Gebirgsjäger endgültig rehabilitiert

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Mehr als durch das Zielfernrohr schauen, ist Kindern beim Umgang mit Waffen nicht erlaubt.

Bad Reichenhall/Berlin - Kinder bei Zielübungen und an der Waffe - Bilder, die nach dem Tag der offenen Tür in der Bad Reichenhaller Kaserne für öffentliche Kritik sorgten. Jetzt spricht die Bundesregierung:

Die Bundesregierung weißt den Vorwurf der Fraktion Die Linke ”mit Nachdruck“ zurück, während des Tages der offenen Tür in der Bundeswehrkaserne Bad Reichenhall am 28. Mai dieses Jahres sei Kindern die Möglichkeit geboten worden, mit Schusswaffen Zielübungen auf ein Miniaturdorf abzuhalten. In der entsprechenden Antwort der Regierung (17/6410) auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion (17/6229) heißt es weiter, es sei lediglich darum gegangen, mit einem Fernrohr Entfernungen zu Miniaturfahrzeugen in dem Miniaturdorf zu schätzen. Kampfhandlungen seien in dem Miniaturdorf nicht dargestellt oder simuliert worden.

Die Regierung hält die Benennung des Miniaturdorfes mit der Ortbezeichnung ”Klein-Mitrovica/Kreis Zwickau“ allerdings für ”unangemessen“. Die zu Ausbildungszwecken eingesetzten Miniaturdörfer würden in der Bundeswehr grundsätzlich ohne Ortsnamen als ”A-Dorf“ oder ähnlich bezeichnet. Das Miniaturdorf sei vor Jahren von Soldaten des Gebirgsfernmeldebataillons 210 gebaut und als ”Klein-Mitrovica/Kreis Zwickau“ benannt worden, weil das Bataillon damals im Rahmen des KFOR-Einsatzes auch in der Stadt Kosovska Mitrovica eingesetzt worden war und die Erbauer des Modells mehrheitlich im Kreis Zwickau beheimatet gewesen seien. Die Regierung weist ausdrücklich darauf hin, dass diese Stadt nicht zu verwechseln sei mit der 100 Kilometer westlich von Belgrad gelegenen Stadt Sremska Mitrovica. Die Linksfraktion hatte in ihrer Kleinen Anfrage angegeben, Mitrovica sei während des Zweiten Weltkriegs auch von Gebirgstruppen aus Bad Reichenhall besetzt gewesen und dort sei ein Konzentrationslager für Partisanenverdächtige betrieben worden.

Nach Angaben der Regierung wurden während des Tags der offenen Tür im Rahmen einer Waffenschau Handwaffen, Panzerabwehrwaffen, Nachsichtgeräte und mehrere Kraftfahrzeuge präsentiert. Eine Schieß- oder Waffenausbildung habe aber auch an dieser Station nicht stattgefunden. Die aufsichtführenden drei Soldaten unter Aufsicht eines Oberfeldwebels seien angewiesen worden, Minderjährigen den Zugriff auf Waffen zu verwehren. Die Regierung räumt jedoch ein, dass die Soldaten durch das große Besucheraufkommen überrascht worden seien und dies nicht immer hätten rechtzeitig unterbinden können.

Pressemitteilung Deutscher Bundestag

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