"Grüß Gott, Bad Reichenhall"

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Oberst Peter Utsch übergab beim Appell auch offiziell das Kommando wieder an Johann Langenegger.

Bad Reichenhall - Mit einem großen Rückkehrerappell unter der Schirmherrschaft von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer haben sich die heimischen Gebirgsjäger am Freitagabend in Bad Reichenhall zurückgemeldet.

Die Schirmherrschaft bekam dabei eine ganz neue Bedeutung: da es aus Kübeln goss, wurde kurzerhand neben dem Rednerpult ein Soldat mit einem Regenschirm postiert. Er sorgte dafür dass die Redner während ihrer Ansprachen trocken blieben. Den angetretenen Soldaten selbst hielt keiner den Schirm, aber die Freunde darüber, gesund in die Heimat zurückgekehrt zu sein, ließ sie das akzeptieren. Brigadegeneral Johann Langenegger fasste es in Worte: "Am heutigen Tag dürfen wir uns zurecht freuen, weil eine anstrengende und schwierige Zeit hinter uns liegt."

Alle Soldaten kehrten nicht aus dem insgesamt ein Jahr dauernden Einsatz der Gebirgsjägerbrigade 23 zurück. In Afghanistan verloren sechs Soldaten unter dem Kommando der Gebirgsjäger ihr Leben, einer vom Standort Bischofswiesen/Strub. Ihrer gedachten die anwesenden Soldaten, Ehrengäste und Besucher mit einem Gebet und einem Musikstück. Währenddessen prasselten der Regen so stark, dass man den Eindruck bekommen konnte, der Himmel weine um sie - Gänsehautfeeling pur.

Nikolaus Carstens, Jared Sembritzki und Mike Zimmermann (v.l.) kämpften in Afghanistan um Leib und Leben.

Dieses Gefühl kam auch auf, als Langenegger zusammen mit Peter Ramsauer und Bad Reichenhalls Oberbürgermeister Herbert Lackner drei Offiziere für ihren Einsatz in Afghanistan ehrte. Oberstleutnant Nikolaus Carstens, der Kommandeur des Gebirgsjägerbataillons 232, und Oberstleutnant Jared Sembritzki, Kommandeur des Gebirgsjägerbataillons 231, erhielten die "Einsatzmedaille der Bundeswehr Gefecht". Kompaniechef Hauptmann Mike Zimmermann bekam das "Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold". "Sie alle leisteten etwas Besonderes - sie leisteten etwas Besonderes unter Einsatz ihres Lebens", betonte der Brigadegeneral. "Es ist wichtig und richtig, dass Soldaten wieder für ihre Tapferkeit geehrt werden dürfen", ergänzte Ramsauer.

Langenegger kehrte daraufhin zu allen Soldaten zurück, die ihren Dienst im vergangenen Jahr in Afghanistan oder im Kosovo geleistet haben. "Sie alle haben sich tapfer geschlagen, jeder Mann an seinem, jede Frau an ihrem Platz. (...) Zuverlässig, kameradschaftlich, hilfsbereit, bescheiden, ohne viel Aufheben um die eigene Leistung und standhaft auch unter Gefahr für Leib und Leben - darauf dürfen Sie stolz sein." Der General dankte auch den Daheimgeblieben: "Ihnen, den Angehörigen, die schließlich ebenso alleine zu Recht kommen müssen, gilt mein ganz besonderer persönlicher Dank - ebenso wie all denen, die während unserer Abwesenheit um unsere Familien besorgt waren."

Rückkehrerappell in Bad Reichenhall

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Die Aussage von Herbert Lackner: "Zwischen die Gebirgsjäger und Bad Reichenhall passt kein Blatt Papier." konnte Langenegger nur bestätigen: "Wir nahmen (...) über unsere Angehörigen dankbar zur Kenntnis, dass Sie sich im wahrsten Sinne des Wortes um uns 'kümmerten'."

Zum Abschluss des Appells legten die neuen Rekruten der Gebirgsjägerbrigade 23 ihr Gelöbnis ab. Sie und ihre Kameraden werden am Samstag beim Tag der offenen Tür in der Kaserne Bad Reichenhall anschaulich ihre Arbeit vorstellen.

Christine Zigon

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