Beamtenbeleidigung in München vor Gericht

"Schau dir mal die scheiß Lutscher an", kostet betrunkenen HSV-Fan viel Geld

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München - Ein HSV-Fan muss wegen Beleidigung eines Münchner Polizeibeamten 900 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen. Das hat das Amtsgericht München in einem am Montag veröffentlichten Urteil entschieden.

Am 10. März 2018 besuchte der 20-jährige Mediengestalter aus dem Raum Hamburg das Fußballbundesligaspiel zwischen dem FC Bayern München und dem Hamburger Sportverein in München. Gegen 14.55 Uhr stieg die Gruppe am Gästeparkplatz Nord aus einem Reisebus aus. Er sah in Richtung der dort postierten Polizisten und sagte zu einer weiteren Person aus seiner Gruppe: „Schau dir mal die scheiß Lutscher an“. Dabei nahm er lächelnd Blickkontakt mit einem der Beamten auf.

"Vielleicht eine Flasche Korn - das trinkt man bei uns im Norden"

Vor Gericht entschuldigte sich der junge Fan und machte gesteigerten Alkohlkonsum für seine Ausfälligkeiten verantwortlich. Aufgebrochen sei man gegen 1 oder 2 Uhr nachts. Nach Angaben des Gerichts sagte der Angeklagte: „Vorher hatten wir auf der langen Fahrt viel Alkohol getrunken, mehr als sonst. Dann bin ich aus dem Bus gestiegen und habe gesagt, was die Staatsanwältin verlesen hat und was ich ungern wiederholen möchte. Aber ich habe nicht bewusst auf einen Polizisten hingedeutet. Ich kann mich auch gar nicht dran erinnern, wie er aussah. Ich habe 1,8 Promille glaube ich gepustet, weiß ich nicht allzu viel davon. Ich habe von Freunden dann erfahren, dass es tatsächlich wie angeklagt vorgefallen ist. Ich möchte mich auch nochmal dafür entschuldigen, was ich schon vorher gemacht habe. Ich weiß, dass das nicht geht. Ich weiß nicht mehr genau wieviel ich getrunken hatte, vielleicht eine Flasche Korn. Das trinkt man bei uns im Norden. Als ich ins Stadion wollte, kamen die Polizisten und mir wurde durch das Adrenalin dann klar, dass ich das Spiel nicht mehr anschauen kann und was da überhaupt vorgefallen ist." 

Urteil rechtskräftig

„Zur erzieherischen Einwirkung“ verhängte das Gericht die 900 Euro. Zudem muss er die Kosten des Prozesses tragen. Dem Angeklagten, der wegen einer ähnlichen Angelegenheit schon vor dem Amtsgericht Pinneberg erscheinen musste, müsse klar werden, „dass derartige Beleidigungen gegenüber Polizeibeamten, die im Dienst den friedlichen und reibungslosen Ablauf von Fußballspielen sichern, nicht hingenommen werden können“. 

Nachdem beide Seiten auf Rechtsmittel verzichten, wurde das Urteil vom 13. Februar sogleich rechtskräftig.

mh

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