Herbstfest: Rauchen nur noch im Freien!

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Rosenheim - Seit Dienstag ist es beschlossene Sache: Es wird auf dem Herbstfest keine Ausnahmeregelung in Sachen Nichtraucherschutz geben. Wir haben mit Oliver Horner vom Ornungsamt über die Durchsetzung gesprochen.

Die Vertreter des Ordnungsamtes der Stadt trafen sich am Dienstag, im Rahmen der Sicherheitsgespräche, mit Vertretern der Polizei, dem wirtschaftlichen Verband, den Festwirten, dem Sicherheitsdienst und den Brauereien. Sie verständigten sich auf die Umsetzung des Nichtraucherschutzes auf dem Herbstfest. Wie Radio Charivari berichtet, soll die Einhaltung des neuen Gesetzes allerdings in den Zelten auf eine humane Art überprüft, so Oliver Horner vom Ordnungsamt. Platzverweise und Geldstrafen soll es nur im Ausnahmefall geben.

Wie werden Sie vom Ordnungsamt das Gesetz nun auf dem Herbstfest durchsetzen?

"Also wir haben mit der Durchsetzung nichts zu tun. Dafür sind die Gastwirte verantwortlich. Das wurde gestern bei der Sitzung beschlossen. Wir werden jetzt bestimmt auch keine Raucher-Polizei auf dem Herbstfest patrollieren lassen."

Und was werden die Gastwirte unternehmen, um den Nichtraucherschutz in den Zelten zu gewährleisten?

"Es wird Rauchverbots-Schilder in den Zelten geben. Außerdem werden die Aschenbecher aus dem Festzelt geräumt. Der Tabakverkauf wird auf die Außenbereiche beschränkt und es wird regelmässige Durchsagen im Zelt geben."

Wo sollen die Besucher in Zukunft ihre Glimmstängel rauchen?

"Da es dieses Jahr noch keine ausgeschriebenen Raucherbereiche geben wird, werden die Leute gebeten, im Freien zu rauchen. Je nachdem wie das funktioniert, werden im nächsten Jahr möglicherweise Raucherbereiche eingerichtet. Aber in diesem Jahr fehlt einfach der Platz ."

Was passiert einem Raucher, der im Festzelt anfängt zu qualmen?

"Er wird von den Ordnungkräften gebeten, zum Rauchen ins Freie zu gehen. Das Thema soll mit so viel Fingerspitzengefühl wie möglich angepackt werden. Außerdem wollen wir Bußgelder fürs Rauchen eher vermeiden. Darüber hinaus zählen wir auch auf die Vernunft der Besucher, fürs Rauchen einfach ins Frei zu gehen."

Falls sich jemand aber uneinsichtig zeigt und sich weigert zum Rauchen vor die Tür zu treten?

"Außreißer gibt es immer. Und wenn ein Besucher anfängt zu streiten oder zu randalieren, dann wird die Polizei gerufen. Aber in solchen Fällen geht es ja dann nicht mehr ums Rauchen."

Sind wegen des Nichtraucherschutzes zusätzliche Ordnungshüter vor Ort?

"Nein, das ist die Aufgabe der Gastwirte, den Nichtraucherschutz in den Zelten durchzusetzen."

Was blüht denn einem Gastwirt, wenn er das Rauchverbot nicht durchsetzt?

"Davon gehen wir nicht aus. Die Festwirte haben sich bei der Sitzung am Dienstag sehr konstruktiv gezeigt und alle sind gewillt, den Nichtraucherschutz in den Zelten durchzusetzen."

Interview Patrick Steinke

Fotostrecke: Rauchverbote in den Bundesländern

Rauchverbote in den Bundesländern

Straubing zeigt, wie's geht

Das Gäubodenfest in Straubing ist mit 1,2 Millionen Besuchern das zweitgrößte Volksfest Bayerns. Zunächst hielten sich auch hier hartnäckig Gerüchte, dass es vielleicht eine Ausnahme geben könnte, so wie auf der Münchner Wiesn. Dort will man dieses Jahr - wegen des 200-Jahr-Jubiläums - noch einmal beide Augen zudrücken und auf Kontrollen und Sanktionen verzichten. Aber daran denkt bei den Verantwortlichen in Straubing niemand: Stadt, Festwirte und die Ausstellungs- und VeranstaltungsGmbH erteilten der Ausnahmegenehmigung eine deutliche Absage. Gemeinsam wurde ein Maßnahmenkatalog entwickelt, der den Wirten bei der Umsetzung helfen soll:

  • Auf das Rauchverbot wird in den Zelteingängen und Festzelten deutlich hingewiesen.
  • In den Zelten werden keine Tabakwaren mehr verkauft.
  • Außerdem werden regelmäßig Durchsagen gemacht, die auf das Rauchverbot hinweisen.
  • Die Zahl der Sicherheitskräfte wird erhöht und entsprechend geschult.
  • Entsprechende Einweisungen gibt es auch für die Bedienungen.

Trotz der Verstärkung der Sicherheitskräfte, wird es am Gäubodenfest aber keine "Raucherpolizei" geben. Die Einhaltung des Rauchverbots wird von den Sicherheitsbehörden nur im Rahmen der üblichen Begehungen kontrolliert werden.

Quelle: tz

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