Heiße Phase im Streit ums Rauchverbot

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In Deutschland wächst die Zustimmung zum Rauchverbot in Gaststätten. Vor allem die Gelegenheitsraucher und die regelmäßigen Raucher befürworten das Verbot heute deutlich häufiger als noch vor drei Jahren. Lediglich bei den ehemaligen Rauchern ist die Zustimmung sehr leicht zurückgegangen. Das besagt eine Auswertung des Deutschen Krebsforschungsinsituts vom Juni 2010.

Nürnberg/München - "Förderung der Schwarzgastronomie" oder "verträgliche Lösung"? Am Sonntag, 4. Juli, findet der Volksentscheid über das Rauchverbot statt. Gegner und Befürworter werben um Stimmen.

Wenige Tage vor dem Volksentscheid zum Nichtraucherschutz in Bayern haben Gegner des kompletten Rauchverbots für eine Beibehaltung der jetzigen Regelung geworben. Das aktuell gültige Gesetz habe sich mittlerweile bei Wirten und Gästen bestens eingespielt, sagte der Präsident des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes (BHG), Siegfried Gallus, am Montag (28. Juni). Noch nie habe es in Bayern so viele rauchfreie Gaststätten gegeben, ergänzte Gallus laut Mitteilung. Bayernweit seien mittlerweile zwischen 80 bis 85 Prozent aller Betriebe rauchfrei. 

Förderung der "Schwarzgastronomie"

“Das Gesetz ist eine sehr verträgliche Lösung“, sagte Michael Hahn, Chef der Vereinigung der Bayerischen Festwirte, am Montag in Nürnberg. Nach Einschätzung von Fritz Ebert, dem mittelfränkischen Bezirksvorsitzenden des Hotel- und Gaststättenverbandes, bedroht ein strenges Rauchverbot in Gastronomiebetrieben vor allem die ländlichen Dorfwirtschaften, wo die Menschen dann zu ihrem Feierabendbier nicht mehr rauchen dürften. “Und was machen sie? Sie treffen sich dann in einer Garage oder im Partykeller. Damit wird die Schwarzgastronomie gefördert“, sagte er.

3000 tote Passivraucher im Jahr

Die Bayerische Landesärztekammer (BLÄK) dagegen forderte die Bürger im Freistaat auf, am Sonntag (4. Juli) ein umfassendes Rauchverbot in Kneipen, Gaststätten und Diskotheken zu befürworten. Der Gesundheitsschutz müsse Vorrang haben, sagte BLÄK-Präsident Hellmut Koch am Montag laut Mitteilung. Es gebe keine Alternative zu einem konsequenten Nichtraucherschutz, betonten die Vertreter der Landesärztekammer und verwiesen auf mehr als 3000 Todesfälle jährlich in Deutschland, die auf das Passivrauchen zurückgehen.

Derzeit gilt in bayerischen Gaststätten ein Rauchverbot mit Ausnahmen: Rauchen in Bier- und Festzelten, kleinen Bierstuben und Nebenräumen größerer Gaststätten ist erlaubt. Die Gegner dieser Regelung fordern ein komplettes Rauchverbot.

dpa

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