Mega-Projekt mit Nächstenliebe

Rosenheim - Gemeinsam mit Erzbischof Marx und Ministerpräsident Seehofer eröffnete die Caritas das rund 28 Millionen Euro teure Heilpädagogische Zentrum für behinderte Kinder und Jugendliche.

Der Erzbischof von München und Freising, Reinhard Marx, und der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer nahmen zusammen mit vielen Vertretern aus Stadt und Landkreis Rosenheim sowie des Regierungsbezirks Oberbayerns am Festakt teil. Die insgesamt 6200 Quadratmeter umfassenden Gebäude der Philipp Neri Schule und der Klara von Assisi Tagesstätte bieten den etwa 200 geistig und mehrfach behinderten Kindern und Jugendlichen in Zukunft größere Entfaltungsmöglichkeiten und eine bessere Förderung.

„Die Vollendung des neuen Heilpädagogischen Zentrums in Rosenheim ist der Anfang eines weiterhin großen Engagements für junge Menschen mit Behinderung“, sagte Caritasvorstand Wolfgang Obermair beim Festakt. Es gehe darum, unter dem Stichwort „Inklusion“ allen Kindern und Jugendlichen – mit und ohne Behinderung – die volle Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Mit den neuen Gebäuden an einem zentralen Standort, umgeben von anderen Schulen, unterstreiche die Caritas ihren Anspruch, Inklusion mit der Notwendigkeit gezielter, bedarfsgerechter Förderung zu verbinden. Obermair bedankte sich bei den Kooperationspartnern in der Politik auf allen Ebenen, in Verwaltung, Gesellschaft und Medien, ohne deren Unterstützung das 28 Millionen teure Projekt nicht möglich gewesen wäre.

Pressemitteilung Caritas

Einweihung HPZ

Lesen Sie hier den Vorbericht des OVB:

Ein Licht- und Farbkonzept, wie es einzigartig sein dürfte. Eine Aula, die man im Handumdrehen zur Konzerthalle machen, aber auch in mehrere Räume teilen kann. Ein Spezialschwimmbecken mit höhenverstellbarem Boden, wie es sonstwo kaum noch bewilligt wird.

Der Erzbischof und der Ministerpräsident als Ehrengäste bei der Eröffnung: So eine Ehre ist in Rosenheim in den letzten Jahrzehnten noch keiner Einrichtung zuteil geworden.

Lichtstark: Blick in einen Tagesstättenraum mit Küchenzeile.

Dass der künftige Kardinal Reinhard Marx und Horst Seehofer morgen zur Einweihung des neuen Heilpädagogischen Zentrums kommen, liegt nicht nur daran, dass es sich um eines der größten Bauprojekte in Oberbayern handelt. Es ist auch ein Kompliment an das HPZ, das in der Region im Laufe von fast 40 Jahren zu einer Marke geworden ist, die für das Bemühen um die Integration behinderter Menschen in die Gesellschaft steht.

So gesehen verschafft das neue HPZ nicht nur den 200 geistig und körperlich behinderten Kindern aus Stadt und Landkreis Rosenheim, die dort zur Schule gehen und die Tagesstätte besuchen, ganz neue Möglichkeiten. Es eröffnet auch die Chance, nichtbehinderte und behinderte Menschen zusammenzubringen, Berührungsängste und Vorbehalte abzubauen.

Im alten HPZ an der Goethestraße, das nur ein paar hundert Meter nordöstlich vom neuen Standort liegt, war es für die Kinder und ihre Betreuer fast unmöglich, ein guter Gastgeber für Schulklasse, Vereine oder Freunde zu sein. Zu eng, zu alt und zu klein war das Gebäude.

Bauarbeiten HPZ

Jetzt verfügt das neue HPZ baulich und geografisch über alle Voraussetzungen, um zu einem großen Begegnungszentrum zu werden. Auf der Flötzinger Wiese sozusagen mitten im Leben gelegen, gleich neben Gabor-Halle, Kindergarten, Grundschule, Mädchenrealschule und Karolinengymnasium, verfügt man nicht nur über 25 Klassenzimmer und 15 Tagesstättenräume, sondern auch über den Platz für Feste, Konzerte oder Theatervorführungen in der Eingangshalle und im großzügigen Freibereich. Eine Schule wie ein Dorf - nach diesem Konzept des Architektenbrüderpaars Volker und Wolfram Heid entstand auf 6200 Quadratmetern eine Lern- und Erlebniswelt nach modernsten pädagogischen Erkenntnissen, die gestern die Caritas als Träger, Verantwortliche und Architekten bei einem Rundgang für die Presse vorstellten. Farbbänder im Boden schaffen Halt und Orientierung in dem ebenerdigen und deshalb 180 Meter langen Gebäudekomplex. Jeder Gang hat eine eigene Farbe - ebenso wie die Klassenzimmer, Gruppenräume und Toiletten.

500 Hände für den guten Zweck

Alle Räume werden von zwei Seiten mit Licht durchflutet. Die Glasfassaden und Schrägfenster sorgen ebenso für eine angenehme Atmosphäre wie die vielen Terrassen, Innenhöfe und Grünflächen. Die besondere Anordnung von Fenstern, Oberlichtern und Spiegeln sorgt dafür, dass das Sonnenlicht nicht zu grell in die Zimmer fällt. Das ist vor allem für Kinder mit Anfallsleiden von großem Vorteil.

Die Förderschule - sie wird nach dem Segen durch den Erzbischof den Namen Philipp-Neri-Schule tragen - beherbergt im zur Ebersberger Straße hin gewandten vorderen Teil die Grund-, Haupt- und Berufsschulstufe sowie die schulvorbereitende Einrichtung für die Kleinsten. Die Tagesstätte, die ab Freitag Klara-von-Assisi-Tagesstätte heißt, fördert im hinteren Gebäude eine ganzheitliche Entwicklung und verfügt dabei über logopädische sowie physio- und ergotherapeutische Angebote.

Oberbayerisches Volksblatt

Rubriklistenbild: © neu

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