Selbst anpacken ist zu gefährlich

Hochwasser: So können Sie Flutopfern helfen

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Viele Menschen wollen die Hochwasser-Opfer tatkräfitig unterstützen. Doch das kann auch gefährlich sein 

Passau - Das Hochwasser bewegt ganz Bayern. Viele Menschen wollen den Opfern helfen, zum Beispiel mit Unterkünften oder Geld- und Sachspenden. Das THW warnt jedoch eindringlich davor, unkoordiniert in Katastrophengebiete zu fahren.

Während in Passau die Aufräumarbeiten begonnen haben, bedrohen die Wassermassen immer noch Straubing und den Landkreis Deggendorf. Mehrere Deiche drohen zu brechen. Zahlreiche Ortschaften und Stadtteile mussten evakuiert werden. Viele Menschen haben deshalb derzeit kein Dach über dem Kopf, und selbst wenn die Flut weicht, stehen sie vor den Trümmern ihrer Existenz. Ihr Hab und Gut wurde vom schlammigen Wasser zerstört.

Diese Schicksale bewegen ganz Bayern. Tausende Menschen, die vom Hochwasser verschont geblieben sind, wollen den Betroffenen helfen. Nur wie? Auf zahlreichen Facebook-Seiten wird vor allem um vorübergehende Unterkünfte und Sachspenden gebeten. Und die Resonanz ist beeindruckend: Privatpersonen bieten den Flutopfern leerstehende Zimmer, (Ferien-)Wohnungen oder die ausziehbare Couch im eigenen Wohnzimmer an. Außerdem werden zum Beispiel Kleider, Möbel, Kinderwägen und vereinzelt Pumpen und Schläuche angeboten. Mancherorts wurden dafür bereits Sammelstellen eingerichtet. Teilweise haben sich Unternehmen dazu bereiterklärt, die Spenden zu den Betroffenen zu transportieren.

Auf der Facebook-Seite "Hochwasserhilfe Straubing" steht jedoch: "Aufgrund des langsam sinkenden Wasserpegels ist es aktuell schwer, Hilfe zu koordinieren oder die Kleider- und Sachspenden zu vermitteln." Die Helfer vor Ort wären aber dankbar, wenn sie mit Brotzeit, Getränken oder Sonnenschutz versorgt werden würden, heißt es weiter.

Viele Menschen haben auch das Bedürfnis anzupacken - ob beim Aufschichten von Sandsäcken oder beim Aufräumen. Auch sie versuchen sich über Facebook-Gruppen zu organisieren. Zudem bieten zahlreiche Radiosender die Vermittlung von Hilfskräften an.

Die Stadt Freyung im Bayerischen Wald schickt sogar ausgebildetes Personal zum Helfen nach Passau. Via Facebook teilte die Stadt mit: "Morgen früh werden alle verfügbaren städtischen Mitarbeiter aus Bauhof, Kläranlage sowie Hausmeister nach Passau aufbrechen, um dort bei der Beseitigung der Hochwasserschäden mitzuwirken. Die Stadt stellt auch schweres Gerät wie Radlader und Unimogs zur Verfügung, um der Patenstadt Passau zu helfen." Die Drei-Flüsse-Stadt traut es sich auch zu, ungeübte Helfer zu koordinieren: "Das City Marketing Passau Büro in der Großen Klingergasse dient morgen als Koordinierungsstelle für alle freiwilligen zivilen Helfer. Mit Schaufel & Co. morgen ab 9 Uhr vorbeikommen, und wir sagen euch, wo Hilfe benötigt wird! Pack ma's an!", heißt es auf der Facebook-Seite "Fluthelfer Passau". In Deggendorf gibt es einen ähnlichen Appell.

Nach Angaben des THW müssten alle Freiwilligen bedenken, dass die Arbeit in den überfluteten Städten durchaus gefährlich ist. Die vielen freiwilligen Helfer, die zum Teil extra in die Hochwassergebiete reisen, sind zum Beispiel nicht versichert, falls ihnen dort etwas passiert.

Hinzu komme, dassdie meisten keine Erfahrung hätten und oft gar nicht wüssten, wo und wie sie konkret anpacken müssen.

Natürlich spricht aber nach Angaben des THW nichts dagegen, dass Freiwillige vor Ort mit anpacken. Nur wird davon abgeraten, unkoordiniert in überflutete Gebiete zu fahren. Dafür braucht man die nötige Ausbildung. Grundsätzlich sei es natürlich positiv zu bewerten, seine Hilfe anzubieten.

Diese Internet- und Facebook-Seiten organisieren Hilfe

Facebook: Hochwasserhilfe Straubing

Facebook: Hochwasserhilfe Passau

Facebook: Fluthelfer Passau

Facebook: Hochwasser Deggendorf 2013

Facebook: Hochwasser Bayern 2013

Facebook: Hochwasser Zimmervermittlung

Antenne Bayern und Sat.1 Bayern: Aktion "Bayern helfen Bayern"

Bayerischer Rundfunk: Hilfsaktion von Bayern 1 und "Aufräumen nach der Flut mit Bayern 3"

Private Seite: www.flut-hilfe-sofort.de

Private Seite: www.hochwasser-hilfe.info

Auch das Tierheim "Ilzer Katzenstubn" bei Passau braucht dringend Hilfe: www.arbeitskreis-katzenhilfe.de

Spendenkonten

Hochwasserhilfe Bayern

Kontonummer: 82 000

Bayern LB

BLZ: 700 500 00

oder unter der gebührenfreien Spendenhotline von 8 bis 18 Uhr unter 0800 / 272 6768

Bayerisches Rotes Kreuz (BRK)

Spendenkonto: 2 2 2 2 2

Bayerische Landesbank

BLZ: 700 500 00

Stichwort: Hochwasserkatastrophe 2013

Stiftung der Passauer Neuen Presse

Kennwort: PNP-Fluthilfe

Kontonummer: 30 365 373

Sparkasse Passau

BLZ: 740 500 00

Für Spenden aus dem Ausland:

IBAN: DE30740500000030365373

BIC: BYLADEM1PAS

Aktion Deutschland Hilft

Kontonummer: 10 20 30

Bank für Sozialwirtschaft

BLZ: 370 205 00

Stichwort: Hochwasserhilfe 2013

Spendenhotline: 0900 / 55 102030 (gebührenfrei aus dem dt. Festnetz,. Mobilfunk abweichend)

Hochwasser in Bayern: Bilder aus dem Tegernseer Tal

mm

"Hochwasserhilfe Bayern" (Bayerisches Sozialministerium)

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