Großes Interesse am Grabfeld

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Das Grabfeld der katholischen und evangelischen Kirche findet großes Interesse auf der Landesgartenschau.

Rosenheim - Katholische und evangelische Kirche ziehen eine erste Bilanz zu ihrem Programm auf der Landesgartenschau. Großes Interesse findet dabei besonders auch das Grabfeld am Mühlbachbogen, heißt es. **LGS-Special**

Das Erzbischöfliche Ordinariat München und die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern präsentieren sich auf dem Grabfeld mit einem eigenen Beitrag: In Zusammenarbeit mit der Akademie der Bildenden Künste in München wurde ein Ideenwettbewerb zur Gestaltung eines Gemeinschaftsgrabs ausgelobt, dessen Ergebnis auf dem Grabfeld zu sehen ist.

LGS-Special

Die Kirchen wollen zeigen, dass ein kostengünstiges Grab, das als Ort christlicher Erinnerung und Zeichen der Hoffnung gestaltet wird, eine Alternative zu anonymer Bestattung sein kann.

Die Studenten der Studienwerkstatt für Steinbildhauerei unter Leitung von Daniel Bräg waren am Werk. Sie waren aufgefordert, kreative und zeitgemäße Entwürfe für eine Grabgestaltung zu finden, die auf den aktuellen Wandel der Bestattungskultur eingehen.

Auf dem Grabfeld ist jetzt der Vorschlag von Andreas Pfeiffer zu sehen, der den Preis für die Gestaltung eines Gemeinschaftsgrabs gewonnen hat. Sein Entwurf "Abbild der Abwesenheit" sieht einen Abdruck des frischen Erdbodens im Negativ auf einer Platte aus weißem Beton vor, auf dessen Rückseite Gedenkschrift und ein christliches Symbol eingelassen werden.

Bei einem weiteren Begräbnis wird eine neue Platte hinzugefügt. Die Platten werden hochkant an Metallstehlen angelehnt, sodass man wie in einem Buch blättern kann. Der Künstler will mit dem Abdruck der Erde die Abwesenheit des Verstorbenen ausdrücken, der in der letzten Zeremonie des Begräbnisses von der Erde aufgenommen wurde.

Auf dem Grabfeld, das der Bestattungskultur der großen Religionen gewidmet ist, werden im christlichen Teil innovative Formen von Grabkultur und Orten der Trauer vorgestellt. Katholische und evangelische Seelsorger gestalten im Wechsel Führungen mit jeweils rund 40 Besuchern. Sie finden jeden zweiten Sonntag um 15 Uhr und jeden zweiten Mittwoch um 17 Uhr statt. Die nächsten Termine sind Sonntag, 13. Juni, und Sonntag, 27. Juni sowie Mittwoch, 2. Juni, und Mittwoch, 16. Juni.

Weitere Veranstaltungen zur christlichen Bestattungskultur sind am Dienstag, 1. Juni, um 17 Uhr ein interreligiöses Podiumsgespräch in der Arche zum Thema "Sterben und Tod in den Weltreligionen". Vertreter von Islam, Judentum, Buddhismus und Christentum sprechen über Bestattungsformen. Die international bekannte "Szenen-AG" tritt am Sonntag, 6. Juni, um 13, 14 und 15 Uhr bei der "Clownesk ernste Grabbegehung" auf.

Die christliche Begräbniskultur will das Erzbischöfliche Ordinariat mit einer Broschüre verdeutlichen. Zur Landesgartenschau erschien das 40 Seiten umfassende Heft "Bestatten und Erinnern". Darin gibt es eine Einführung in den christlichen Glauben von Tod und Auferstehung und Erläuterungen zu einer christlichen Bestattung und zu neuen Formen der Bestattung. Es finden sich auch Anregungen zur Gestaltung von Abschiedsritualen, der Feier des Requiems und eine Handreichung für den Trauerfall. Die Broschüre kann beim Erzbischöflichen Ordinariat bestellt werden.

re/Oberbayerisches Volksblatt

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