Finanzamt

Homeoffice-Pauschale richtig nutzen: So funktioniert es mit der Steuererklärung

Für welchen Zeitraum gilt die neue Homeoffice-Pauschale von maximal 600 Euro im Jahr? Und was müssen Betroffene bei der Steuererklärung berücksichtigen?

Dank der vom Bundestag 2020 beschlossenen Homeoffice-Pauschale von maximal 600 Euro im Jahr sollen Mitarbeiter im Heimbüro ein wenig entlastet werden. Die Idee: Wer zusätzliche Kosten durch die Arbeit daheim hat – also zum Beispiel höhere Stromkosten – soll von der Pauschale profitieren.

Homeoffice-Pauschale von maximal 600 Euro im Jahr für Arbeit daheim

Sprich: Wer in der Corona-Krise von zuhause arbeitet, bekommt einen Steuerbonus. Pro Homeoffice-Tag kann man fünf Euro geltend machen, maximal 600 Euro pro Jahr. Aber aufgepasst: Die Pauschale zählt zu den Werbungskosten. Daher profitieren davon nur jene Steuerzahler, die über die ohnehin geltende Werbekostenpauschale von 1.000 Euro kommen. Büroausstattung wiederum zählt zum Beispiel auch zu den Werbungskosten. Wer sich privat im vergangenen Jahr oder davor einen neuen Schreibtisch oder Bürostuhl zugelegt hat, den er jetzt im Homeoffice vorwiegend beruflich nutzt, kann die Kosten ebenfalls steuerlich geltend machen.

Das bedeutet aber auch: Eine entsprechende Steuerersparnis erzielt man speziell mit der Homeoffice-Pauschale nur, wenn es weitere Werbungskosten gibt, so dass die 1.000 Euro überschritten werden. Das könnten zum Beispiel Beiträge zu Berufsverbänden, Kosten für Arbeitsmittel oder auch Fahrtkosten sein. Je nach Höhe der übrigen Werbungskosten führt die Pauschale zu einer zusätzlichen Erstattung.

Die Homeoffice-Pauschale selbst deckt nur die Kosten für die Nutzung der eigenen Wohnung ab – also für Strom, Wasser oder die Heizung. Isabel Klocke, Juristin beim Bund der Steuerzahler Deutschland e.V., dazu: „Die Kosten für die Einrichtung des Arbeitsplatzes oder für Arbeitsmittel fallen aber nicht darunter. Man kann sie daher zusätzlich geltend machen.“

Angeben müssen Arbeitnehmer, die von der Homeoffice-Pauschale Gebrauch machen wollen, an wie vielen Tagen sie daheim gearbeitet haben. Ein Nachweis sei dafür nicht zwingend nötig. Man muss jedoch glaubhaft machen, dass man im Homeoffice war.

Der Lohnsteuerhilfeverein „Vereinigte Lohnsteuerhilfe“ rät in einer Tabelle Datum, Uhrzeit und Stundenzahl der Home-Office-Tage anzugeben. In der Steuererklärung trägt man die Pauschale in der Anlage N bei den Werbungskosten ein.

Außerdem sollte man beachten, dass Fahrtkosten für den Arbeitsweg und die Homeoffice-Pauschale nicht parallel angesetzt werden dürfen. Wer vormittags zu Hause arbeitet und nachmittags ins Büro, in den Betrieb oder zum Kunden fährt, darf die Homeoffice-Pauschale für diesen Tag nicht absetzen. Die Fahrtkosten werden aber bei der Entfernungspauschale beziehungsweise den Reisekosten anerkannt.

Homeoffice-Pauschale kann bei Steuererklärung für 2020 und 2021 berücksichtigt werden

Finanzämter werden wohl nicht zwingend Nachweise verlangen. Es ist jedoch ratsam, sich eine Bestätigung vom Arbeitgeber zu besorgen. Fährt man zum Beispiel morgens kurz ins Büro oder zu einem Termin, könne man die Tagespauschale von fünf Euro nicht anrechnen lassen.

Die Home-Office-Pauschale ist zeitlich auf zwei Jahre befristet und kann bei den Steuererklärungen für 2020 und 2021 berücksichtigt werden.

Rubriklistenbild: © Fabian Strauch

Kommentare