Extrem schwieriger Einsatz bei Garmisch-Partenkirchen

Bergsteiger stürzt an Zugspitze in den Tod - Schwager muss alles mitansehen

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Garmisch-Partenkirchen - An Deutschlands höchstem Berg, der Zugspitze, ist am Dienstag ein Bergsteiger auf tragische Weise in den Tod gestürzt. Der Rettungseinsatz und die Bergung gestaltete sich für die Retter außerordentlich schwierig.

Die Bergwacht Garmisch-Partenkirchen war am Dienstag gegen 10 Uhr alarmiert worden. Im Gipfelbereich der Zugspitze Richtung Zugspitzblatt sei ein Bergsteiger abgestürzt. Zwei Flugretter wurden daraufhin umgehend zur Einsatzstelle, etwa 200 Meter unterhalb der Gletscherbahn in sehr schwierigem Gelände gelegen, geflogen. Der Notarzt konnte vor Ort jedoch nur noch den Tod des 50-jährigen Bergsteigers aus den Niederlanden feststellen, wie die Bergwacht Garmisch-Partenkirchen nun auf Facebook mitteilte. Er war 150 Meter über ein Altschneefeld abgestürzt.

Anschließend wurde der Begleiter des Verunglückten, dessen Schwager, zusammen mit dem Notarzt zurück nach Garmisch-Partenkirchen geflogen, wo er vom Kriseninterventionsteam weiter betreut wurde. Zeitgleich wurde zur weiteren Abwicklung des Einsatzes die Alpine Einsatzgruppe der Polizei und ein Polizeihubschrauber nachalarmiert. Die Bergretter sicherten unterdessen den Leichnam und bereiteten diesen für den Abtransport vor, als sich das Wetter plötzlich rapide verschlechterte und weitere Flugbewegungen durch starken Nebel unmöglich wurden.

Retter müssen Leichnam zurücklassen

Die Bergwachtler waren daher gezwungen, den Leichnam gesichert zurückzulassen und selbständig wieder zum Gipfel auszusteigen. Hierzu mussten an mehreren Stellen Bohrhaken zur Selbstsicherung angebracht werden. Anschließend ging es per Seilbahn zurück ins Tal. Nach Rücksprache mit der Polizei wurde der Einsatz am Mittwochmorgen fortgesetzt. Da die Wetterverhältnisse auch jetzt keinen Flugbetrieb zuließen, entschloss man sich, die Bergung bodengebunden abzuwickeln

Hierzu machten sich zwei Polizeibergführer und sieben Bergretter erneut auf den Weg zur Zugspitze. Nachdem ein entsprechender Standplatz eingerichtet war, wurden zwei Bergretter zum Verunglückten und im weiteren Verlauf zum Wandfuß abgelassen. Hierzu mussten sie eine Strecke von knapp 500 Höhenmetern per Seil abwärts überwinden. Am Wandfuß warteten zwei weitere Einsatzkräfte, um den weiteren Abtransport per Pistenraupe und anschließend per Zug ins Tal zu unterstützen. Erst gegen 17 Uhr war der außerordentlich schwierige Einsatz beendet.

Es sei ein "Einsatz in der oberen Liga" gewesen, sagte ein Bergwachtsprecher anschließend unserem Partnerportal merkur.de. Der Sprecher betonte jedoch auch, dass die beiden Männer gut ausgerüstet gewesen seien. "Es war einfach ein tragischer Bergunfall, eine Verkettung unglücklicher Umstände", so der Sprecher weiter, der damit auch Spekulationen in sozialen Netzwerken entgegentrat. Dort waren vorschnell Kommentare wie "selbst schuld" gepostet worden.

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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