"Gefühl wie auf einem Kreuzfahrtschiff"

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Die neuen "Inn-Steine" am Inn-Museum.

Rosenheim - Völlig neu gestaltet wurde das Freigelände des Rosenheimer Inn-Museums anlässlich der Landesgartenschau. Jetzt wurde es feierlich eröffnet.

Die Hinwendung zum Fluss spielt auch dabei eine wichtige Rolle, wie Paul Geisenhofer, Leitender Baudirektor des Wasserwirtschaftsamtes Rosenheim, bei der Einweihung erzählte. "Noch vor einem Jahr war an diesem Platz ein dichter Pflanzendschungel", erinnerte sich Geisenhofer bei der Einweihungsfeier. Den Inn in nächster Nähe hätten Spaziergänger nur erahnen können.

Diese Situation hat sich nun völlig verändert. Das Flussufer wurde aufgeweitet und eine Plättenanlegestelle gebaut. "Wenn man hier steht, fühlt man sich wie auf einer Kreuzschifffahrt", schwärmte Ministerialdirigent Martin Grambow vom bayerischen Umweltministerium über das neue Erscheinungsbild des Innufers.

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Doch nicht nur der Blick auf das Gewässer hat sich verbessert. Es gibt auch vieles zu bestaunen. "Wir wollten die Geschichte der Innschifffahrt im wahrsten Sinne des Wortes emotional begreifbar, befühlbar und bekletterbar machen. Dieses Vorhaben ist uns auch gelungen", meinte Geisenhofer dazu. In der Uferböschung können die Besucher nun historischen und modernen Wasserbau anschaulich nachvollziehen. Außerdem gibt es ein 200 Meter langes Metallband, das sich durch das Gelände zieht und den Inn-Lauf symbolisiert. Zugeordnet sind Fundstücke unterschiedlichster Formationen des Alpenraumes.

Ein besonderer Hingucker ist auch die 1877 bei Kraiburg verunglückte Zementplätte, die geborgen und teilweise rekonstruiert wurde. Schließlich findet man beim Pegelhaus auch interessante Informationen über das hydrologische Messwesen.

Bei der Anlage des Freigeländes wurde besonders an die Kinder gedacht. Sie sollen dort spielerisch Wissen über den Inn vermittelt bekommen. Für sie ganz speziell wurde ein Kiesbett angelegt, in dem sie nach Herzenslust große und kleine "Inn-Steine" zu kreativen Bauwerken und Türmen aufhäufen können.

Rosenheims Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer erinnerte in ihrer Rede an die bewegte Geschichte des Inns. "Lange Zeit galt er als böser Geist der Landschaft", sagte sie. Die ersten Siedler hätten großen Respekt gehabt vor der unbändigen Kraft dieses Gewässers. Von der Neugestaltung des Freigeländes zeigte auch sie sich begeistert: "Damit hat Rosenheim ein weiteres Stück Heimat zurückgewonnen."

Selbst für Kunstliebhaber gibt es nun am Innufer einiges zu bestaunen. Dafür sorgten die Bildhauer Ursula Beiler, Mukai Katsumi und Ludwig Frank. Sie haben sich künstlerisch mit dem Inn auseinandergesetzt und unterschiedlichste Werke aus den Materialien des Flusses, wie etwa Schwemmholz oder Geschiebe, geschaffen. Gedacht sind diese nicht für die Ewigkeit. Sie sollen ein Teil der Natur sein, erklärte dazu Dr. Helmut Klarner vom Kunstverein Rosenheim. "Diese Werke werden sich jeden Tag verändern", sagte er.

Besonders anschaulich erlebt habe man diese Veränderung beim jüngsten Hochwasser. Insgesamt seien die Kunstwerke zwar unbeschädigt geblieben, aber Treibgut und angeschwemmter Sand hätten bereits für ein neues Erscheinungsbild gesorgt.

wu/Oberbayerisches Volksblatt

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