Sein Bezug zu Garching an der Alz

„Bombenleger aus Waldkraiburg“ - Details zu seinem Leben

Welchen Bezug hatte Muharrem D. (rechts) zu Garching an der Alz? Wieso lagerte er in einer Tiefgarage in der Gemeinde Sprengstoff?
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Welchen Bezug hatte Muharrem D. (rechts) zu Garching an der Alz? Wieso lagerte er in einer Tiefgarage in der Gemeinde Sprengstoff?

Garching an der Alz – In einer Tiefgarage lagerte Muharrem D., der hinter der Anschlagsserie auf vier türkische Läden in Waldkraiburg steckt, 13 Rohrbomben und rund zehn Kilogramm Sprengstoff. Doch welchen Bezug hatte der Täter zu der Gemeinde?

„Was mich interessiert, ist der Bezug zu Garching, den Muharrem D. gehabt hat. Das ist eine offene Frage, die es zu klären gilt. Wenn er in Altötting geboren ist, in Waldkraiburg wohnt, warum steht das Auto mit dem Sprengstoff in einer Tiefgarage in Garching?", so Maik Krieger, Garchings neuer Bürgermeister, am vergangenen Montag gegenüber innsalzach24.de.

Nach Informationen von innsalzach24.de ist der 25-Jährige in Garching an der Alz aufgewachsen. Er besuchte die Mittelschule, spielte dort Fußball beim TuS Garching. Auf dem Volksfest in Garching lernte der „Bombenleger von Waldkraiburg“, wie er sich selbst bezeichnet, im Jahr 2010 auch seine damalige Freundin kennen. „Er war immer sehr liebevoll, deswegen hat mich das so schockiert", berichtete seine Ex-Freundin.

Unauffällige Jugend

Muharrem D. machte offenbar eine Ausbildung als Einzelhandelskaufmann in einem Supermarkt in Trostberg. Eigentlich führte er ein ganz normales Leben. Viele, die ihn kannten, sind schockiert über die Taten von Muharrem D.. „Ich hätte es ihm nicht zugetraut“, so einer unserer Leser. Er sei immer sehr freundlich und hilfsbereit gewesen. Wie lange er in Garching gemeldet war, darüber wollte die Polizei aus „ermittlungstaktischen Gründen“ keine Auskunft geben. Warum in der Tiefgarage sein Lager und von wem der Stellplatz angemietet war, auch darüber schweigt die Polizei derzeit noch. 

Der 25-Jährige wohnte damals in der Nähe der Shisha-Bar in Garching in einem Wohnblock mit seinen Eltern, die in der Türkei geboren sind. Auch seine Großeltern lebten in dieser Wohneinheit. „Die Eltern sind ganze nette und liebe Menschen“, teilt uns ein Leser mit. Die Eltern wären schon gläubig, aber nicht so extrem wie manch anderer gewesen. 

Polizei: "Wesen zu islamisch-religiösen Radikalisierung verändert"

„Polizeilich ist er in wenigen Fällen als Konsument von Marihuana in Erscheinung getreten. Wir haben bisher keine Gewalttaten registriert“, teilte Hans-Peter Butz, Leiter der 50-köpfigen SOKO "Prager" mit, die sich mit der Anschlagsserie in Waldkraiburg befassst haben. Nach der Schule und seiner Lehre habe er sich laut verschiedener Zeugenaussagen in seinem Wesen verändert mit hin zu einer islamisch-religiösen Radikalisierung.

Es kam daher auch zum Streit mit seiner Familie, die ihn davon abbringen wollten. „Er selbst bezeichnete sich als Kämpfer und Anhänger des IS und würde sein Leben dafür opfern“, schildert Butz über die Erkenntnisse der Vernehmung. Mit seinen Taten wollte er laut eigenen Angaben seinen persönlichen Hass gegen Türken befriedigen. „Woher die chemischen Substanzen, die als Sprengstoff dienen, stammen, ist wesentlicher Teil der weiteren Ermittlungen. Ebenso ob es Mittäter oder Mitwisser gibt“, so Butz.

Bilder von der Anschlagserie in Waldkraiburg 

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Stammt der Sprengstoff vom Arbeitsplatz?

Seit Mitte Januar 2020 war der Täter, der vor wenigen Monaten nach Waldkraiburg gezogen ist, zur Mitarbeit bei der Nitrochemie Aschau GmbH von einer Zeitarbeitsfirma entliehen und wurde dort im Produktionsbereich eingesetzt. Das bestätigte die Rheinmetall AG, der Mutterkonzern der Nitrochemie, gegenüber innsalzach24.de.

Stammte das chemische Material womöglich von seiner Arbeitsstätte? "Der Nitrochemie Aschau GmbH liegen derzeit keine Anhaltspunkte dafür vor, dass es eine Verbindung von Produkten oder Materialien des Unternehmens zu den Stoffen gibt, die die Polizei bei dem Verdächtigen gefunden hat", so das Unternehmen.

Es bleiben viele offene Fragen. Die Ermittlungen der Polizei dauern noch an. Muharrem D. sitzt aktuell weiterhin in U-Haft - wegen versuchten Mordes in 27 Fällen.

jz

Quelle: innsalzach24.de

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