Gefahrgut auf der A8 zwischen Hofolding und Holzkirchen

„Gasgeruch“ über sechs Kilometer weit sorgt für Suchaktion der Feuerwehr und Polizei

Als Ursache des vermeintlichen Gasgeruchs wurde ein Transporter auf einem Rastplatz der A8 zwischen Holzkirchen und Hofolding ausgemacht.
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Als Ursache des vermeintlichen Gasgeruchs wurde ein Transporter auf einem Rastplatz der A8 zwischen Holzkirchen und Hofolding ausgemacht.

Hofolding/Holzkirchen/A8 - Seit dem frühen Morgen des 12. Februar gegen 4 Uhr war die Feuerwehr im südlichen Landkreis München unterwegs, weil Mitteilungen über starken Gasgeruch bei den Leitstellen eingingen.

Update, 20.55 Uhr - Pressebericht der Verkehrspolizei Rosenheim

Ein 42-jähriger Fahrer eines niederländischen Gefahrgut-Tankzuges parkte in der Nacht zum Freitag auf dem Parkplatz Aying um seine Ruhezeit einzubringen. Zuvor hatte er sein Gefahrgut – ein Odorierungsmittel, welches als Sicherungszusatz geruchslosem Gas beigemischt wird und diesem dann den typischen Gasgeruch verleiht - in Italien entladen und war auf der Rückfahrt in die Niederlande und demnach leer aber ungereinigt. Das Gefahrgut ist leicht entzündlich und umweltgefährdend. In den frühen Morgenstunden meldeten dann mehrere Bürger erheblichen Gasgeruch im Bereich der Autobahn.

Als Ursache konnte der Gefahrgut-Lkw ausgemacht werden, woraufhin der Parkplatz gesperrt und der Gefahrgut-Trupp des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd alarmiert wurde. Im Armaturenschrank des Tanksattelanhängers konnten erhöhte Messwerte festgestellt werden. So sind wohl beim Entleeren des Tanks in Italien geringe Mengen des Gefahrguts im Armaturenschrank zurückgeblieben, so dass sich daraufhin ein intensiver Gasgeruch verbreiten konnte. Bei diesem Gefahrgut reichen geringste Mengen, d.h. im Milliliterbereich aus, um den Geruch über mehrere Kilometer zu verbreiten.

Der Schrank wurde durch eine spezielle Entsorgungsfirma gesäubert und das kontaminierte Wasser wieder aufgefangen und entsorgt. Gegen den Fahrer wurde ein Bußgeldverfahren eingeleitet, für welches er bereits eine erhebliche Sicherheitsleistung vor Ort hinterlegte. In den Niederlanden muss der Beförderer eine außerordentliche Tankprüfung durchführen lassen, falls er wieder Gefahrgut mit diesem Tank transportieren möchte. Im Laufe des Einsatzes gingen bei der Polizei sowie den Feuerwehren immer wieder besorgte Mitteilungen aus bis zu 6 km entfernten Orten wegen Gasgeruch ein. Am Nachmittag konnte gegen 16 Uhr der gereinigte Tankzug seine Fahrt fortsetzen und der Parkplatz wieder freigegeben werden

Erstmeldung

Die Freiwillige Feuerwehr Hofolding rückte deshalb gegen 4 Uhr auf die A8 zwischen Holzkirchen und Hofolding aus, nahm bei der Anfahrt ebenfalls den intensiven Geruch wahr und kontrollierte unter Atemschutz mehrere Lkw im Bereich des Parkplatzes Aying bei Kilometer 18.

Im Parkplatz selbst fanden die Einsatzkräfte schließlich einen holländischen Gefahrgut-Tankzug, der nach eingehender Erkundung als Verursacher identifiziert werden konnte. Der Fahrer hatte Odorierungsmittel für Gasnetze geladen, einem Sicherheitszusatz, der nach faulen Eiern riecht. Dieser Zusatz tat genau das, wofür er entwickelt wurde, nämlich riechen beziehungsweise stinken.

Der Sattelzug mit einem Tankinhalt von etwa 30.000 Litern war am Zielort in Italien entladen worden und jetzt ungereinigt auf dem Rückweg nach Holland. Weil sich noch Reste der Chemikalie in den Kammern befanden, musste das Gespann weiterhin die Gefahrgut-Kennzeichnung (Stoff-ID + Gefahrenkennung) tragen, welche darauf hinweist, dass das Mittel leicht entzündlich ist (niedriger Flammpunkt) und Umwelt gefährdend wirkt. 

Am vorangegangenen Abend legte der Fahrer dann die gesetzlich geforderte Ruhepause ein. Laut seiner Aussage wäre die Geruchsentwicklung „normal“. Noch während die Klärung des Sachverhalts andauerte, meldeten die Feuerwehren Sauerlach und Brunnthal gegen 8 Uhr, dass in ihren sechs bis sieben Kilometer entfernten Gemeindebereichen starker Gasgeruch wahrnehmbar sei und unternahmen entsprechende Messungen auf etwaige explosive Gemische.

