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Drama nach Flutwelle bei Garmisch-Partenkirchen

Bilanz der Katastrophe - Einsatz endet nach stundenlanger Suche: „Müssen uns Naturgewalt beugen“

Rettungseinsatz Höllentalklamm
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Rettungseinsatz an der Höllentalklamm.

Grainau - Dramatische Szenen haben sich am Montag (16. August) in der Höllentalklamm in Grainau bei Garmisch-Partenkirchen abgespielt. Eine Flutwelle riss eine Brücke und mehrere Menschen mit. Eine Frau wurde inzwischen tot geborgen. Ein weiterer Mensch wird noch vermisst.

Update, 18.50 Uhr - Einsatz nach stundenlanger Suche beendet: „Müssen uns Naturgewalt beugen“

Die Dienstagmittag gegen 12 Uhr begonnene, groß angelegte Suchaktion von Berg- und Wasserwacht wurde nach über 4,5 Stunden um 16.30 Uhr erfolglos beendet. „Trotz des großen Einsatzes vieler ehrenamtlicher Berg- und Wasserretter konnte die zweite vermisste Person nicht aufgefunden werden. Dabei wurden alle relevanten und denkbaren Bereiche mehrfach abgesucht“, so BRK-Einsatzleiter Hans Steinbrecher. „Auch ein Hubschrauber und mehrere Drohnen haben aus der Luft die Suche unterstützt. Leider blieben alle erdenklichen Maßnahmen ohne Erfolg.“

Der Einsatz wurde in den frühen Morgenstunden (4.45 Uhr) fortgesetzt, nachdem am Vorabend der Einsatz aufgrund der Dunkelheit und steigenden Gefahr für die Einsatzkräfte unterbrochen werden musste. Dabei konnten am Montagabend acht Personen und im Laufe des heutigen Tages weitere 108 Personen aus der Klamm in das Tal evakuiert werden.

Abschließend bedankt sich BRK-Einsatzleiter Hans Steinbrecher bei allen Einsatzkräften: „Ein solcher Einsatz ist herausfordernd. Der Gedanke, dass gegen die Zeit angekämpft wird und man dringend einer in Not befindlichen Person zur Hilfe eilen möchte, lässt niemanden kalt. Doch die Naturgewalt zeigt uns in solchen Fällen Grenzen auf, denen wir uns als Einsatzkräfte beugen müssen. Mein Dank gilt allen Einsatzkräften, die hier erneut hervorragend zusammengearbeitet haben, ganz egal ob Feuerwehr, Polizei oder BRK. Dieser Einsatz zeigt erneut, wie elementar und unverzichtbar ehrenamtliche Einsatzkräfte im bayerischen Rettungsdienst sind.“

Seit Montag waren insgesamt 330 Einsatzkräfte im Einsatz.

Pressemitteilung Bayerisches Rotes Kreuz

Update, 16 Uhr - Warum hielt niemand die Wanderer auf?

Viele Wanderer hatten sich am Montag trotz der schlechten Wetterprognose auf den Berg bzw. in die Klamm aufgemacht. Allein 107 Menschen mussten vom Bayerischen Roten Kreuz von der Höllentalangerhütte am Dienstag evakuiert und ins Tal begleitet werden.

Nun stellen sich viele die Fragen, warum sich viele Wanderer trotz schlechten Wetters auf den Weg machten bzw. warum wurden sie daran nicht gehindert? Thomas Bucher, Sprecher des Deutschen Alpenvereins (DAV), erklärte hierzu gegenüber unserem Partnerportal merkur.de, dass die DAV-Sektion in der Höllentalklamm die „Verkehrssicherungspflicht“ habe, hält Wege und Brücken in Stand. Sie kassiere an der Höllentaleingangshütte im Tal auch Eintritt - wenn diese besetzt ist. Und hier weise der Kassierer deutlich darauf hin, wenn sich ein Unwetter anbahnt. „Und das hat er gestern mit Sicherheit auch getan“, sagte Bucher.

Sperren würde man die Klamm mit Hilfe von Schildern aber nur, wenn die Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleitet ist, zum Beispiel, weil Brücken beschädigt sind (wie es nach dem gestrigen Unwetter nun der Fall ist). Die Sperrung sei aber nur eine „Empfehlung“. Grundsätzlich sei die Höllentalklamm aber 24 Stunden geöffnet.

