Schwerer Unfall auf A8 bei Grabenstätt

Falschfahrt endet tödlich: Das sagt der Einsatzleiter der Polizei

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Grabenstätt/A8 - Zu einem fürchterlichen Unfall ist es am Mittwochnachmittag auf der A8 gekommen. Ein 85-jähriger Falschfahrer kam dabei ums Leben, zudem gab es fünf Schwerverletzte. Die Autobahn musste stundenlang gesperrt werden. *Verkehrsmeldungen*

Update, 13.35 Uhr - Das sagt der Einsatzleiter der Polizei

Die Presseagentur FDL News hat nun den Polizeieinsatzleiter Thomas Dangl von der Verkehrspolizei Siegsdorf interviewt. Er erklärt, wie es zu dem schweren Unfall kommen konnte, dass der Falschfahrer durch den Unfall aus dem Auto geschleudert wurde und letztlich unter der Mittelschutzplanke liegen blieb

Die Polizei hätte gleich nach dem ersten Notruf umfangreiche Maßnahmen eingeleitet. Die betroffenen Anschlussstellen seien schnellstmöglich gesperrt worden, um das Auffahren weiterer Fahrzeuge auf die Autobahn zu verhindern. Vorher wurde schon eine Falschfahrermeldung abgesetzt. Zudem wurde über das Verkehrsleitsystem eine sogenannte Drosselfahrt gestreut.

Aber auch für die Polizisten sind solche Einsätze alles andere als leicht. "Man muss kühlen Kopf bewahren, um strukturiert arbeiten zu können. Zugleich hofft man immer, dass es eine Fehlmeldung war oder es zumindest glimpflich ausgegangen ist", sagt Thomas Dangl.

Update, 21. Februar, 6.35 Uhr - Verletzte nicht in Lebensgefahr

Die Polizei ist auch am Morgen nach dem schlimmen Unfall weiterhin auf der Suche nach Zeugen. Personen, die das Einfahren des 85-Jährigen in falscher Richtung auf die Autobahn am Mittwochnachmittag beobachtet haben, sollen sich bei der Verkehrspolizei Traunstein unter der Telefonnummer 08662/66820 melden.

Die Falschfahrt des Rentners hatte nach rund zwei Kilometern ein fatales Ende genommen. Laut einem Bericht des Oberbayerischen Volksblattes reagierte der erste BMW-Fahrer, dessen Wagen seitlich gestreift und beschädigt wurde, noch geistesgegenwärtig und riss das Lenkrad herum, sodass er einen Frontalzusammenstoß verhindern konnte. Über den Gesundheitszustand des Müncheners gibt es widersprüchliche Angaben. Laut OVB wurde er schwer, laut Polizei mittelschwer und laut einem Bericht von heimatzeitung.de nur leicht verletzt.

Ein dahinter fahrender VW Caddy hatte jedoch keine Chance und wurde frontal vom Auto des Falschfahrers erfasst. Die vier Frauen wurden bei dem Zusammenstoß schwer, aber laut OVB nicht lebensbedrohlich verletzt. Der Falschfahrer selbst wurde nach dem Aufprall aus seinem Fiat Panda geschleudert und war vermutlich auf der Stelle tot. Warum der Mann in falscher Richtung auf der Autobahn unterwegs war, ist weiterhin unklar.

Update, 20.30 Uhr - Pressemeldung der Polizei

Nach derzeitigem Erkenntnisstand fuhr der 85-jährige Fahrer eines Fiat am Mittwoch gegen 14 Uhr vermutlich an der Anschlussstelle Grabenstätt als Falschfahrer auf die A8 auf die Richtungsfahrbahn München ein. Im Bereich der Anschlussstelle Grabenstätt konnte der Fahrer eines Tesla nur durch das Ausweichen in die Mittelleitplanke einen Frontalzusammenstoß vermeiden.

Nach etwa zwei Kilometern Falschfahrt kollidierte der Fiat-Lenker seitlich mit einem BMW und gleich darauf frontal mit einem VW Caddy, welcher mit vier Frauen besetzt war. Durch den Aufprall wurde der 85-jährige Fahrer aus dem Landkreis Traunstein aus seinem Fahrzeug geschleudert und verstarb noch am Unfallort.

Der 52-jährige BMW-Fahrer aus München wurde mittelschwer verletzt. Die vier Insassinnen aus dem Raum München, welche in dem VW Caddy saßen, wurden alle schwer verletzt und mussten mit dem Rettungsdienst in umliegende Krankenhäuser gebracht werden.

An den beteiligen Fahrzeugen entstand ein Sachschaden in Höhe von über 50.000 Euro. Die Autobahn in Fahrtrichtung München musste für etwa fünf Stunden gesperrt werden. Eine örtliche Umleitung wurde eingerichtet.

