Grenzenlose Faszination und ein bisschen Angst

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Berchtesgaden - Die Faszination kennt keine Grenzen - vor allem nicht am 5. und 6. Dezember, wenn der Nikolaus mit seinen Kramperln und Buttnmandln den Talkessel in einen Ausnahmezustand versetzt.

Tausende sind bereits am Sonntag gekommen, viele aus der Traunsteiner Gegend, aus dem benachbarten Salzburger Land, um dem Schauspiel beizuwohnen, das eine große Anzahl in Fell und Stroh Gekleideter an den Tag legt.

Kramperl im Markt Berchtesgaden

Der Engelzug der Bundeswehr mit Buttenmandl und Kramperl

Los ging es am Sonntag mit dem Bundeswehr-Nikolaus, der bereits am Nachmittag von der Kaserne Strub in Richtung Markt Berchtesgaden zog. Dort warteten bereits zahllose Kinder auf eine kleine Überraschung.

Auch diese Jahr bewiesen die Soldaten ein besonderes Geschick und konnten so manches junges Mädel so richtig schön in Angst und schrecken versetzten. Gegen 16.30 Uhr zogen dann die Soldaten wieder heim in ihre Kaserne und überließen den Markt den vielen weiteren Krampuspassen der Region.

Engelzug der Bundeswehr-Soldaten zieht durch Berchtesgaden

Der "Weinfeld"-Nikolaus mit seinen Buttenmandl und Kramperl

Auch die „Weinfeld Pass“ - die Bezeichnung kommt vom Weinfeldhof - hat sich am Sonntag auf den Weg durch den Markt zu den einzelnen Häusern gemacht. Davor gab's aber ein gemeinsames Gebet an der Kirchleitenkapelle. Ihr schaurig schönes Glockengeläut kann man schon von Weitem hören. Die ganze „Pass“ besteht aus 26 Strohbuttenmandl und zwölf Kramperl.

Der Hl. Nikolaus mit seinen Buttenmandl´n und den Kramperl´n

Unterauer Kramperl und Buttnmandl gehen um

Ein besonders eindrucksvolles Brauchtum wird in der Unterau bei Berchtesgaden abgehalten. Wie am 5. und 6. Dezember üblich laufen auch dort die Kramperl und Buttnmandl um die bösen Geister vor Weihnachten zu vertreiben.

In einem alten Gutshof werden schon ab Mittag die Buttnmandl in ihr Stroh eingebunden um dann eindrucksvoll und sehr imposant aus dem Stadel heraus zu laufen. Ein Schauspiel das sich in dieser traditionellen Weise nur noch sehr selten findet.

Die jungen Männer - allesamt unverheiratet - sammeln sich anschließend um ihrem Nikolaus und sprechen mit ihm ein Gebet um dann anschließend von Haus zu Haus zu laufen.

Unterauer Kramperl und Buttnmandl gehen um

Der 5. und auch der 6. Dezember ist immer ein Highlight im Berchtesgadener Advent und da dieses Jahr der Adventmarkt sich über den gesamten Innenstadtbereich ausgedehnt und der frühe Schnee das Brauchtum in wirklich vorweihnachtliche Stimmung versetzt, ist es besonders schön dabei zu sein.

Am Sonntagabend herrschte allerdings so ein Gedränge in der Fußgängerzone, dass es zu einem Unfall kam. Als eine Kramperlpass mit dröhnenden Glocken in den Weihnachtsschützenplatz einlief, flüchteten Kinder vor den befürchteten Rutenschlägen, dabei kamen einige von ihnen zum Sturz und rissen einen 62-jährigen Einheimischen mit zu Boden.

Der Mann fiel so unglücklich auf die Schulter, dass er dabei erheblich verletzt wurde. Er musste vom BRK in das Krankenhaus Bad Reichenhall zur stationären Behandlung gebracht werden.

Die Kinder hatten sich nach dem Vorfall sofort wieder aufgerappelt und waren voller Angst weitergelaufen. Die Verursacher des Zusammenpralls sind der Polizei noch nicht bekannt, deshalb wird gebeten, sachdienliche Hinweise zu melden.

Aktivnews/Polizeiinspektion Berchtesgaden/red

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