Update, 13.40 Uhr - Frau stirbt bei Flutwelle in Höllentalklamm - Sorge um Vermissten

Eine Frau ist nach der Flutwelle in der Höllentalklamm an der Zugspitze tot aus den Fluten geborgen worden. Retter suchen nun nach einer weiteren vermissten Person. Angesichts der Zeit und der Lage in der Klamm schwindet die Hoffnung, die Person lebend zu retten.

Acht Menschen waren am Montag nach dem Unglück weitgehend unverletzt aus der Klamm nahe Grainau im Landkreis Garmisch-Partenkrichen gerettet worden. Die beiden zuletzt noch Vermissten hatten laut Polizei auf einer Holzbrücke über dem Hammersbach am oberen Ausgang der Klamm gestanden - die Beamten bezogen sich auf Augenzeugen. Die Brücke wurde demnach von der Flutwelle weggerissen.

Bayern, Grainau: Einsatzkräfte der Wasserwacht suchen nahe der Höllentalklamm den Hammersbach und den Uferbereich ab. Am Vortag war nach starken Regenfällen eine Flutwelle durch die bei Wanderern und Touristen beliebten Schlucht nahe Grainau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen gerauscht. Sie riss mehrere Menschen mit sich.

Die Staatsanwaltschaft München II habe Vorermittlungen eingeleitet (siehe Update 12.30 Uhr), um zu prüfen, ob eine Straftat im Raum stehe, sagte die Sprecherin der Behörde, Andrea Mayer. Im Raum stehe der Verdacht der fahrlässigen Tötung. Gegen konkrete Personen richteten sich die Überprüfungen bisher aber nicht.

Bei der toten Frau handele es sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um eine der beiden vermissten Personen, sagte ein Polizeisprecher. Die Identität der Frau war zunächst unklar. Sie war gegen 8.30 Uhr leblos im Wasser gesichtet worden. Einsatzkräfte der Canyoning-Gruppe von Bergwacht und Polizei bereiteten daraufhin ihren Einsatz vor und bargen den Körper aus dem Wasser.

Für die Frau kam jede Hilfe zu spät. Die weiteren Untersuchungen zur Identität und zu den Todesumständen übernehmen Beamte der Kriminalpolizei. Ein Polizeihubschrauber und Drohnen unterstützen am Vormittag die Suche und sicherten Helfer ab.

Dutzende Kräfte waren am Dienstag im Einsatz - am Vortag waren es mehr als 150 Helfer gewesen. Auf Brücken unterhalb der Klamm und auch entlang der Loisach, in die der Hammersbach mündet, wurde nach Hinweisen wie Kleidungsstücken Ausschau gehalten.

Dem Vernehmen nach überraschte die Wucht der Flutwelle auch Ortskundige und Einheimische. Der rasante Anstieg des Baches sei nicht üblich. Regen ist zudem in den Bergen nicht unbedingt ein Grund, auf einen Ausflug zu verzichten.

Update, 12.30 Uhr - Staatsanwaltschaft leitet (Vor-)Ermittlungen ein

Nach der Flutwelle in der Höllentalklamm an der Zugspitze hat die zuständige Staatsanwaltschaft München II Vorermittlungen eingeleitet. „Wir haben Vorermittlungen eingeleitet, um zu prüfen, ob eine Straftat im Raum steht“, sagte die Sprecherin der Behörde, Andrea Mayer, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Im Raum stehe der Verdacht der fahrlässigen Tötung. Gegen konkrete Personen richteten sich die Überprüfungen bisher aber nicht, hieß es.

Update, 11.15 Uhr - Retter evakuieren über 100 Personen aus Klamm

Im Rahmen des Großeinsatzes haben Einsatzkräfte der Bergwacht am Dienstagmorgen (17. August) gegen 4.45 Uhr die Evakuierung von sieben Personen aus den Knappenhäusern in der Klamm begonnen und inzwischen erfolgreich abgeschlossen. Dies teilte das Bayerische Rote Kreuz (BRK) soeben mit. Zudem werden weitere 101 Personen von der Höllentalangerhütte durch die Bergwacht sicher in das Tal runterbegleitet. Diese insgesamt 108 Personen hatten die Nacht nach der Flutwelle in den Hütten verbracht, sind unverletzt und wurden durch die Bergwacht betreut.

