Ein Busfahrer steht am Pranger!

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Was war da los auf einer Schulbusfahrt in Gars? Sogar die Polizei ermittelte.
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Gars - Hat ein Busfahrer Schulkindern Pornos gezeigt? Mit dieser Frage beschäftigte sich sogar die Kripo. Obwohl das Verfahren eingestellt wurde, fordern Mütter weiter Konsequenzen.

„Ich lasse mein Kind nur noch ungern in den Bus steigen“, heißt es von einer 37-jährigen Mutter aus dem Gemeindebereich Gars. Ihr Sohn fährt täglich mit dem Bus zur Schule und mittags wieder heim. Normaler Alltag. Ende 2014 erfährt die 37-Jährige über eine befreundete Mutter eines anderen Grundschulkindes, dass sie wiederum gehört habe, dass ein Busfahrer, der regelmäßig die Grundschulkinder fahre, einigen Kindern pornographisches Material auf seinem Handy gezeigt haben soll.

Die Aussagen von Kindern häufen sich. Die Nachricht, die Vermutung, das Gerücht geht um wie ein Lauffeuer. Der Rektor wird von einigen Eltern informiert, spricht mit dem Busunternehmen. Der Busfahrer beteuert seine Unschuld. Der Schulverbandsvorsitzende erfährt vom Vorwurf, es werden Gespräche mit Schulleitung, Schulverbandsvorsitzenden, Polizei und Eltern geführt.

Vorübergehend wird der Busfahrer vom Busunternehmen in Linienfahrten eingeteilt, in denen ältere Schüler fahren. Auffällig scheint er nie zu werden. Dennoch kommt es zur Anzeige. Eine Mutter, deren Kinder ebenso wie viele andere diese „Geschichte“ lediglich über Umwege mit nach Hause gebracht hatten, geht zur Polizei, bittet um Klärung des Vorwurfs. Und tatsächlich: Die Kriminalpolizei nimmt Ermittlungen in diesem Fall auf.

„Ohne einen begründeten Anfangsverdacht wären die Ermittlungen nicht aufgenommen worden“, bestätigt Frank Konrad, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, auf Nachfrage von wasserburg24.de. Aber: Der Verdacht habe sich nicht erhärtet, stellt Konrad klar: „Es ist nichts Auffälliges gefunden worden. Ein sexueller Hintergrund kann ausgeschlossen werden!“ Das Verfahren gegen den Busfahrer wurde von der Staatsanwaltschaft eingestellt.

Mütter fordern weiter Konsequenzen

Wer die erste Aussage getroffen hat, welches Kind tatsächlich solch einen Vorfall erlebt haben soll, ist nach wie vor unklar. Der Vorwurf ging von Familie zu Familie, wurde zum Gespräch auf dem Pausenhof und ging in alle Richtungen. Von Gars-Bahnhof über Mittergars, von Grünthal bis hin nach Unterreit. Plötzlich wussten viele Kinder und Eltern, was der Busfahrer möglicherweise gezeigt haben soll.

„Der Elternbeirat muss sich dem Thema nochmal annehmen, das darf doch nicht sein, dass so ein Verdacht einfach im Sand verläuft“, wettern aufgebrachte Mütter. Der Schulverbandsvorsitzende und die Schulleitung aus Gars versuchen, die hitzige Stimmung, die Sorge der Eltern zu mildern. „Warum lassen die Mütter den Busfahrer jetzt immer noch nicht in Ruhe“, kommt es sowohl dem Schulleiter als auch dem Chef des Busunternehmens über die Lippen. „Es spricht nichts dagegen, wenn sich besorgte Eltern an die Schulleitung und die Polizei wenden, doch wenn ein Verfahren eingestellt wird und scheinbar keine Gefahr für das Wohl der Kinder besteht, sollten sich die Gemüter wieder beruhigen“, so der Direktor der Schule. Der Busfahrer bittet vehement um das Ende der Vermutungen, der Äußerungen und der falschen Verdächtigungen.

Polizei: „Verdacht hat sich nicht erhärtet!“

„Wir sind sehr dankbar für solche Mitteilungen und wir nehmen solche Hinweise immer sehr ernst“, so Polizeioberkommissar Frank Konrad gegenüber wasserburg24.de. Auch weil dieses Thema sehr sensibel sei, wurde in diesem Fall bis ins kleinste Detail genau ermittelt. Der zunächst begründete Anfangsverdacht habe sich aber nicht erhärtet. Konrad warnt deshalb davor, jemanden an den Pranger zu stellen, der offenbar unschuldig ins Visier der Polizei geraten ist.

Die Verunsicherung und die Sorge der Mütter seien auch nach der Einstellung des Verfahrens nicht zu schmälern, so Konrad. Fakt bleibe aber, dass die Aussagen vieler Eltern den Busfahrer weiter denunzieren und trotz Abschluss der Ermittlungen und Einstellung des Verfahrens die Gerüchteküche weiter brodelt. „Wenn sich ein Verdacht nicht bestätigt, raten wir den Beteiligten dringend, sich zu beruhigen“, so Konrad abschließend.

Aktuell ist in den Gemeindebereichen von Gars und Unterreit davon nicht viel zu merken.

Quelle: innsalzach24.de

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