Hauptzollamt München stellt seine Jahresbilanz für 2017 vor

950 Kilo Rauschgift und 245 verbotene Waffen aus dem Verkehr gezogen

München - Der Münchner Zoll hatte im Jahr 2017 alle Hände voll zu tun. So sieht die Bilanz aus:

"Zu den Schwerpunkten im vergangenen Jahr zählten nach wie vor die Bekämpfung des internationalen Drogenschmuggels und der Schwarzarbeit sowie die Erhebung von Verbrauchsteuern, Einfuhrumsatzsteuer und Zöllen", so der Leiter des Hauptzollamts München, Gerhard Rittenauer.

Einnahmen für Ausgaben 

Das Hauptzollamt München hat im Jahr 2017 rund 8,6 Milliarden Euro für die Kassen des Bundes, der Europäischen Union und für das Land Bayern eingenommen. Die Haupteinnahmequelle waren dabei die Verbrauchsteuern. Darunter machte die Tabaksteuer mit 4,7 Milliarden Euro (*) den größten Anteil aus. Die den Ländern zustehende Biersteuer brachte dem Land Bayern rund 42 Millionen Euro ein.

Einnahmen des HZA München im Jahr 2017 in Euro 

  • Zölle 374.144.515 
  • Einfuhrumsatzsteuer 2.169.250.443 
  • Verbrauchsteuern (*) 5.838.565.774 
  • Kraftfahrzeugsteuer 220.000.000 
  • Luftverkehrsteuer 28.000.000 
  • Einnahmen gesamt 8.629.960.732

(*) darin enthalten der Wert der verwendeten Steuerzeichen im örtlichen Geltungsbereich

Außenprüfung 

Der Prüfungsdienst des Hauptzollamts München, der auf den Gebieten Zoll, Warenursprung und Präferenzen, Verbrauchsteuern sowie Außenwirtschaftsrecht tätig ist, hat im vergangenen Jahr 361 Prüfungen vorgenommen. Dabei forderte der Zoll von verschiedenen Firmen rund acht Millionen Euro nach und erstattete 1,2 Millionen Euro.

Finanzkontrolle Schwarzarbeit - Schaden von der Allgemeinheit abwenden 

Kein Unternehmen, das seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ordnungsgemäß beschäftigt, kann mit Firmen konkurrieren, die das Geschäft mit Schwarzarbeitern betreiben. Mit seinem Einsatz gegen die Schwarzarbeit trägt der Zoll zur gerechten und korrekten Abführung der Abgaben, wie zum Beispiel den Sozialversicherungsbeiträgen, bei. Schwarzarbeiter und ihre Auftraggeber schaden der Allgemeinheit: Sie betrügen die Sozialversicherung, hinterziehen Steuern und gefährden Arbeitsplätze.

Die Bediensteten der Finanzkontrolle Schwarzarbeit haben im Jahre 2017 insgesamt 1.464 Arbeitgeber überprüft. Unter anderem waren das Baugewerbe und der Gastronomiebereich Ziel der Überprüfungen der knapp 100 Bediensteten des Hauptzollamts München.

In diesem Bereich wurden
  • rund 25,5 Millionen Euro Schadenssumme ermittelt und 
  • in rund 2.200 Strafverfahren Freiheitsstrafen von 62 Jahren verhängt.

Der Zoll am Flughafen München - Sicherheit für die Bürger 

"Haben Sie Waren anzumelden?" Auf diese Frage lässt sich die Arbeit des Zolls schon lange nicht mehr reduzieren. Rund 400 Zöllnerinnen und Zöllner sichern am Münchner Flughafen die Leistungsfähigkeit unseres Gemeinwesens, fördern den Wirtschaftsstandort Deutschland und tragen zur Stabilisierung unserer Sozialsysteme bei. Sie schützen die Wirtschaft vor Wettbewerbsverzerrungen, die Verbraucher vor mangelhaften Waren aus dem Ausland und die Bevölkerung vor den Folgen grenzüberschreitender organisierter Kriminalität.

