Amoklauf aus rechtsextremem Hintergrund?

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Der 16-jährige Martin P. soll am 1. November 1999 in Bad Reichenhall vier Menschen und sich selbst erschossen haben. Handelte er aus rechtsextremistischen Hintergrund?
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Bad Reichenhall - Fast 15 Jahre ist es her, dass ein damals 16-Jähriger vier Menschen und dann sich selbst erschoss. Jetzt könnte der Fall neu aufgerollt werden.

Das Gemeinsame Abwehrzentrum gegen Rechtsextremismus soll laut Berichten des Bayerischen Rundfunks insgesamt 40 Fälle in Bayern neu untersuchen. Bei diesen Fällen lege der Verdacht nahe, dass sie von Rechtsextremen verübt wurden. So auch der Amoklauf von Martin P. am 1. November 1999.

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Der damals 16-Jährige hatte sich Zugang zu dem Waffenschrank seines Vaters, eines Sportschützen, verschafft. Er verschanzte sich mit mehreren Schusswaffen im Haus seiner Eltern und schoss dann aus dem Fenster. Der Bad Reichenhaller tötete zwei Passanten, einer erlag einen Tag später seinen schweren Verletzungen. Nach den wahllosen Schüssen auf Passanten - wobei sechs zum Teil schwer verletzt wurden -- zielte der 16-jährige Täter noch auf seine Schwester (18) und drückte fünfmal ab. Sein Motiv ist bis heute nicht abschließend geklärt.

Laut dem BR vermutet das Gemeinsame Abwehrzentrum gegen Rechtsextremismus einen rechtsextremen Hintergrund hinter der Tat. BGLand24 wartet noch auf eine Stellungnahme des Abwehrzentrums, das nach dem Aufkommen der NSU-Morde gegründet wurde.

Ein Sprecher des Landeskriminalamts (LKA) soll am Montag den Bericht des Bayerischen Rundfunks bestätigt haben. Zu einzelnen Fällen äußerte er sich demnach nicht. „Wir machen ganz bewusst keine Angaben, welche Fälle das sind.“

Wie der Bayerische Rundfunk außerdem berichtet, verzeichne die offizielle Polizeistatistik für Bayern neben den fünf NSU-Morden in Nürnberg und München bislang nur einen einzigen Toten durch extrem rechte Gewalt seit der Wiedervereinigung: Carlos Fernando aus Mosambik, der am 15. August 1999 im oberbayerischen Kolbermoor von einem Rassisten erschlagen wurde.

Quelle: BGland24.de

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