Größerer Polizeieinsatz in München

Blutender Mann ruft um Hilfe: "Bin abgestochen worden" - doch es war alles anders

München - Mehrere Anrufer meldeten am Montag (29. Juni) einen blutenden Mann. Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an. Doch schließlich präsentierte sich die Lage anders als gedacht.

Die Pressemeldung im Wortlaut:

Am Montag, 29.06.2020, gegen 22.30 Uhr, meldeten sich mehrere Mitteiler beim Polizeinotruf 110 wegen einem blutenden Mann, der um Hilfe rief. Er gab lautstark an „abgestochen worden zu sein“. 

Aufgrund einer möglichen Beteiligung einer Waffe wurden mehr als zehn Streifen an der Einsatzörtlichkeit am Kufsteiner Platz eingesetzt. Bei den Einsatzkräften waren auch Einsatzhundertschaften aus München und Dachau beteiligt. 

Nach ersten umfassenden Ermittlungen vor Ort konnte festgestellt werden, dass der Verletzte, ein 24-jähriger Münchner, sich die Wunden selbst zugefügt hatte. Ursprung war, nach derzeitigem Ermittlungsstand, ein Rauschgiftgeschäft, das missglückte. Aufgrund dessen schlug der 24-Jährige auf eine Glasscheibe ein und zog sich so Schnittwunden zu. Er wurde zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. 

Nachdem nun der Verdacht von Besitz von Betäubungsmitteln bestand, wurde die vorherige Tatwohnung aufgesucht und geöffnet. Vor Ort konnte ein 22-jähriger Münchner in der Wohnung mit Rauschgift angetroffen und vorläufig festgenommen werden. Nach Beendigung der Anzeigenbearbeitung wurde er von der Polizeidienststelle aus entlassen. Er wurde wegen des Handelns mit Betäubungsmitteln angezeigt.

Der verletzte 24-jährige Münchner wurde ebenfalls wegen einem Verstoß nach dem Betäubungsmittelgesetz angezeigt. Das Kommissariat 83 hat die weiteren Ermittlungen übernommen.

Pressemitteilung Polizeipräsidium München

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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