Pitzlloch: Jetzt wehrt sich der Eigentümer

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Das Anwesen Pitzlloch, zwischen Erlstätt und Wolkersdorf.
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Grabenstätt - Schwarzgastronomie? Keine Genehmigungen? Viel musste sich der Besitzer vom Hof "Pitzlloch" gefallen lassen. Nun legt er die Karten auf den Tisch und sagt: "Ich bin damit erfolgreich!"

Die Vorwürfe wiegen schwer und sie kommen aus sämtlichen Richtungen: Am Hof in Pitzlloch zwischen Erlstätt und Wolkersdorf würde Schwarzgastronomie betrieben, ohne Brandschutz, ohne ausreichende Genehmigungen. Dazu eine schwarz gebaute MaschinenhalleVor allem der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) und manche Grabenstätter Gemeinderäte wie Andreas Danzer glauben, dass auf dem Anwesen nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Nun wehrt sich der Eigentümer: "Das ist total erfunden, damit sollen die Leute nur wahnsinnig gemacht werden."

Nur einer von vier Tischen, auf denen der Eigentümer seine Genehmigungen präsentiert: "Alles ist nachprüfbar." Zur größeren Ansicht bitte hier klicken.

Es sind rauschende Feste, die im Pitzlloch stattfinden: Hochzeiten, Betriebsfeiern, Geburtstage. Seine Gäste kommen weit gereist, aus Salzburg und auch aus München. 2006 wurde das verfallene Anwesen gekauft und bis 2009 hergerichtet. Als Landwirt war es dem Eigentümer anfangs erlaubt, vier Veranstaltungen jährlich am Hof abzuhalten. Kindergruppen kamen, aber auch die ersten Partys fanden statt: "In diesem Rahmen war noch kein großer Brandschutz nötig, da haftete man selber." Aber der Besitzer vom Pitzlloch wollte mehr. Er erkannte, dass sein Hof gefragt ist. Ein Schmuckstück in ruhiger Lage, hoch über Erlstätt:

"Alles war angemeldet - und Familienfeiern gehen keinen was an"

Über vier Tische in der Stube vom Pitzlloch breitet er die Genehmigungen und Behördenschreiben aus: Ab 2010 holte er sich die Erlaubnis, im großen Saal im ersten Stock des Anwesens Feste ausrichten zu dürfen - maximal 15 jährlich: "Das habe ich eingehalten. Alles war in Abstimmung mit der Gemeinde, alle waren angemeldet." Kritiker werfen ihm um die hundert Feste vor, die nur nach "Salamitaktik" angemeldet wurden: "Ich habe meist nicht mal die 15 erlaubten jährlich gemacht. Klar habe ich auch eigene Familienfeiern gemacht, aber die gehen keinen etwas an und müssen eh nicht angemeldet werden."

Zu viele Partys? "Theoretisch kann ich jeden Tag aufsperren"

Und der Vorwurf der Schwarzgastronomie? Der Pitzlloch-Eigentümer wiegelt ab: Speis und Trank bei den Partys im Saal seien immer über eine Catering-Firma gelaufen, die ihm selbst gehört. Bis zum Jahr 2012 hätte er sich weitere Genehmigungen für die Schank- und Speisewirtschaft besorgt, die für die Stube im Erdgeschoss gilt: "Die Feiern dort muss ich nun ohnehin nicht mehr anmelden, da könnte ich theoretisch jeden Tag aufsperren." Und der Besitzer teilt aus: "Andreas Danzer oder der DEHOGA wissen das auch. Und wegen den anmeldungspflichtigen Festen oben im Saal hätten die sich nur mal bei der Gemeinde und dem Landratsamt erkundigen müssen - alles angemeldet."

Bliebe nur noch die Maschinenhalle, der angebliche Schwarzbau: "Ja, da hab ich einen Fehler gemacht."Der Pitzlloch-Besitzer beugt sich über die Baupläne. Der Dachfirst ist höher als genehmigt, die Dachüberstände wurden verändert, es gibt mehr Fenster als ursprünglich geplant. Erst Mitte März lehnte es der Grabenstätter Bauausschuss ab, die Halle im Nachhinein doch noch zu dulden. Für den Bau, so wie er steht, seien seine landwirtschaftlichen Flächen zu klein, er ist nicht "privilegiert". 2010 übergab er die Landwirtschaft an den Sohn, gründete 2011 aber wieder seine eigene Landwirtschaft: "Daher wird die Halle auch dementsprechend genutzt." Denn die Vorwürfe reichen weiter, als dass die Halle "nur" ein Schwarzbau sei:

Die "schwarze" Maschinenhalle als Aufhänger für ganz Pitzlloch?

Die "schwarze" Maschinenhalle: Nur eines von mehreren "roten Tüchern" für die Pitzlloch-Kritiker. Zur größeren Ansicht bitte hier klicken.

"Die Maschinenhalle dient nicht den Partys, sondern der Landwirtschaft - das sind zwei paar Schuhe. Aber über diese Halle versucht man, mir meine Gastronomie zu zerstören", so der Eigentümer. Trotzdem: Es ist kein Zufall, dass die Maschinenhalle nun genau so aussieht, mit Holzverkleidung und verlängertem Dachüberstand. "Das muss optisch einfach zum Pitzlloch passen. Das gefällt den Leuten, die bei mir feiern, weil die bei der Maschinenhalle parken", erklärt er. Das Pitzlloch soll aus einem Guss sein: "Ich mache mir halt einfach mehr Gedanken, als andere Wirte. Die Leute mögen dieses Ambiente, ich bin damit erfolgreich."

Wie es mit der umstrittenen Maschinenhalle weitergeht? Er könnte sie dem Sohn überschreiben, dessen Landwirtschaft groß genug für die Halle ist. Oder er kauft selbst noch Grund zu, um "privilegierter Landwirt" zu werden. Ein "Rückbau" kommt für den Pitzlloch-Besitzer aber nicht in Frage: "Das würde bedeuten, dass ich das abreißen muss. Mir wird schon was dazu einfallen."

xe

Quelle: chiemgau24.de

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