Haiti: OVB-Medienhaus spendet 10.000 Euro

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Einen 10.000-Euro-Scheck überreichte OVB-Geschäftsführer Oliver Döser an Ulrich Brunner, den Vorsitzenden von "Apotheker ohne Grenzen Deutschland".

Rosenheim/Port-au-Prince - Einen 10.000-Euro-Scheck überreichte OVB-Geschäftsführer Oliver Döser an Ulrich Brunner, den Vorsitzenden von "Apotheker ohne Grenzen Deutschland", für die Haiti-Hilfe.

"Noch immer haben wir schwere Eingriffe wie Amputationen mit einfachsten Mitteln zu bewältigen. Die Zahl der Notfälle geht aber zurück", berichtet Apothekerin Dr. Julia Micklinghoff 14 Tage nach dem Erdbeben aus Haiti. Gleichzeitig wartet sie ungeduldig auf Nachschub an Medikamenten - und der ist unterwegs.

Haiti: Überlebender nach zwölf Tagen gerettet

"Wir haben derzeit vier ehrenamtliche Helferinnen und Helfer im Erdbebengebiet. Micklinghoff ist eine davon", so Ulrich Brunner aus Oberaudorf, Vorsitzender von "Apotheker ohne Grenzen Deutschland". Die starke Präsenz der Hilfsorganisation auf Haiti stellt sicher, dass jeder Spenden-Cent auch tatsächlich dort ankommt und eingesetzt wird, wo die Not am größten ist.

OVB-Geschäftsführer Oliver Döser ist deshalb sicher, dass eine 10.000-Euro-Spende des OVB-Medienhauses für die Haiti-Hilfe bei den "Apothekern ohne Grenzen" in besten Händen ist. "Gerade die hoffnungslose Lage vieler Kinder im Erdbebengebiet hat mich sehr betroffen gemacht," so Döser, der sich noch gut an das beherzte Engagement Brunners und seiner 850 Kollegen vor fünf Jahren nach dem Tsunami in Asien erinnert.

Dass man mit 10.000 Euro auf Haiti viele Leben retten, Wunden heilen und Krankheiten vorbeugen kann, zeigt das von den "Apothekern ohne Grenzen" für rund 8000 Euro beschaffte "Emergency Health Kit" - ein speziell für Katastrophen entwickeltes medizinisches Notfallpaket mit einer standardisierten Zusammenstellung von Arzneimitteln wie Antibiotika, Schmerzmitteln, Verbandmaterial oder Wasserentkeimungstabletten. Brunner: "Mit nur einem Paket können wir bis zu 10.000 Haitianer über drei Monate medizinisch versorgen."

Auch ansonsten ist die Anteilnahme in der Region groß. Die Welle der Hilfsbereitschaft rollt. Die Heufelder Firma Süd-Chemie spendete eine mobile Trinkwasseraufbereitungsanlage (siehe "Die gute Nachricht"), das Behandlungszentrum Vogtareuth reagierte schnell auf einen Hilferuf der Münchener Flughafenfeuerwehr. Pflegekräfte und Ärzte stellten innerhalb von 48 Stunden dringend benötigte medizinische Hilfsgüter zusammen: Notfallausrüstung, Bestecke für kleinere Operationen, Verbandmittel, Medikamente und Infusionen. "Wir möchten mit den Sachspenden die medizinische Versorgung verbessern", erklärt Dr. Alexander Schmid, Kaufmännischer Leiter in Vogtareuth. Sie sollen in einem Notlazarett am Stadtrand von Port-au-Prince zum Einsatz kommen.

Indessen hat die "grenzenlose" Apothekerin Micklinghoff gemeinsam mit dem Team von Humedica e.V. (Kaufbeuren) eine leerstehende Augenklinik in ein Unfallkrankenhaus verwandelt: "Wir haben da jetzt eine relativ gut ausgestattete Apotheke - eine große Chance für viele Schwerverletzte."

Am Samstag sind drei weitere Kollegen - darunter Dr. Thomas Bergmann aus Penzberg - in München abgeflogen. Eine Mission mit Startschwierigkeiten: Ihre Maschine musste zunächst in Kanada notlanden. Inzwischen ist das Trio über Puerto Plata in der Dominikanischen Republik ins Katastrophengebiet vorgestoßen, um die Basisversorgung der Bevölkerung zu sichern. Ihr erster Eindruck: "Von dem, was man ,Alltag' nennt, sind wir hier weit entfernt." ls

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