Eine zweite, groß angelegte Suchaktion nach der immer noch vermissten Person steht nun außerdem unmittelbar bevor. „Die Wetterbedingungen, die schwankenden Wasserpegel und das teilweise nicht zugängliche Gelände erschweren die Hilfe. Gegen 11 Uhr werden Einsatzkräfte in die Klamm verlegt und ab 12 Uhr wird mit einer zweiten groß angelegten Suche nach Vermissten begonnen. Wir versuchen alles möglich zu machen, um Vermisste zu finden“, erklärte BRK-Einsatzleiter Hans Steinbrecher.

Update, 10.30 Uhr - Frau tot aus Klamm geborgen

Jetzt gibt es traurige Nachrichten aus der Klamm: Gegen 8.30 Uhr wurde eine leblose Person im Wasser gesichtet, wie das Polizeipräsidium Oberbayern Süd soeben mitteilte. Daraufhin bereiteten sich die Canyoning-Gruppe von Polizei und Bergwacht auf einen Einsatz vor und bargen die leblose Person vor wenigen Minuten aus dem Wasser. Für die Frau kam jedoch jede Hilfe zu spät, sie war bereits tot. Die weiteren Untersuchungen zur Identität und den Todesumständen übernahm die Kriminalpolizei.

Update, 10.25 Uhr - „Überraschend starker Wasseranstieg“ in Klamm

Nach der Flutwelle am Montag bleibt die Höllentalklamm bis auf weiteres gesperrt. Am Eingang prangen große Schilder mit der Aufschrift „Lebensgefahr“. Unterdessen sind bereits seit dem frühen Morgen wieder erste Rettungskräfte in der Klamm unterwegs, um weiter nach den beiden Vermissten zu suchen.

Ab 12 Uhr soll dann wieder ein Großeinsatz anlaufen. Aktuell werde noch koordiniert, welches Material dazu benötigt werde und wie der Wasserstand in der Klamm aktuell ist, sagte Dominik Schrankl, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, gegenüber Medienvertretern vor Ort. Durch den „massiven Starkregen“, der über viele Stunden andauerte, sei es zu „einem überraschend starken Wasseranstieg“ in der Klamm gekommen, hieß es weiter. Obwohl die Retter von Wasserwacht, Bergwacht, Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei weiterhin alles Menschenmögliche unternehmen, wird die Hoffnung, die beiden Vermissten noch lebend zu finden, von Stunde zu Stunde geringer.

Update, 9.30 Uhr - Identität der Vermissten weiterhin unklar

Über die Identität der beiden vermissten Personen gibt es weiterhin keine Angaben. Laut diversen Medienberichten gibt es bislang keine entsprechenden Vermisstenanzeigen. Die Polizei überprüft derzeit in Grainau und Umgebung die Gästelisten von Hotels und Pensionen, um zu klären, ob dort möglicherweise Menschen abgängig sind.

Update, 7.45 Uhr - Überlebenschancen für Vermisste „nicht sehr hoch“

Inzwischen ist der Rettungseinsatz in der Höllentalklamm fortgesetzt worden. Allerdings gibt es wohl kaum noch Hoffnung für die beiden vermissten Personen. „Ganz realistisch gesehen muss man sagen, dass die Wahrscheinlichkeit, die beiden Vermissten noch lebend zu finden, leider nicht sehr hoch ist“, sagte der Einsatzleiter der Polizei in Garmisch-Partenkirchen, Christian Langenmair, vor Ort gegenüber Medienvertretern.

Über 150 Einsatzkräfte von Bergwacht, Wasserwacht, Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei hatten bereits am Montag eine große Suchaktion gestartet. Die Bergwacht setzte zur Vermisstensuche auch Drohnen und mehrere Spezialkräfte ein. Zudem hatte die Wasserwacht sechs Schnelleinsatzgruppen im Einsatz. Der Einsatz ist auch die Retter hochgefährlich und -komplex. „In der Klamm selbst kann man überhaupt nicht ins Wasser gehen - auch die Retter nicht. Das würde auch für sie tödlich enden. (...) Wir geben jedoch nicht auf und tun alles Menschenmögliche, um die Vermissten zu finden“, sagte Einsatzleiter Hans Steinbrecher in einem Radiointerview dem BR.

