine nahe gelegene Turnhalle gebracht. Von einem Sprengstoff war dabei nicht die Rede.

Bilder von der Anschlagserie in Waldkraiburg 

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Krieger: "Plötzlich ist es so nah"

„Es ist erschütternd, dass Garching plötzlich so nah an den Anschlägen dran ist“, erklärt Garchings Bürgermeister Maik Krieger gegenüber innsalzach24.de. Er selbst habe es am Samstagmorgen aus den Medien erfahren. Es sei für einen Ort wie Garching natürlich „Wahnsinn“, wenn so etwas aufschlägt - besonders in Verbindung mit Rohrbomben in einer Wohngegend. „Plötzlich ist es so nah“, so Krieger weiter.

Der Bürgermeister ist erst seit einer Woche im Amt. So gab es noch Abstimmungsprobleme und er wurde während der Evakuierung noch nicht kontaktiert: „Ich wäre gerne zu den betroffenen Personen gegangen, die in die Turnhalle gebracht wurden. Und natürlich hätte ich mir gerne einen Überblick verschaffen wollen und mit dem ein oder anderen Offiziellen gesprochen.“ Das muss und wird in Zukunft anders sein, verspricht Krieger.

Bezug zu Garching derzeit völlig offen

„Was mich interessiert, ist der Bezug zu Garching, den er gehabt hat. Das ist eine offene Frage, die es zu klären gilt. Wenn er in Altötting geboren ist, in Waldkraiburg wohnt, w arum steht das Auto mit dem Sprengstoff in einer Tiefgarage in Garching?", so Krieger. Ebenso wie er in die Tiefgarage gekommen ist.

„Der Hass auf Türken war ja offenbar sein Motiv. Wir haben in Garching auch ein paar türkische Mitbürger. Dann hätte es in Garching ebenso passieren können“, schildert der neue Bürgermeister seine Gedanken. Man hoffe allerdings, dass so etwas natürlich nicht mehr vorkommt.

Nachbar: "War klar, dass so etwas kommt"

Ein Nachbar, der von der Evakuierung selbst nichts mitbekommen hat, zeigt sich dennoch erschüttert über die Tatsache: „Was geht in solchen Leuten nur vor?“ Eigentlich habe man sich in unserer Region sicher gefühlt. Doch letztendlich sei es nur eine „Frage der Zeit“ gewesen. „Irgendwann war es klar, dass so etwas auch bei uns vorkommt – egal ob links-, rechtsradikal oder wie hier der Islamische Staat“.

Zum Glück sei in Garching nichts passiert. So viel Sprengstoff in der Nähe lasse einen schon ins Grübeln kommen. Doch auch die Inhaber der Läden, die zum Opfer der Attacken wurden, beschäftigen den Mann: „Die Inhaber tun mir sehr leid. Das wird noch einige Zeit dauern bis sie ihre Läden wieder aufgebaut haben“. Besonders in der derzeitigen Situation mit der Corona-Pandemie sei dies sicherlich keine leichte Aufgabe.

jz

Quelle: innsalzach24.de

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