Weil diese Messungen negativ verliefen, musste letztlich davon ausgegangen werden, dass der eiskalte Ostwind den Geruch von der Einsatzstelle Autobahn derart weit in den Landkreis trug.

Gefahrgut auf der A8 zwischen Hofolding und Holzkirchen sorgt für Feuerwehreinsatz

Als Ursache des vermeintlichen Gasgeruchs wurde ein Transporter auf einem Rastplatz der A8 zwischen Holzkirchen und Hofolding ausgemacht.
Als Ursache des vermeintlichen Gasgeruchs wurde ein Transporter auf einem Rastplatz der A8 zwischen Holzkirchen und Hofolding ausgemacht. © Gaulke
Als Ursache des vermeintlichen Gasgeruchs wurde ein Transporter auf einem Rastplatz der A8 zwischen Holzkirchen und Hofolding ausgemacht.
Als Ursache des vermeintlichen Gasgeruchs wurde ein Transporter auf einem Rastplatz der A8 zwischen Holzkirchen und Hofolding ausgemacht. © Gaulke
Als Ursache des vermeintlichen Gasgeruchs wurde ein Transporter auf einem Rastplatz der A8 zwischen Holzkirchen und Hofolding ausgemacht.
Als Ursache des vermeintlichen Gasgeruchs wurde ein Transporter auf einem Rastplatz der A8 zwischen Holzkirchen und Hofolding ausgemacht. © Gaulke
Als Ursache des vermeintlichen Gasgeruchs wurde ein Transporter auf einem Rastplatz der A8 zwischen Holzkirchen und Hofolding ausgemacht.
Als Ursache des vermeintlichen Gasgeruchs wurde ein Transporter auf einem Rastplatz der A8 zwischen Holzkirchen und Hofolding ausgemacht. © Gaulke
Als Ursache des vermeintlichen Gasgeruchs wurde ein Transporter auf einem Rastplatz der A8 zwischen Holzkirchen und Hofolding ausgemacht.
Als Ursache des vermeintlichen Gasgeruchs wurde ein Transporter auf einem Rastplatz der A8 zwischen Holzkirchen und Hofolding ausgemacht. © Gaulke
Als Ursache des vermeintlichen Gasgeruchs wurde ein Transporter auf einem Rastplatz der A8 zwischen Holzkirchen und Hofolding ausgemacht.
Als Ursache des vermeintlichen Gasgeruchs wurde ein Transporter auf einem Rastplatz der A8 zwischen Holzkirchen und Hofolding ausgemacht. © Gaulke
Als Ursache des vermeintlichen Gasgeruchs wurde ein Transporter auf einem Rastplatz der A8 zwischen Holzkirchen und Hofolding ausgemacht.
Als Ursache des vermeintlichen Gasgeruchs wurde ein Transporter auf einem Rastplatz der A8 zwischen Holzkirchen und Hofolding ausgemacht. © Gaulke

Seit dem Vormittag versuchte nun der Gefahrgut-Überwachungstrupp der Polizei über Stunden, Spezialfirmen ausfindig zu machen, die die Chemikalie neutralisieren und entsorgen können. Geplant war, dass der Havarist dann unter Polizei- und Feuerwehrbegleitung selbständig dort hinfährt. Als Antwort kamen jedoch nur Absagen, so aus Parsdorf und Burghausen. Die Entwicklung nach fast 12 Stunden Einsatzdauer sieht nun zunächst folgendermaßen aus: die Entsorgungsfirma Fink aus Unterhaching sollte die Arbeiten übernehmen, die auf ausgiebiges Verdünnen und Abpumpen hinauslaufen sollten, unmittelbar an der Einsatzstelle.

Der Einsatz konnte dann gegen 15.30 Uhr, fast 12 Stunden nach Beginn, abgeschlossen und der Parkplatz im Anschluss wieder freigegeben werden. Die Entsorgungsfirma Fink hatte die im Be-/Entfüllbereich des Gefahrguttransporters ausgelaufene Chemikalie mit heißem Wasser stark verdünnt und das Gemisch abgesaugt.

Anschließend wurde ein Duftmittel aufgebracht, um den penetranten Gasgeruch, der noch immer in der weiteren Umgebung festgestellt wurde, einzudämmen. Laut Informationen von vor Ort waren neben Sauerlach und Brunnthal auch aus dem Bereich Aying Meldungen eingegangen. Außerdem hatte die Autobahnpolizei Holzkirchen mehrere Anrufe über Gasgeruch erhalten.

Nachdem keine Undichtigkeit an den Armaturen festgestellt werden konnte, durfte der Sattelzug seine Fahrt fortsetzen, muss Tank und Armaturen aber wohl auf polizeiliche Anweisung zu Hause überprüfen lassen. Wahrscheinlich war beim Entleeren eine geringe Menge (unter einem Liter) daneben gegangen.

Angeblich genügt bei diesem Odorierungsmittel ein Schnapsglas, um den typischen Gasgeruch in weitem Umkreis zu verbreiten. Für diese Fälle hatte der Fahrer selbst einen 10 Liter-Kanister mit flüssigem Duftmittel im Fahrzeug, das allerdings bei der herrschenden Kälte eingefroren war.

Gaulke

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