Jedem fünften Rentner droht Armut

München – Immer mehr Senioren im Freistaat sind von Armut bedroht. Wie der Sozialverband VdK Bayern mitteilte, leben hier fast 435 000 Menschen über 65 Jahren unterhalb der Armutsschwelle.

Jeder fünfte Bayer, der eine gesetzliche Rente bezieht, sei armutsgefährdet – „egal ob Mann oder Frau“, sagte VdK-Präsidentin Ulrike Mascher. Und das ist neu: Noch im vorigen Jahr war das Armutsrisiko nur bei weiblichen Rentnern so hoch gewesen.

Nach dem bayerischen Sozialbericht liegt die Armutsgrenze für einen Ein-Personen-Haushalt bei 859 Euro. Ein Mann, der in Rente geht, bekommt im Schnitt 853 Euro – liegt also bereits sechs Euro darunter. Noch deutlich dramatischer ist die Lage bei den Rentnerinnen. „Eine durchschnittliche Frauenrente von 506 Euro in Bayern verfehlt die Armutsschwelle sogar um 353 Euro“, sagte Mascher. Hinzu kommt: „Die Renten sind im permanenten Sinkflug.“

Bayerns Senioren sind laut VdK im bundesweiten Vergleich überdurchschnittlich stark von Altersarmut betroffen. In der Altersklasse der über 65-Jährigen führt Bayern die Länderstatistik in Sachen Armut an. Mehr noch: Der Anteil der armutsgefährdeten Bayern sei zuletzt sogar von 17,7 auf 19 Prozent gestiegen.

Bemerkenswert ist, dass das mutmaßlich reiche Oberbayern mit 21,2 Prozent noch deutlich über dem bayerischen Durchschnitt liegt. Den besten Wert erreicht Oberfranken (16,5 Prozent), den schlechtesten Niederbayern, wo mehr als jeder vierte Rentner (26,4 Prozent) armutsgefährdet ist. Dazu passt, dass in der Stadt Landshut mit 529 Euro die niedrigste Durchschnittsrente (Männer und Frauen) in Bayern gezahlt wird. Im Kreis München liegt sie bei 777 Euro, in Ebersberg bei 743 Euro – bayernweit die Plätze drei und fünf.

Besonders für Menschen mit niedrigen Einkommen sehe die Zukunft düster aus, sagte Mascher. „Denn aus Hungerlöhnen werden Hungerrenten.“ Gerade in Bayern sei der Niedriglohnsektor besonders ausgeprägt, ebenso der Anteil an Teilzeitbeschäftigung. Sie fordert daher einen Mindest-Stundenlohn von 10 Euro.

ar/kma

Rubriklistenbild: © dpa

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