Die Erstmeldung:

Ab den frühen Morgenstunden soll die am Abend unterbrochene Suche nach zwei Vermissten wieder aufgenommen werden, wie ein Polizeisprecher bestätigte. Die beiden Personen galten am Montagabend noch als vermisst, nachdem nach starken Regenfällen eine Flutwelle durch die bei Wanderern und Touristen beliebten Schlucht nahe Grainau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen gerauscht war und mehrere Menschen mitgerissen hatte. Auch rosenheim24.de hatte bereits darüber berichtet.

Insgesamt acht Personen mussten von Rettungskräften in Sicherheit gebracht werden. Sechs von ihnen wurden direkt aus der Schlucht gerettet, wo sie vom Wasser eingeschlossen waren. Zwei weitere wurden weiter oben aus der Klamm in Sicherheit gebracht. Sie seien unterkühlt und durchnässt, aber sonst wohlauf gewesen, hieß es seitens der Polizei dazu am Montagabend.

Die beiden noch vermissten Menschen hatten nach Auskunft des Polizeisprechers auf einer Holzbrücke über dem wild tosenden Hammersbach in der Klamm gestanden. Dabei bezogen sich die Beamten auf Aussagen von Augenzeugen, die das Unglück beobachtet und dann den Notruf gewählt hatten. Die Brücke sei demnach von der Flutwelle weggerissen worden.

Rettungseinsatz nach Flutwelle in Höllentalklamm

Fotos von Rettungseinsatz nach Flutwelle in Höllentalklamm
Rettungseinsatz nach Flutwelle in der Höllentalklamm. © Peter Kneffel/dpa
Fotos von Rettungseinsatz nach Flutwelle in Höllentalklamm
Rettungseinsatz nach Flutwelle in der Höllentalklamm. © Peter Kneffel/dpa
Fotos von Rettungseinsatz nach Flutwelle in Höllentalklamm
Rettungseinsatz nach Flutwelle in der Höllentalklamm. © Peter Kneffel/dpa
Fotos von Rettungseinsatz nach Flutwelle in Höllentalklamm
Rettungseinsatz nach Flutwelle in der Höllentalklamm. © Peter Kneffel/dpa
Fotos von Rettungseinsatz nach Flutwelle in Höllentalklamm
Rettungseinsatz nach Flutwelle in der Höllentalklamm. © Peter Kneffel/dpa
Fotos von Rettungseinsatz nach Flutwelle in Höllentalklamm
Rettungseinsatz nach Flutwelle in der Höllentalklamm. © Peter Kneffel/dpa
Fotos von Rettungseinsatz nach Flutwelle in Höllentalklamm
Rettungseinsatz nach Flutwelle in der Höllentalklamm. © Peter Kneffel/dpa
Fotos von Rettungseinsatz nach Flutwelle in Höllentalklamm
Rettungseinsatz nach Flutwelle in der Höllentalklamm. © Peter Kneffel/dpa

Großeinsatz der Rettungskräfte

Rund 150 Retter waren im Laufe des Montagnachmittags im Einsatz. Unter den vielen Helfern waren auch speziell ausgebildete Canyon-Retter der Bergwacht. Am Abend leuchtete das Technische Hilfswerk (THW) einen Teil der Einsatzstelle im Tal aus. Einige Rettungskräfte standen auf Brücken der Loisach, um nach Vermissten Ausschau zu halten. In die Loisach mündet der Hammersbach, der durch die Schlucht der Höllentalklamm fließt.

Die Höllentalklamm durchwandern jedes Jahr Zehntausende Menschen. Die Schlucht mit Wasserfällen und steilen Felswänden ist ein beliebtes Fotomotiv. Das Höllental ist ein Tal im Zugspitz-Massiv des Wettersteingebirges zwischen Blassenkamm und Waxensteinkamm, durch das der Hammersbach fließt und durch das eine bekannte Aufstiegsroute von Hammersbach zur Zugspitze verläuft. Besonders markant ist dabei eben jener Einschnitt der Höllentalklamm.

mw

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