Leichtsinn und Selbstüberschätzung oft die Ursache

Immer mehr gefährliche Bergrettungen mit Hubschrauber in Bayern durch die Polizei

Immer mehr gefährliche Bergrettungen mit Hubschrauber in Bayern durch die Polizei
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Die Mehrzahl dieser Einsätze hätten die Alpinisten selbst vermeiden können. Leichtsinn und Selbstüberschätzung waren meistens die Ursache dafür, dass diese aus deren Notsituationen gerettet werden mussten.

Bereits in den ersten drei Monaten des Jahres 2021 waren die Helikopter der Polizeihubschrauberstaffel Bayern nachts öfters im alpinen Bereich eingesetzt als im gesamten Vorjahr.

Die Pressemitteilung im Wortlaut

Bayern - Die Besatzungen der Polizeihubschrauber unterstützen die Einsatzkräfte der Bergwacht Bayern oder der Alpinen Einsatzgruppe der Polizei bei der Suche nach vermissten, hilflosen oder abgestürzten Personen und deren Rettung heuer bereits bei 14 Einsätzen im alpinen Gelände bei Dunkelheit. Acht der Rettungseinsätze fanden davon mit der Rettungswinde statt!

Leichtsinn und Selbstüberschätzung oft die Ursache

Die Mehrzahl dieser Einsätze hätten die Alpinisten selbst vermeiden können. Leichtsinn und Selbstüberschätzung waren meistens die Ursache dafür, dass diese aus deren Notsituationen gerettet werden mussten. Dass sich für ihr Handeln die eingesetzten Kräfte der Bergwacht, der Alpinen Einsatzgruppe und die Besatzungen der Hubschrauber in eine lebensgefährliche Lage begaben, war den meisten nicht bewusst!

Mit Turnschuhen im Schnee unterwegs

So mussten innerhalb weniger Tage im Mangfallgebirge ein 44-jähriger „Trailrunner“, im Karwendel ein junges Pärchen, das sich trotz starker Schneefälle auf einer Skitour befand, und an der Notkarspitze zwei 19-jährige Burschen, die mit Turnschuhen durch den tiefen Schnee stapften, bei teilweise widrigsten Bedingungen aus absturzgefährdeten Bereichen gerettet werden.

Da die Betroffenen keine witterungsangepasste Bekleidung mit sich führten und auf Grund der tiefen Temperaturen zu erfrieren drohten, setzten sie mit ihren Handys einen Notruf ab.

Weil die Rettung der Alpin-Touristen aus den exponierten Bereichen nur mit einem Hubschrauber mit Rettungswinde möglich war, wurden die Helikopter der Polizeihubschrauberstaffel Bayern angefordert. Die Verstiegenen wurden durch die Besatzungen der „Edelweiß“-Maschinen in Zusammenarbeit mit der Bergwacht Bayern mittels Winde geborgen und ins Tal verbracht.

Hinweise der Polizeihubschrauberstaffel Bayern

  • Einsätze dieser Art sind grundsätzlich kostenpflichtig und von dem Geretteten zu tragen. Die Kosten belaufen sich bei einem solchen Einsatz im Schnitt auf 5000 bis 10000 Euro, können jedoch abhängig von der Flugzeit durchaus höher ausfallen
  • eine Bergung von Personen mittels Rettungswinde stellt bei Dunkelheit für alle Beteiligten ein erhöhtes Risiko dar, weshalb ein Windenhubschrauber der Polizeihubschrauberstaffel Bayern nur dann angefordert werden kann, wenn eine Rettung der Person anders nicht möglich ist und sie sich in einer lebensgefährlichen Lage, beispielsweise im absturzgefährdeten Bereich, befindet
  • der Einsatz eines Windenhubschraubers bei Dunkelheit ist u. a. vom Wetter und der Verfügbarkeit einer entsprechenden Besatzung abhängig. Rettungseinsätze mit der Winde zur Nachtzeit werden nur von speziell ausgebildeten Besatzungen geflogen – diese sind jedoch nicht immer verfügbar

Bereiten Sie sich auf einen Ausflug ins Gebirge vor!

Sowohl die Route mit dem entsprechenden Zeitmanagement, die körperliche Fitness und eine der Witterung angemessene Bekleidung sind Grundvoraussetzung dafür, dass eine Bergtour im positiven Sinne in Erinnerung bleibt. Teilen Sie dieses Erlebnis mit ihrem Partner, Freund oder Kollegen und begeben Sie sich niemals allein ins Gebirge. Nur so kann Ihnen schnell geholfen werden, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert.

Pressemitteilung Polizeihubschrauberstaffel Bayern

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