Rauschgift: Die Beamten stellten im vergangenen Jahr bei zahlreichen Rauschgiftschmuggelfällen insgesamt 950 Kilogramm Rauschgift fest. Dabei wurden Kokain, Ecstasy und Khat aus dem Verkehr gezogen.

Verbotene Gegenstände und Waffen: Insgesamt 245 verbotene Waffen, primär Schlagringe, Wurfsterne, Butterfly- sowie Springmesser haben die Zöllner am Flughafen sichergestellt.

Artenschutz: Die Zöllner registrierten 118 Verstöße gegen das Washingtoner Artenschutzübereinkommen. 2856 Verarbeitungserzeugnisse, wie beispielsweise Lederwaren aus Reptilienleder oder Cremes mit Bestandteilen geschützter Pflanzen, wurden den Reisenden im Laufe des vergangenen Jahres abgenommen. Daneben gab es noch Verstöße mit insgesamt 111 lebenden Tieren, die den Reisenden abgenommen wurden.

Strafverfahren: Weil Reisende ihre Mitbringsel nicht beim Zoll am Flughafen München anmeldeten, wurden insgesamt 1.339 Strafverfahren eingeleitet. Als "abgabenrechtliche Sanktion" wurde bei 2.342 Personen ein Zollzuschlag erhoben.

Zollamt München-Flughafen - Partner der Wirtschaft 

Das Zollamt München-Flughafen überwacht die Ein-, Aus- und Durchfuhr von Waren und setzt die zu erhebenden Einfuhrabgaben fest.

Im vergangenen Jahr haben die Zöllnerinnen und Zöllner knapp 1,02 Milliarden Euro an Zöllen und Einfuhrumsatzsteuer erhoben. Insgesamt haben die Zöllner über 1,41 Millionen Ausfuhr- und 140.000 Einfuhrsendungen (*) abgefertigt.

(*) ohne durch das HZA abgewickelte vereinfachten Anmeldungen

Zollamt Garching-Hochbrück 

Das Zollamt ist zuständig für die Einfuhr- und Ausfuhrabfertigung der Millionen-Stadt München. Dazu gehören auch die rund 50.000 Postsendungen, die sich die Bürgerinnen und Bürger mit der Deutschen Post AG aus Nicht-EU-Ländern haben schicken lassen. Insgesamt haben die Beamten im vergangenen Jahr 717. 000 Ausfuhr- und 107.000 Einfuhrsendungen (*) abgefertigt und über 94 Millionen Euro an Zöllen und Einfuhrumsatzsteuer erhoben."

(*) ohne durch das HZA abgewickelte vereinfachten Anmeldungen

"Der Internethandel boomt nach wie vor; aber nicht alles ist erlaubt; deshalb Augen auf beim ONLINE-Kauf", so Thomas Meister, Pressesprecher des Hauptzollamts München.

Produktfälschungen 

Wie im vergangenen Jahr landeten wieder einmal zahlreiche Waren mit Fälschungen angesagter Markenprodukte beim Münchner Zoll. Im Jahr 2017 wurden 194 Verstöße registriert. Insgesamt wurden rund 14.000 gefälschte Markenartikel, vornehmlich Schuhe und elektronische Artikel namhafter Hersteller im Wert von rund 500.000 Euro, aus dem Verkehr gezogen.

Schule beendet -was dann? Tag der Ausbildung beim Münchner Zoll 

Wer sich für den Beruf des Zöllners interessiert, hat am 12. Mai 2018 die einmalige Chance sich persönlich vor Ort ein Bild zu machen und sich zu informieren. An diesem Tag wird ein Infotag in der Landsberger Str. stattfinden, zu dem sich alle Interessierten unter presse.hza-muenchen@zoll.bund.de anmelden können.

Pressemitteilung Hauptzollamt München

Rubriklistenbild: © Zoll

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