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Eines der schwersten Zugunglücke der letzten Jahre

„Übermenschliches geleistet“: Rotes Kreuz veröffentlicht nach Zugunglück beeindruckendes Video

Die Bergungsarbeiten nach dem Zugunglück bei Garmisch-Partenkirchen haben alle Rettungskräfte vor eine Belastungsprobe gestellt. Links ein Bild aus der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt. Dort fand ein ökumenischer Gedenkgottesdienst statt.
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Die Bergungsarbeiten nach dem Zugunglück bei Garmisch-Partenkirchen haben alle Rettungskräfte vor eine Belastungsprobe gestellt. Links ein Bild aus der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt. Dort fand ein ökumenischer Gedenkgottesdienst statt.

Ein Zug entgleist, fünf Menschen sterben: Auch fünf Tage nach dem schweren Zugunglück bei Garmisch-Partenkirchen sitzt der Schmerz tief. Nun hat das Bayerische Rote Kreuz ein Video von dem dramatischen Rettungseinsatz veröffentlicht und möchte damit vor allem Danke sagen.

Garmisch-Partenkirchen - Die Regionalbahn RB59458 war am Freitag kurz nach 12 Uhr am Bahnhof in Garmisch-Partenkirchen in Richtung München gestartet:

Es ist der letzte Tag vor den Ferien. Deshalb sind in der Mittagszeit auch viele Schüler in dem Zug mit Doppelstockwagen. Am nächsten Bahnhof Farchant kommt die Bahn nicht an: Gegen 12.15 Uhr entgleist der Zug auf Höhe des Ortsteils Burgrain. Drei Waggons rutschen von den Gleisen, die an der Stelle direkt neben der Bundesstraße 2 verlaufen. Sie kippen um, einer bleibt auf dem Dach liegen. Augenzeugen sprechen Medien zufolge von Rauch - vermutlich ist es aber eher Staub, der aufstieg. Bis zu 500 Einsatzkräfte retten und bergen in weniger als einer Stunde alle Fahrgäste aus dem teils komplett zerstörten Zug und bringen sie in Krankenhäuser.

Vier Frauen und ein Jugendlicher sind bei dem Unglück ums Leben gekommen. Zuletzt war am Samstag das fünfte Opfer unter einem umgestürzten Waggon geborgen worden, ein 13-Jähriger aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Insgesamt wurden mehr als 40 Menschen verletzt, mehrere davon schwer.

Den Rettern offenbarte sich ein Bild des Schreckens. Schreiende Kinder, dutzende Verletzte. Innerhalb von nur 45 Minuten gelang es den knapp 500 Einsatzkräften aus dem gesamten südbayerischen Raum die Verletzten in geeignete Kliniken zu bringen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sprach von „übermenschlichen“ Leistungen der Helfer. In diesem Zusammenhang möchte sich das Bayerische Rote Kreuz mit einem beeindruckenden Video bei allen Einsatzkräften und Behörden für die „lehrbuchmäßige“ Zusammenarbeit bedanken.

Unter den getöteten Frauen sind auch zwei 30 und 39 Jahre alte Mütter aus der Ukraine. Sie waren dem Vernehmen nach mit ihren Kindern nach Bayern geflüchtet. Zudem starben eine 51-Jährige aus Wiesbaden sowie eine 70-jährige Frau aus dem Landkreis München. Eine 34-jährige Frau befindet sich laut Polizei nach wie vor in einem kritischen Zustand.

Die Polizei hat unterdessen eine Soko „Zug“ eingesetzt, zeitweise war diese mit rund 70 Ermittlern besetzt. Auch am Dienstag waren mehr als 40 Ermittler mit der Aufklärung befasst. Ein Experte der Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung und ein externer Gutachter seien ebenfalls beteiligt. Zum einen werden nun Zeugen befragt, darunter Bahnmitarbeiter und Fahrgäste. Mit vielen sei bereits gesprochen worden, sagte der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, Stefan Sonntag. „Natürlich ist jeder, der im Zug saß, ein potenzieller Zeuge.“ Zum anderen werden nun die Trümmer untersucht. Das kann Wochen oder Monate dauern.

mz