Am Unfallort waren vom Rettungsdienst zwei Notarzteinsatzfahrzeuge, ein Rettungshubschrauber mit Notarzt, ein Sanitätseinsatzleiter mit Unterstützungsgruppe, ein Einsatzleiter Rettungsdienst, zwei Fahrzeuge der SEG und vier Rettungswagen. Vor Ort waren die Feuerwehren aus Bergen, Holzhausen, Siegsdorf und Grabenstätt mit 49 Einsatzkräften. Des Weiteren wurden Absperrung, Absicherung und Ausleitung durch die Autobahnmeisterei Siegsdorf übernommen.

Zur Aufklärung der Unfallursache wurde ein Gutachter durch die Staatsanwaltschaft Traunstein beauftragt. Außerdem wurde die beteiligten Fahrzeuge zur Erstellung eines Gutachtens sichergestellt.

Zeugen, die das Einfahren des Falschfahrers auf die Autobahn bemerkt haben, sollen sich bitte umgehend bei der Verkehrspolizei Traunstein unter der Telefonnummer 08662/66820 melden.

Pressemeldung der Verkehrspolizeiinspektion Traunstein

Update, 16.50 Uhr - Bilder vom Einsatz

An dem Unfall sind laut Informationen von vor Ort zwei Fahrzeuge mit Münchener Kennzeichen und eines mit Traunsteiner Kennzeichen beteiligt gewesen. Bei dem Falschfahrer soll es sich um einen 85-Jährigen handeln. Der Fahrer ist frontal mit einem VW Caddy kollidiert.

Schwerer Unfall mit Falschfahrer auf der A8

Update, 15.50 Uhr - Falschfahrer verstirbt

Der schwere Unfall auf der A8 hat am Mittwochnachmittag eine Person das Leben gekostet. Fünf weitere Personen sind schwer verletzt worden. Dies bestätigt die Verkehrspolizeiinspektion Traunstein.

Nach ersten Erkenntnissen ist der Falschfahrer an der Anschlussstelle Grabenstätt verkehrt auf die Autobahn in Richtung München gefahren. In der Folge ist das Fahrzeug des Falschfahrers mit zwei weiteren Pkw kollidiert.

Die Autobahn wird noch längere Zeit gesperrt bleiben, heißt es von Seiten der Polizei, da ein Gutachter zur Einsatzstelle beordert worden ist. Wie lange diese Sperre noch andauern wird, ist derzeit unklar.

Update, 15.20 Uhr - immer wieder Unfälle wegen Falschfahrens

Die Autobahn zwischen Bergen und Grabenstätt ist weiterhin gesperrt. Als Umleitung wird mittlerweile die U12 empfohlen, welche ausgeschildert ist. In der Gegenrichtung bestehen derzeit rund fünfeinhalb Kilometer Stau, da in Richtung Salzburg der linke Fahrstreifen gesperrt ist.

Immer wieder kommt es zu tragischen Unfällen, bei denen Falschfahrer beteiligt sind. Auch in der Region hat es solche Unfälle in der Vergangenheit bereits gegeben.

  • So hat sich erst im vergangenen Dezember ein schwerer Unfall auf der A93 bei Flintsbach ereignet. Ein 87-Jähriger ist damals auf Höhe des sogenannten Gletschergartens frontal mit einem Lkw mit Anhänger kollidiert. Der 87-Jährige ist an seinen schweren Verletzungen verstorben.
  • Im November vergangenen Jahres ist es auf der A95 nahe Wolfratshausen zu einem schweren Unfall gekommen - ausgelöst durch einen Falschfahrer. Die drei Unfallbeteiligten sind schwer verletzt worden.
  • Anfang November 2018 hat sich ebenfalls auf der A8 im Bereich Holzkirchen und Hofolding ein schwerer Unfall ereignet, bei dem ein Falschfahrer beteiligt gewesen ist. Ein Mensch ist dabei ums Leben gekommen, drei weitere sind schwer verletzt worden. Der Verursacher hat leicht verletzt überlebt.
  • Falschfahrer auf der Autobahn beschäftigen die Polizei immer wieder. So hat sich die Rosenheimer Verkehrspolizei im August 2018 mit zwei Falschfahrern auf der A93 beschäftigen müssen. Diese Fälle sind damals glimpflich ausgegangen.

Erstmeldung

Wie das Polizeipräsidium Oberbayern-Süd soeben mitteilt, hat sich am Mittwochnachmittag (20. Februar) ein schwerer Unfall auf der Autobahn A8 zwischen den Anschlussstellen Bergen und Grabenstätt in Fahrtrichtung München ereignet.

Nach ersten Erkenntnissen soll bei dem Unfall ein Falschfahrer beteiligt gewesen sein. Näheres zu den beteiligten Fahrzeugen und möglichen verletzten Personen ist derzeit noch nicht bekannt. Polizei und Rettungskräfte sind vor Ort.

Die Autobahn ist in Fahrtrichtung München derzeit komplett gesperrt. Eine Umleitung wird eingerichtet, ebenfalls kümmert sich die Polizei darum, Fahrzeuge frühzeitig von der Autobahn abzuleiten.

Laut den aktuellen Verkehrsmeldungen ist auch der linke Fahrstreifen auf der A8 in Richtung Salzburg aufgrund des Unfalls gesperrt.

ksl

Quelle: chiemgau24.de

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