Leichen der Frauen mit Spaten vergraben?

Verdächtiger schweigt: Wo sind Beate Neuber und Elke Wieland?

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Seit Wochenbeginn vermisst: Elke Wieland (li.) und Beate Neuber sollen Opfer einer Gewalttat geworden sein.

Gersthofen - Seit Freitag (09.12.2016) werden die 50-jährige Beate Neuber sowie ihre 49-jährige Lebensgefährtin Elke Wieland vermisst. Die Polizei hat einen Tatverdächtigen festgenommen - doch dieser schweigt zum Verbleib der Leichen.

Die beiden im Ortsteil Hirblingen wohnenden Frauen wurden zuletzt Freitagabend noch in ihrem Wohnort gesehen. Seither sind sie unbekannten Aufenthalts. Beide Frauen waren für Angehörige und Bekannte ab dem vergangenen Wochenende nicht mehr erreichbar und erschienen auch am darauffolgenden Montag nicht an ihren Arbeitsstellen. Bekannte Aufenthaltssorte wurden bereits mit negativem Ergebnis überprüft. Es ist kein Grund ersichtlich, warum die beiden Frauen ihren gewohnten Lebenskreis so plötzlich verlassen haben, ohne andere drüber zu informieren.

Beate Neuber ist 50 Jahre alt, 170 cm groß, mit normaler Statur und hat kurze graue Haare. Elke Wieland ist 49 Jahre alt, 162 cm groß, schlank und hat ebenfalls kurze graue Haare. Über die Bekleidung der Vermissten ist nichts bekannt.

Diesen Tatverdächtigen hat die Polizei verhaftet. Er schweigt.

Wie bereits mit Pressebericht vom Freitag, 16.12.2016 (Nr. 1688) weiterhin veröffentlicht, hat sich durch die intensive Ermittlungsarbeit der Kripo Augsburg der Verdacht erhärtet, dass die beiden vermissten Frauen Opfer eines Gewaltdeliktes geworden sind. Innerhalb der Kripo Augsburg wurde deshalb eine Soko eingerichtet, die derzeit aus 35 Beamtinnen und Beamten unter der Leitung des Chefs der Augsburger Kripo, Leitender Kriminaldirektor Gerhard Zintl, besteht.

Aufgrund der bisherigen Ermittlungen wurde in den Abendstunden des Donnerstag, 15.12.2016 ein 31-jähriger Mann festgenommen, gegen den sich ein dringender Tatverdacht ergeben hatte. Er wurde zwischenzeitlich dem Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Augsburg vorgeführt, der den von der Staatsanwaltschaft beantragten Haftbefehl wegen des Verdachts des Mordes erlassen und in Vollzug gesetzt hat.

Der mutmaßliche Täter, der in Hirblingen wohnhaft ist, schweigt zu dem Tatvorwurf. Es konnte jedoch ermittelt werden, dass sich der 31-Jährige nach dem rätselhaften Verschwinden der Frauen mit seinem weißen BMW, amtl. Kennz. A-XX 1085, nicht nur in hiesiger Umgebung, sondern auch in den Bereichen Weißenburg (Mittelfranken), Garmisch-Partenkirchen, Regensburg und Weiden aufgehalten haben soll.

Weiterhin wurde bei dem Beschuldigten eine Rechnung über den Kauf eines Spatens aufgefunden. Vermutlich hat er ebenfalls nach dem Zeitpunkt der Vermissung einen Spaten im Baumarkt „Bauhaus“ in Gersthofen gekauft. Dieser Spaten wurde bislang nicht aufgefunden.

Das Auto des Tatverdächtigen.

Zur Klärung der Gesamtumstände ist für die Kripo Augsburg jeder Hinweis wichtig. Deshalb wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft Augsburg ein Beschluss beim Amtsgericht Augsburg zur Veröffentlichung von Bildern des Beschuldigten, sowie seines Pkw und einem Vergleichsbild des gekauften Spatens erwirkt. Die Bilder sind diesem Pressebericht beigefügt. Mit dieser Veröffentlichung erhofft sich die Kripo Augsburg Hinweise zu folgenden Fragen:

  • Wer hat im Zeitraum vom 08.12. bis 16.12.2016 den Pkw der beiden vermissten Frauen, einen braunen Peugeot Typ 3008, amtl. Kennzeichen A – BN 2507, gesehen?
  • Wer hat im Zeitraum vom 08.12. bis 16.12.2016 den Pkw des Tatverdächtigen, einen BMW 3er, Farbe weiß, amtl. Kennzeichen A-XX 1085, gesehen?
  • Wer hat im Zeitraum vom 09.12. bis 15.12.2016 den Tatverdächtigen Waldemar Neustett gesehen? Wo hat er sich aufgehalten?
  • Wer kann Angaben zum abgebildeten Spaten machen? Wo ist ein solcher Spaten gesehen oder aufgefunden worden?
  • Wer kann sonstige Angaben zu Waldemar Neustett, den beiden vermissten Frauen oder den beiden genannten Fahrzeugen machen?
  • Für die Kripo Augsburg ist ferner von besonderer Bedeutung, wo sich die Frauen am Freitag, den 09.12.2016 aufgehalten haben? Frau Neuber müsste an diesem Freitag noch Kundentermine (R+V Versicherung) wahrgenommen haben, die der Kripo noch nicht bekannt sind.
Einen solchen Spaten hat der Verdächtige zum Zeitpunkt der Vermissung gekauft. Hat er die Leichen verscharrt?

Weiterhin wurden seit Montag, 19.12.2016 umfangreiche Suchmaßnahmen im Bereich Hirblingen durchgeführt. Dazu wurde die Augsburger Kripo durch Beamte/Beamtinnen der Bereitschaftspolizei, durch einen Polizeihubschrauber, sowie Polizeisuchhunde unterstützt. Bislang verliefen die Suchmaßnahmen, die zur Auffindung der vermissten Personen bzw. von tatrelevanten Spuren oder Gegenständen dienen, ergebnislos. Die Suchmaßnahmen werden auch heute fortgeführt.

Das Auto der vermissten Frauen, ein PKW Marke Peugeot, Typ 3008, Farbe braun mit dem amtlichen Kennzeichen A-BN 2507, wurde bereits am Freitag, 16.12.2016 unweit des Wohnortes der Frauen auf öffentlichen Verkehrsgrund von Fahndungskräften der Kripo Augsburg aufgefunden. Bilder dieses Pkw und der vermissten Frauen wurden bereits veröffentlicht und können im Internet unter www.polizei.bayern.de/schwaben eingesehen werden. Nach wie vor bittet die Kripo Augsburg Beobachtungen im Zusammenhang mit diesem Pkw im Zeitraum vom 08. bis 16.12.2016 der Polizei mitzuteilen.

Sachdienliche Hinweise bitte unter Tel. 0821/323-3810 an die Kripo Augsburg, oder an jede andere Polizeidienststelle.

Um die weitere Ermittlungsarbeit nicht zu gefährden, können derzeit keine Details zu den Tatvorwürfen bzw. den weiteren Ermittlungsansätzen gemacht werden.

Pressemitteilung Polizeipräsidium Schwaben

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