Stahlwerk Annahütte half bei der Costa-Bergung

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Giglio/Hammerau - Die "Costa Concordia" wurde nun aufgerichtet. Bei der Bergung des Kreuzfahrtschiffes waren auch Geotechnik-Spezialisten des Stahlwerks Annahütte beteiligt.

Mit dem Aufrichten der „Costa Concordia“ am 16. und 17. September konnte ein besonders heikler Teilabschnitt der Schiffsbergung erfolgreich abgeschlossen werden. Zum Einsatz kam dabei auch Know-how aus Hammerau. Geotechnik-Spezialisten des Stahlwerks Annahütte hatten für die technisch höchst aufwendige Operation Sonderlösungen entwickelt. Insgesamt sorgten 57 Tonnen speziell gefertigter Annahütte-Gewindestahl, darunter 140 vorgespannte Felsanker, vor und während des spektakulären Aufrichtmanövers für Sicherheit und Stabilität.

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"Costa Concordia erfolgreich aufgerichtet“, verkündeten die Projektverantwortlichen hoch erfreut in den Morgenstunden des 17. September. In einer 19-stündigen, technisch äußerst anspruchsvollen Operation konnte das im Januar 2012 vor der toskanischen Küste havarierte Kreuzfahrtschiff aus fast waagrechter Position aufgerichtet werden.

Zeitraffer-Video der Bergung:

Einen kleinen Anteil an diesem Erfolg hatte somit auch das Stahlwerk Annahütte. Als renommierter Systemanbieter für den Bereich Geotechnik konnte das Unternehmen die Schiffsbergung in zwei Projektphasen unterstützen.

Costa Concordia

Zunächst galt es, die Lage des Schiffes bis zum Beginn der Hebung abzusichern. Dabei kamen unter anderem speziell angefertigte, unter Wasser im Boden fixierte SAS-Felsanker zum Einsatz. Beim Aufrichten des Schiffes selbst war die Herausforderung, die enormen Zug- und Umlenkkräfte zu beherrschen. Der havarierte Kreuzfahrtriese musste um insgesamt 65 Grad gedreht werden. Millimeter für Millimeter wurde der Koloss vom Bergungsunternehmen mit hochfesten Seilen und Schwimmkörpern in eine aufrechte Position gebracht. „Die während dieses Hubprozesses auftretenden Zugkräfte in den Stahllitzen sowie die Umlenkkräfte an den betonierten Fundamentblöcken konnten durch unsere rund 140 aktiv vorgespannten SAS Felsanker aus SAS 670/800 Gewindestäben sicher in den umgebenden Baugrund eingeleitet werden. Jeder dieser Anker zwischen dem Wrack und dem Ufer wurde mittels Hydraulikpressen auf bis zu 175 Tonnen vorgespannt, um den während des Hubprozesses entstehenden Kräften entgegenzuwirken. Ein einzelner Anker entspricht der Gewichtskraft von 135 Pkw der Kompaktklasse“, so Dipl.-Ing. Kay Löffler vom Bereich Forschung und Entwicklung Gewindestahlsysteme.

Das gemeinsame Projekt war von einer engen Zusammenarbeit zwischen dem Kunden Trevi S.pA. und der Forschungs- und Entwicklungsabteilung der Annahütte geprägt. Auch während der gesamten Einbauphase der Anker stand die Annahütte mit Mitarbeitern der italienischen Tochtergesellschaft SASITA sowohl vor Ort als auch im Werk in Hammerau für technische Fragen und kurzfristige Lösungen jederzeit zur Verfügung.

Bilder von der Bergung:

Bilder von der Bergung der "Costa Concordia"

So konnte das Projekt in Rekordzeit umgesetzt werden. „Von den ersten Projektspezifikationen bis zur Lieferung der ersten, in einem Sonderverfahren vorkonfektionierten Anker sind weniger als zwei Monate vergangen. Wir haben dem Kunden einbaufertige Lösung geliefert, die keine weiteren zeitraubenden Konfektionierungsarbeiten auf der beengten Baustelle nötig gemacht haben“, so Löffler.

Bei der Havarie des 290 Meter langen Urlauberschiffes Costa Concordia im Januar 2012 kamen 32 Menschen ums Leben. An Bord waren mehr als 4.000 Menschen gewesen. Nach ihrer Aufrichtung wird die Costa Concordia mit ihren 14 Decks auf einer im Meeresgrund verankerten Plattform fixiert. Im Frühjahr 2014, wenn die Winterstürme vorüber sind, kann das Schiff an einen anderen Ort geschleppt werden, um schließlich abgewrackt zu werden.

Presseinformation Stahlwerk Annahütte

Quelle: BGland24.de

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