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Sicherheitsbehörden besorgt

Gefälschte Impfausweise in der Region? Polizeipräsidium Oberbayern Süd gibt Auskunft

Für zahlreiche Bürgerinnen und Bürger stellen sich wichtige Fragen: Welche Dokumente sind wichtig? Und ab wann gelte ich als vollständig geimpft und genesen?
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Immer mehr gefälschte Impfpässe werden im Internet angeboten. (Symbolbild)

Mit dem Start der Corona-Impfkampagne ist der gelbe Impfausweis plötzlich gefragt, der Schwarzmarkt mit Fälschungen floriert. Wie ist die Lage in der Region?

„Bislang haben wir für den Bereich des Polizeipräsidium Oberbayern Süd keine Erkenntnisse über gefälschte Impfausweise“, sagt ein Sprecher des Präsidiums gegenüber rosenheim24.de. Sicherheitsbehörden sorgen sich angesichts der Lockerungen für Geimpfte und Genesene in der Corona-Pandemie um gefälschte Impfpässe. „Das Problem besteht schon heute und wird noch eine ganze Weile aktuell bleiben, da mit einer vollständigen Impfung entweder eine Befreiung von Grundrechtseinschränkungen oder perspektivisch zunehmend auch Ein- oder Ausreisevorteile verbunden sein werden“, sagte der Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK), Sebastian Fiedler, dem „Handelsblatt“ (Donnerstag). 

Im Internet werden gefälschte Impfpässe mit einer bestätigten Covid-Impfung für rund 100 Euro pro Stück angeboten. Wer gleich mehr bestellt, bekommt Mengenrabatt. Die Fälschungen sind für den Laien kaum von Originalen zu unterscheiden. Stempel und Unterschriften von Ärzten aus Impfzentren oder Hausarztpraxen täuschen eine Echtheit dieser Dokumente vor. Abnehmer gefälschter Pässe könnten inländische Impfverweigerer sein, ebenso Ein- oder Ausreisewillige, die sich Quarantänepflichten entziehen möchten.

Sicherheitsbehörden besorgt wegen gefälschter Impfpässe

Die Betrüger haben mitunter leichtes Spiel: Im Handel sind die gelben Pässe frei erhältlich, das Fälschen von Stempel und Aufkleber für den Impfstoff ist deutlich einfacher als bei Ausweisdokumenten oder Geldscheinen. Auch Menschen, die Fotos ihrer Impfpässe in den Sozialen Netzwerken posten, helfen ungewollt beim Schwindel mit.

Auch der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, hält Impfpässe für alles andere als fälschungssicher. „Für die Polizei ist eine Fälschung auf dem Papier aber äußerst schwer zu erkennen, wenn sie nicht allzu plump ist“, sagte Wendt der Neuen Osnabrücker Zeitung am Donnerstag. Polizisten, Grenzbeamte und kommunale Ordnungskräfte müssten deshalb Zugriff auf die digitalen Informationen des Robert Koch-Instituts bekommen. Bislang werden diese nur anonymisiert von den Impfstellen gemeldet. „Die Daten müssten dem RKI komplett, also mit Namen, Personaldaten und Impfdatum übermittelt und dort auch abrufbar gespeichert werden“, so Wendt.

Hohe Strafen nicht nur für die Fälscher

Auch die Bundeskanzlerin ist alarmiert. Sie ließ ihren Sprecher Steffen Seibert davor warnen, gefälschte Impfpässe zu nutzen. „Wer so etwas tut, gefährdet die Gesundheit anderer Menschen.“ Das sei außerdem „ganz klar eine nach dem Strafgesetzbuch strafbewehrte Urkundenfäl­schung. Und strafbare Handlungen werden verfolgt“, erklärte Seibert vergangene Woche. Laut Paragraph 267 des Strafgesetzbuch kann mit bis zu fünf Jahren Gefängnis bestraft werden, wer einen Impfpass fälscht – aber auch, wer lediglich eine Fälschung benutzt. 

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