Skurriler Rechtsstreit in Holzkirchen 

Kuhglockenstreit geht in die nächste Runde  - jetzt geht es um die Gülle

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Holzkirchen - Es ist ein Nachbarschaftsstreit der besonderen Art: Ein Unternehmer versucht seit Jahren die Kühe einer Landwirtin von einer benachbarten Wiese zu klagen. Doch die sind jetzt nicht mehr sein einziges Problem.

Erst viel Lärm, jetzt dicke Luft: Der Kuhglocken-Streit von Holzkirchen hat die nächste Stufe erreicht. Jetzt geht es um die Gülle. Ein Anwohner und seine Ehefrau klagen nicht mehr nur wegen Lärmbelästigung gegen eine Bäuerin, deren Kühe mit Glocken vor dem Haus des Paares weiden. Die Landwirtin sei nun auch dazu übergegangen, Gülle auf der Wiese auszukippen, teilte die Kanzlei Sauer Wolff Martin der Deutschen Presse-Agentur mit. Die Unterlassungsklage der Frau wurde dahingehend erweitert.

Zuerst hatte der Mann geklagt. Er hatte mit seiner Klage wegen der Kuhglocken vor dem Landgericht München II im Dezember 2017 keinen Erfolg.Grund dafür war vor allem ein vor dem Amtsgericht Miesbach geschlossener Vergleich zwischen ihm und der Landwirtin im September 2015.

Dieser sieht vor, dass die Kühe auf einer Hälfte der Weide, die weiter von seinem Woihnhaus weg ist, mit Glocken grasen dürfen. Nun habe der Nachbar daher kein Rechtsschutzbedürfnis mehr, entschied das Gericht. Die Frau des Klägers ist nicht mit einem Vergleich vorbelastet. Ein Termin für das zweite Verfahren steht laut Gericht aber noch nicht fest.

Erfolg für Kläger fraglich

Gegen die Entscheidung des Landgerichts legte der Anwalt des Unternehmers vor dem Oberlandesgericht München Berufung ein – zuzüglich der Gülle-Unterlassung. 

"Bei dem genannten Gebiet handelt es sich um eine landwirtschaftlich genutzte Fläche, das Ausbringen von Gülle ist demnach gesetzeskonform", hieß es von der Gemeinde Holzkirchen dazu. Die beiden Klagen des Paares richten sich auch gegen die Gemeinde im Landkreis Miesbach, die die Wiese an die Bäuerin verpachtet.

Immer wieder Ärger mit dem lieben Vieh

Prozesse um den Lärm von Kuh- und Kirchenglocken sorgen in Bayern immer wieder für großes Aufsehen. Im Holzkirchener Fall hatte der Unternehmer das idyllisch gelegene Haus in einem Ortsteil von Holzkirchen 2011 gekauft.Etwa ein Jahr später pachtete die Landwirtin die Weide vor seinem Grundstück und ließ dort fünf bis sieben Kühe grasen.

Seit Jahren beschweren sich der Unternehmer und seine Ehefrau über den Lärm der Kuhglocken. Sie würden unter Schlaflosigkeit und Depressionen leiden, hatte der Mann vor Gericht erklärt. Hinzu kämen der Wertverlust seiner Immobilie sowie Gestank und Gesundheitsgefahr durch Weidestechfliegen. Außergerichtliche Schlichtunsgversuche waren bei dem Nachbarschaftsstreit gescheitert. Der Kläger hatte der Landwirtin angeboten, die Kühe kostenlos mit GPS-Sendern auszustatten. Doch die lehnte ab.

kil mit Material der dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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