Gleis bei Garmisch doppelt belegt - Polizei ermittelt

Zug fährt frontal auf Regionalbahn zu: 25 Meter verhindern Katastrophe

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Garmisch-Partenkirchen - In Griesen wäre es am Mittwoch, 22. Januar, beinahe zur Katastrophe gekommen. Zwei Züge standen sich plötzlich auf einer eingleisigen Strecke gegenüber. Ein Lokführer reagierte sofort. 

Update, 27. Januar - Erste Erkenntnisse zum Bahn-Vorfall in Griesen:

In der vergangenen Woche wäre es bei Griesen beinahe zu einem Unfall zwischen zwei Regionalbahnen gekommen. Die Bundespolizei in Rosenheim hat in der Folge wegen eines gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr die Ermittlungen aufgenommen und die Staatsanwaltschaft München II informiert.

Eine Rekonstruktion des Geschehens ergab nun, dass die in Richtung Österreich fahrende Regionalbahn auf eingleisiger Strecke offenbar fast auf den bei Griesen stehenden Gegenzug aufgefahren wäre. Dieser befand sich laut Polizeibericht noch vor dem Bahnhof Griesen auf Höhe des Einfahrsignals, das den Triebfahrzeugführer mit rotem Signallicht anwies, zu warten.

Gleichzeitig sei der aus Garmisch-Partenkirchen kommende Zug mit Fahrziel Ehrwald (Tirol) aus dem Bahnhof Griesen hinausgefahren. Bei einer Geschwindigkeit von rund 60 Kilometern pro Stunde habe der Lokführer die Scheinwerfer des anderen Schienenfahrzeugs, das sich auf demselben Gleis befand, erkannt und bremste seinen Zug sogleich ab. 

Nur etwa 25 Meter trennte am Schluss die beiden Regionalzüge voneinander. Die Bundespolizei gibt an, dasss im Bahnhof Griesen zwei Gleise zur Verfügung gestanden wären, sodass die Züge dort aneinander vorbeifahren hätten können. 

Die Ermittler der Bundespolizei gehen nach einer ersten Auswertung der in Frage kommenden Ursachen für diesen Zwischenfall davon aus, dass die auf eine Verspätung des aus Garmisch-Partenkirchen kommenden Zuges zurückzuführende Fahrplanabweichung die Organisation des Fahrbetriebes durcheinandergebracht hatte. Inwieweit dies zu einer Fehleinschätzung von Bahnmitarbeitern, die für den Betriebsablauf verantwortlich waren, geführt haben könnte, bleibt Gegenstand der laufenden Ermittlungen.

Nach wie vor wird auch die Möglichkeit technischer Probleme in die bahnpolizeilichen Recherchen einbezogen. Die der Bundespolizeiinspektion Rosenheim vorliegenden Ermittlungsergebnisse werden der zuständigen Staatsanwaltschaft München II zugeleitet. Von dort aus wird das weitere Verfahren geführt.

mz/Bundespolizei Rosenheim

Erstmeldung:

Das wäre beinahe schief gegangen. Zu einer brandgefährlichen Situation kam es am Mittwoch, den 22. Januar, bei Griesen im Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Auf einer eingleisigen Bahnstrecke zwischen Garmisch-Partenkirchen und Reutte in Tirol standen sich plötzlich zwei Regionalzüge gegenüber, berichtet die Bundespolizeiinspektion Rosenheim am Donnerstag. 

Eine Szene, die an das Unglück von Bad Aibling im Feburar 2016 erinnert. Damals kam es dort jedoch zum Zusammenstoß. Zwölf Menschen verloren bei der Tragödie ihr Leben, 89 weitere wurden verletzt.

Ein Zug, der gegen 17 Uhr in Richtung Reutte unterwegs war, fuhr gerade auf den Bahnhof Griesen zu, als gleichzeitig der Gegenzug in Richtung Garmisch noch am Bahnhof stand - auf dem selben Gleis. Der Lokführer des heranfahrenden Zuges, der mit etwa 60 Stundenkilometern unterwegs war, bemerkte gerade noch, dass sich bereits ein Zug auf der Strecke befand und leitete sofort eine Bremsung ein. Knapp 25 Meter vom wartenden Zug kam die bremsende Regionalbahn zum Stehen. 

Die alarmierte Feuerwehr evakuierte beide Züge anschließend. Die Bahn richtete einen Schienenersatzverkehr mit Bussen ein. 

Ob der Vorfall auf einen technischen Defekt oder auf menschliche Unachtsamkeit zurückzuführen ist, konnte die Bundespolizei nicht endgültig sagen. Es werden nun beide Möglichkeiten im Rahmen von Ermittlungen untersucht. 

jv/Pressemeldung Bundespolizei Rosenheim

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