Ich säg mir eine Wiesn-Hosn

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Die Kettensäge fürs Grobe, das Messer fürs Feine: Markus Rist zeigt sich und seine ungewöhnliche Schnitz-Hose

München - Er wird am Wochenende auf der Wiesn für einiges Aufsehen sorgen, der Rist Markus. Kein Wunder, geht er doch mit einer selbst gesägten und selbst geschnitzten Lederhose aus Holz aufs Oktoberfest. Kein Witz!

Die Fotos oben zeigen den Erfinder mit seinem „Meisterwerk“. Die Idee, sagt „Holzwurm“ Markus, sei ihm vor Kurzem anlässlich der Kirchweih im nahen Missen gekommen. Der 42-jährige Zimmermann aus Diepolz im Oberallgäu sagt: „Ich habe noch eine alte kurze Lederhose, aber die habe ich nicht gefunden, dann dacht’ ich mir: schnitze ich mir halt eine.“ Und so machte er sich an einem der dicken Fichtenstämme zu schaffen, erst mit der Motorsäge, dann mit dem Schleifpapier und dem Schnitzmesser. Einige Versuche waren nötig, bis das Holz-Original endlich saß wie angegossen. Eine Variante aus Fichte, eine andere aus einer Birke hat er sich gesägt, der Zimmermann aus Leidenschaft. Bei der Birkenhose hat er die Rinde als Verzierung dran gelassen.

Ist das noch Tracht - oder nur ein Mode-Gag?

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Nach vielen Stunden Arbeit war es Zeit für die erste Anprobe. Seine Partnerin Anita schmunzelte, als Markus erstmals in die Holzhose „eingestiegen“ ist. Das ging ruckzuck und irgendwie schaut das auch richtig schneidig aus. Doch ein kleines Problem gab es: die Lederhose rutschte immer wieder runter, war also noch nicht wirklich Wiesn-tüchtig. Also bastelte Markus sich flugs noch aus Ahorn zünftige Hosenträger und ganz filigran wurde schließlich das Edelweiß geschnitzt.

„Mit dem Biesln, das ist gar nicht so schlimm“, kommentiert er den mitleidigen Blick des Reporters auf den hölzernen Hosenlatz. „Einfach die Hosenträger auf die Seite biegen, dann die Hose fallen lassen“. Na ja, ob er deshalb ausnahmsweise auf der Wiesn auf das Damenklo darf, ist zu bezweifeln. Zimmermann Markus hat aber schon eine Idee fürs nächste Jahr: „Da zimmere ich mir einen aufklappbaren Hosenlatz hin.“

Für einen Spezl hat er noch eine weitere Holz-Lederhose gezimmert, damit er auf dem Oktoberfest nicht ganz so alleine ist. „Im Zug werden wir die Holzhosen neben uns stellen, in München ziehen wir sie dann an.“ Und auf geht’s auf die größte Party der Welt. Einen gemütlichen „Hock“, wie die Allgäuer sagen, wird’s für den Mann aus Diepolz und für seinen Freund aber nicht geben, eher ein, zwei Mass im Stehen. Denn hinsetzen kann man sich mit der einmaligen Holzlederhose nicht. Aber dem Markus wird da bestimmt noch etwas einfallen …

KW

Quelle: Oktoberfest live

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